Schwingen
Der Schwing-Terminator kommt aus Kienberg

Der 11-jährige Jungschwinger Damian Kehr aus Kienberg war letzte Saison der grosse Dominator an den regionalen Schwingfesten der Nordwestschweiz.

Claudine Müggler
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Der Erfolg wächst ihm nur in der heimischen Trophäensammlung über den Kopf: Damian Kehr hat seine Gegner fest im Griff. müg

Der Erfolg wächst ihm nur in der heimischen Trophäensammlung über den Kopf: Damian Kehr hat seine Gegner fest im Griff. müg

Claudine Müggler

Wenn der 11-jährige Damian Kehr so weiter macht, hat er bald einen eigenen kleinen Zoo zu Hause. Einen Hasen und ein Schaf kann er bereits sein Eigen nennen. Obwohl er anstatt den Tieren auch ein Preisgeld hätte nehmen können, entschied er sich für die Vierbeiner: « Was bringt mir etwas Geld, von den beiden hab ich doch viel mehr», antwortet er. Der Hase hat es sich bei ihm daheim gemütlich gemacht, das Schaf hat er auf einem Hof in der Nähe seines Hauses untergebracht. Doch Damian hat bis jetzt nicht nur Tiere gewonnen. In seinem Zimmer sind etliche Zweige und Glocken aufgestellt. Auch im Wohnzimmer stehen noch mehrere Preise und Auszeichnungen.

Kein Wunder, denn Damian hat letztes Jahr an elf Schwingfestteilnahmen zehn Mal den Sieg für den Schwingklub Aarau nach Hause gebracht. Dort trainiert er einmal wöchentlich unter den Augen seiner Trainer David Anderegg, Urs Meyer und Hannes Bäni. « Damian ist sehr trainingsfleissig und zuverlässig. Ausserdem strahlt er eine gewisse Ruhe aus, was bei diesem Sport nur von Vorteil sein kann. Er muss noch etwas beweglicher werden, doch er wird seinen Weg bestimmt machen», sagt David Anderegg.

Eigentlich kam Damian nur durch Zufall zum Schwingen. In den Schulferien fragte ihn ein Freund, ob er beim Ferienpass nicht auch zum Schwingen nach Aarau kommen wolle. Da gefiel es ihm so gut, dass er seither nicht mehr aufgehört hat. « Ich schätze am Schwingen, dass es eine traditionelle, aber doch moderne Sportart ist», meint Damian. «Speziell die traditionsreichen Kleider, die man dabei anziehen darf und die Schwingfeste selber, die Stimmung und die Atmosphäre, machen den Sport nochmals zu etwas Aussergewöhnlichem», sagt er mit einem Strahlen in den Augen.

Diese Saison wird schwerer werden als die vorherige. Da wurde er von allen nur noch der Dominator genannt und jedes Mal wenn die Gegner den Namen Damian Kehr gelesen haben, wussten sie im Voraus, dass sie wenig Siegeschancen haben werden. Denn bei den Jungschwingern werden bis zu den 17-jährigen immer zwei Jahrgänge zusammen genommen. Konnte er letztes Jahr noch gegen jüngere Schwinger antreten, muss er jetzt gegen die ein Jahr älteren ran.

Was in diesem Alter viel ausmachen kann, nur alleine schon von der Grösse her, wird er einen kleinen Nachteil haben. Doch dadurch wird er sich nicht aufhalten einmal ein grosser Schwinger zu werden und beruflich in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Genau wie sein Vater will Damian nämlich eines Tages Zimmermann werden.

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