1. Liga Classic

Der SC Zofingen nach dem Aufstieg – Harmonie als Teil des Erfolgs

Der Jungspund und der Routinier in den Reihen des SC Zofingen: Marco Schwegler (links) und Alessandro Vodola.

Beim 1.-Liga-Aufsteiger SC Zofingen ergänzen sich junge Spieler wie Marco Schwegler mit Alessandro Vodola und anderen Routiniers perfekt. Das könnte die Mischung für Erfolg sein.

«Elf Freunde müsst ihr sein», heisst Sammy Drechsels legendärer Fussball-Roman von 1955. Kann eine Mannschaft aber überhaupt zusammenhalten, wenn der älteste Spieler beinahe doppelt so alt ist wie der jüngste? «Ja», sagen Alessandro Vodola und Marco Schwegler überzeugt.

Letzterer stiess von Zweitligist Gränichen zum SC Zofingen und ist mit 16 Jahren das Küken im Team. Ihm gegenüber sitzt Vodola, der im Juni seinen 31. Geburtstag gefeiert hat. «Der Altersunterschied spielt keine Rolle. Wichtig ist, wie man miteinander umgeht», sagt der Torhüter aus Staufen. Während die jüngeren Spieler neuen Schwung in die Mannschaft bringen würden, geben die Routiniers ihre Erfahrung weiter. «Wenn das Zusammenspiel passt, kann das ein Teil des Erfolgs sein», sagt Vodola. 

Auch vom Nachwuchs kann man lernen

Dass beim SC Zofingen die Räder perfekt ineinander greifen, hat die Mannschaft von Trainer Nicola Nocita vergangene Saison mit dem Aufstieg in die 1. Liga bewiesen. Trotzdem gebe es laut Alessandro Vodola nach wie vor Dinge, die man lernen könne – auch vom Nachwuchs.

«Ich denke an die Unbekümmertheit oder Lockerheit, mit der die Jungen die Aufgaben angehen», sagt der kaufmännische Angestellte und bezieht sich auf den 7:3-Sieg im ersten Testspiel des SCZ in Oftringen. «Marco hat mit Persönlichkeit gespielt, das Dribbling nach vorne gesucht und bereits ein Tor erzielt», lobt Vodola den Auftritt Schweglers. Im Gegenzug zeigt sich der junge Mittelfeldspieler aus Oftringen beeindruckt von Vodolas kommunikativen Fähigkeiten. «Er redet, ist präsent und leitet das Spiel von hinten», sagt Schwegler, der sein zweites Lehrjahr als kaufmännischer Angestellter absolviert.

«Habe mehr Puste zum Dirigieren»

Bereits in der vergangenen Saison war Vodola, der seit 2014 im Stadion Trinermatten zwischen den Pfosten steht, Zofingens «Teamoldie». Die Situation zwinge ihn, Verantwortung zu übernehmen. «Ich muss den Jungen gegenüber ein Vorbild sein und die Richtung vorgeben, wenn es nicht läuft», sagt er. Sein Vorteil als Torhüter sei, «dass ich mehr Puste zum Dirigieren und Motivieren habe, weil ich öfters stehe als renne.»

Beim SC Zofingen geniessen Routiniers wie Alessandro Vodola keine bevorzugte Behandlung. Während sich die jüngeren Spieler um das Material kümmern, bringen die Älteren nach den Trainings die Kleider in die Wäscherei. «Grosse Unterschiede gibt es nicht», sagt Vodola. «Wir sind ein Team und verfolgen ein Ziel.» Dieses wurde eher bescheiden, aber für einen Aufsteiger vernünftig formuliert: «Wir wollen den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen und so viele Punkte wie möglich holen, damit wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben», erklärt er.

Gelungener Auftakt

Bisher geht dieses Vorhaben auf. Im Auftaktspiel vom letzten Samstag gelang den Zofingern ein sensationeller 2:1 Sieg über den haushohen Favoriten FC Solothurn. Der FC Solothurn hatte die Liga in der letzten Saison nach Strich und Faden dominiert, scheiterte in den Aufstiegsspielen aber an Münsingen. Die Partie bot Spannung bis zum Schluss. Oliver Jonjic brachte den Aussenseiter Zofingen in der 55. Minute in Führung. Zehn Minuten später musste aber auch Alessandro Vodola hinter sich greifen, als Loïc Chatton der Ausgleich gelang.

Kurz vor Schluss waren es allerdings die Zofinger, die jubeln konnten. Dawid Skrzypczak bescherte seinem Team die erneute Führung und damit die Entscheidung. Ausgerechnet Skrzypczak, der Sohn von Solothurn-Trainer Dariusz Skrzypczak schoss den SC Zofingen zum ersten Sieg in der neuen Liga. Ein durchaus gelungener Start in die neue Saison. 

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