Zum Aufwärmen wird ein lockeres Fussball-Spiel auf dem Kunstrasen ausgetragen. An vorderster Front kämpft SCL-Keeper Marc Eichmann. Dann gelingt FCZ-Fan Eichmann ein herrliches «Ängeli». Statt überbordenden Jubels folgt auf sein Traumtor ein Geständnis: «Ich ha gar nid eso wölle!»

Auf die lockere Stimmung beim Aufwärmen folgt harte Arbeit im Kraftraum des Leichtathletik-Stadions Hard im Norden Langenthals. Kräfteraubende Strapazen an mit dicken Scheiben bepackten Hanteln.

Und zehrende Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Jeder der 15 Athleten bestreitet einen Posten. Die Wechselpausen verflüchtigen sich schneller als man das Wort «Pause» denken kann.

«Düräzieh, bis am Schluss!»

«Hebä, hebä, hebä!», die letzten Sekunden sind die härtesten, und auch in denen fordert SCL-Sportchef Reto Kläy alles von seinen Athleten. «Bis am Schluss, kommt!» Dann das erlösende «Stopp, Wechsel».

Dann geht es an den nächsten der Posten. Konzentriert wird geschuftet und gerackert. Keuchen ist steter Begleiter der Athleten. Denn auch die nächste Saison soll für die Oberaargauer eine lange werden: Das Halbfinale soll zum dritten Mal in Folge erreicht werden.

Kläys stetes Kommando: «Dürezieh, bis am Schluss», darf also auch auf die Zeit auf dem Eis übertragen werden.

«Wir sind eine gute Gruppe», bilanziert Goalie Marc Eichmann. «Das macht das Trainieren einfacher, wir sind auf dem richtigen Weg», so der Sportler, der die meisten SCL-Matches ausgetragen hat, seit der Club wieder in der NLB spielt (341 Spiele, 14 Assists).

Kader «inoffiziell» komplett

Als Dessert folgt eine Laufübung. Siebenmal 400 Meter. Seit einem Monat läuft das Sommertraining, wobei «Sommer» ein grosses Wort ist – Eishockey wäre eigentlich die wettergerechte Sportart.

«Es läuft gut, man sieht, dass wir wieder in Form kommen», analysiert Sportchef Reto Kläy. Eine gute Grundlage soll für die Saison gelegt werden. Offiziell fehlen im Kader noch drei Stürmer und zwei Verteidiger. «Inoffiziell steht das Team aber.» Aus verschiedenen Gründen bleiben die letzten Namen so geheim wie Barack Obamas Handy-Nummer.

Die SCL Tigers sind ein attraktiver Gegner für Langenthal. «Für Langnau ist es schade», sagt Kläy, der selbst aus diesem Ort stammt. «Für die NLB ist es aber eine Aufwertung. Sehr viele Leute aus unserer Region gehen an die Spiele der Tigers, ich hoffe, dass sie nun auch in den Schoren kommen.»

Ein frischer Wind tue der Liga gut, blickt Marc Eichmann nach vorne. «Das Derby zieht an, viele sprechen darüber. Ich spielte aber auch gerne gegen Lausanne.»

Erstmals gegen Amerikaner

Das Level der beiden Gegner aus der NCAA-College-Liga aus den USA sei höher als das einer U20-Nationalmannschaft, analysiert Reto Kläy: «Die Spieler sind bis 25-jährig.» Ebenfalls kreuzt Langenthal erstmals die Klingen mit einem Team aus Kasachstan.

Saryarka Karaganda spielt in der russischkasachischen-weissrussischen Wysschaja-Hockey-League, der Liga, die nach der KHL kommt. Dazu kommen Tests gegen Biel und Rapperswil (beide NLA) und das slowakische Team Banska Bystrica.