Vor dem Start der NLB-Saison wurde vielerorts eine Kräfteverschiebung ins Mittelland prophezeit. Und tatsächlich: Das erste Derby der Saison im Kleinholz heute Abend wird zum veritablen Spitzenkampf. Langenthal reist als Leader nach Olten, mit einem Sieg allerdings könnten sich die Powermäuse am Rivalen vorbei an die Tabellenspitze schieben. Auch für die Spieler eine prickelnde Ausgangslage, wie Adrian Brunner bestätigt: «Auf diese Partie freut sich jeder», sagt Brunner und fügt lachend an: «Leider auch die Langenthaler, die eine sehr starke Mannschaft haben. Wir brauchen die beste Leistung der Saison, um das Spiel zu gewinnen.»

Es fehlen die Tore

Brunner feierte am Dienstag beim Heimsieg gegen La Chaux-de-Fonds sein Comeback, nachdem er mit einer Hirnerschütterung rund einen Monat ausgefallen war. Obwohl er speziell im Boxplay wichtige Akzente setzen konnte, war der 26-jährige Zürcher mit seiner Leistung nicht vollauf glücklich. «Wenn man als Stürmer in zehn Partien kein Tor erzielt, kann man nicht zufrieden sein», analysiert Brunner seine Situation und gibt zu, dass mit Fortdauer der Torbaisse auch eine gewisse Coolness vor dem gegnerischen Tor abnehme. «Entscheidend ist aber, im Kopf stark zu bleiben. Dass es dem Team momentan gut läuft, macht die Situation für mich einfacher.»

Derby-Sieg wichtiger als 1. Saisontor

Hilfreich ist für Brunner zudem auch, dass er sich in Olten sofort gut eingelebt hat. «Im Team fühle ich mich enorm wohl, das gesamte Umfeld beim EHCO macht einen Superjob», versichert er, der in den letzten vier Jahren bei Ambri, Bern und den SCL Tigers reichlich NLA- und Derby-Erfahrung sammeln konnte. Sein erstes Mittelland-Derby bestritt der Stürmer im ersten Saisonspiel auswärts in Langenthal, als der EHCO nach Penaltyschiessen unterlag. «Inzwischen haben beide Teams einen grossen Schritt gemacht», misst Brunner dieser ersten Begegnung zwischen Olten und Langenthal in der laufenden Saison keine Bedeutung mehr zu.

Die Karten also sind neu gemischt, alles ist angerichtet für ein Spektakel im Kleinholz. Ein idealer Rahmen auch, um das erste Saisontor zu schiessen? «Das wäre schön», lacht Brunner, «wichtiger aber als ein persönlicher Erfolg ist, dass die Mannschaft das Spiel gewinnt.» Schliesslich lässt es sich auf dem Leaderthron ganz gut leben. Und wenn man den grossen Rivalen von diesem Podest stossen kann, fühlt sich der Platz an der Sonne besonders gut an.