Unihockey
Der Serienmeister erfindet sich gerade neu

Ein neues Finnen-Duo unterstützt den Serienmeister SV Wiler-Ersigen. In einer Woche beginnt die neue Unihockey-Saison.

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Die beiden Finnen Jami Manninen und Riku Kekkonen sind neu ins Team gestossen.

Die beiden Finnen Jami Manninen und Riku Kekkonen sind neu ins Team gestossen.

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Exakt in einer Woche beginnt mit dem Derby gegen Grünenmatt (Samstag, 19. September in der Grossmatthalle Kirchberg, Beginn 19.00 Uhr/Ticketreservationen online) die neue Unihockeysaison. Nach dem Gewinn der «La Decima» steht der SVWE vielleicht vor seiner grössten Herausforderung seit dem Gewinn des ersten Meistertitels.

Das NLA-Team ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. Möglich machen soll dies ein neues Trainergespann, ein finnisches Ausländertrio und viel «frisches, junges Blut». Mit dem Sieg am Supercup konnte der erste Titel schon eingefahren werden, so ist der Auftakt des Projekts Umbau erstmal geglückt.
Mit Federer im Gleichschritt

Als sich der grosse Tennis-Maestro erstmals aufmachte, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, schrieb man des Jahr 2003, kurze Zeit später sollte auch die Ära des SVWE beginnen. Praktisch parallel verläuft der Aufstieg auf den Thron. Bislang 17 Grand-Slam-Titel pflastern Roger Federers Weg, 10 Meistertitel, zwei Cuperfolge und ein Europacupsieg jenen des SVWE.

Wie Roger geriet auch der SVWE kurz in ein Zwischentief während der letzten Dekade, beide rappelten sich wieder hoch und zeigten, dass ihre Zeit - entgegen von Experten-Prognosen - noch lange nicht vorbei ist. Und wie sich gerade Federer mit seinem SABR neu erfindet, muss sich auch der Serienmeister neu erfinden.
Gemäss Del Curto ist SVWE-Serie unmöglich

Wie verhindert man ein Sättigung nach Erfolg, wie vollzieht man einen Kaderumbruch ohne Absturz? Gar nicht so einfach, eigentlich unmöglich, wenn man HCD-Kulttrainer Arno Del Curto Glauben schenkt, der folgende Aussage liefert, weshalb es im Eishockey seit Jahren nie mehr ein Team schaffte, den Titel zu verteidigen: «Nur ein kleines Nachlassen, etwas Genügsamkeit und es reicht nicht mehr.»

Und was passierte gar, als Del Curto in Davos den Umbruch einleitete? Das Team schied dreimal in Folge im Viertelfinal aus. Beim SVWE hingegen ist es seit Jahren selbstverständlich, dass das Team um den Titel mitspielt. Und dies wiederspiegelt die grosse Leistung, welche die Mannschaft, der Staff und der Verein in all den Jahren vollbracht haben.

Dieser Antrieb, immer wieder die Besten zu sein und zu bleiben, ist einzigartig. Mit einer Ausnahme (Saison 2012/13) konnten die Rückritte von Routiniers wie Flury, Gerber, Bichse, Streit usw. oder die Abgänge von Stars wie Punkari, Quist oder Jussila immer verkraftet und kompensiert werden. Vor drei Jahren verliessen acht Spieler das Team, vor einem Jahr sieben und trotzdem stimmte das Teamgefüge, die Hierarchie blieb erhalten und gesund. Gemäss Del Curto eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Verjüngung ist in vollem Gang

Drei Dinge gilt es aus Sicht des SVWE vor der Saison speziell zu beleuchten: Die Ausländer. Erstmals mit einer Finnetrojka startet der SVWE in die Saison. Jahrelang dominierten die Schweden die Ausländerfraktion im Kader des Meisters. Zuletzt war das Duo Rosén/Olofsson eine Liga-Attraktion. Wibelwind Rosén war der Publikumsliebling, «hank the tank»- Olofsson war der Fels in der Brandung, der Puncher.

Ersetzt werden sie durch die beiden Finnen Jami Manninen und Riku Kekkonen. Zwei völlig andere Spielertypen. Geblieben ist Liga-MVP Tatu Väänänen, welcher zusammen mit SVWE-Ikone Matthias Hofbauer das Team führt.

Die Jungen

Ein Team , welches deutlich verjüngt wurde. Mit Claudio Mutter (19), Nicola Bischofberger (21) und Marco Louis (21) stiessen drei Jungspunde zum Team, welche punktuell auch schon Verantwortung übernehmen sollen. Zusammen mit Deny Käzig (18) und Daniel Sesula (20) bilden die drei ein Quintett, das dereinst als Gesicht für den neuen SVWE stehen könnte. Aktuell ist da aber noch die «Mittelgenration» um Fankhauser, Meister, Wittwer, Hirschi oder Mendelins, welches die Routiniers unterstützt und das Winner-Gen in sich trägt und es auch an die Frischlinge übertragen soll.
Statt «Abbruch-GmbH» also die «Zwergen-IG». Die Abbruch-GmbH wurde sie genannt, als sich die schwedische und finnische Konkurrenz ob der Wiler–Abwehr am Europacup 2005 einschüchtern liess. Flury, Bichsel, Schneeberger, Thorsell und Co. liess die internationale Top-Elite gandenlos abprallen. Im Schnitt war die Wiler Abwehr damals deutlich über 1.85 cm gross und mehr als 85 kg schwer.

In diesem Jahr gilt das Motto klein, aber hoffentlich oho! Mit Ausnahme von Matthias Althaus ist keiner der übrigen sieben Verteidiger über 182 cm gross, keiner schwerer als 80 kg, die fehlende Wasserverdrängung muss also kompensiert werden durch Spielintelligenz, Schnelligkeit und Wendigkeit.

Statistisch stellt der Serienmeister das mit Abstand kleinste Team der Liga, denn auch im Angriff ist mit Ausnahme von Temporär-Rückkehrer Zimmermann keiner über 185 sm gross, oder über 85 kg schwer. Der Spruch bietet sich an: Mit Leichtigkeit zum nächsten Titel? Die Herausforderung ist gross, ist auch das nominell kleinstes SVWE-Team «ever» ein Grosses?

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