Vor Jahresfrist wurde Stefan Gerber als Headcoach des EHC Zuchwil Regio nach einem 1:2-Rückstand in der Finalserie gegen Burgdorf entmachtet. Präsident Ulrich glaubte nicht, dass Gerber die Finalserie noch wenden könnte. Seine Nachfolger, das Duo Weibel/Hebeisen, schaffte dies indes ebenfalls nicht, Zuchwil scheiterte überraschend.

Nun präsentierte sich die Situation beinahe gleich. Zuchwil Regio, der Gewinner der Qualifikation und der Masterround, lag gegen Wiki-Münsingen nach zwei Finalpartien mit 0:2 zurück. Dennoch stand gestern der russische Trainer Juri Woschakow nach wie vor an der Bande. Team, Präsident und das Umfeld glaubten diesmal an die grosse Wende ohne personelle Rochaden. Schliesslich hat auch Kontrahent Wiki hat im Halbfinal ein 0:2 gegen Burgdorf noch in einen Erfolg umgewandelt.

«Believe» steht auf den eigens für die Playoffs angefertigten T-Shirts von Zuchwils Spielern. Damit war der Glaube an den ganz grossen Coup, den Schweizer Amateurmeister-Titel gemeint. Um diesen zu erreichen, hätte allerdings zuerst einmal der Titel in der Gruppe resultieren müssen. Doch dazu kam es nicht. Die Berner waren in dieser Finalserie besser, vor allem ihre defensive Stabilität brachte Zuchwil zur Verzweiflung.

Der entscheidende dritte Match startete ähnlich wie Spiel 2 am Dienstag in Wichtrach auf taktisch hohem Level. Fehler verboten – das war das Motto auf beiden Seiten. Die Gastgeber hielten diesmal aber körperlich deutlich mehr entgegen und gewannen auch Zweikämpfe. Wiki agierte wie in den Begegnungen davor sehr konzentriert, diszipliniert und defensiv äusserst solid. Es gab nur einen Treffer im Startdrittel. Dieser wurde von Hoppe in der 18. Minute erzielt. Die Linie mit Hoppe, Cyril Kormann und Hofstetter schoss bereits am Dienstag vier Tore und war wie vor zwei Tagen im Powerplay unwiderstehlich.

Im Mittelabschnitt machte Zuchwil mächtig Dampf. Die Formation mit Müller, Reber und Born ragte dabei heraus und war stets in der Lage, sich im Drittel der Münsinger festzusetzen. Aber es gab keine Tore, Zuchwil war nicht befähigt, den Druck umzumünzen. Wiki blieb stets in Überzahl-Situationen und Kontern gefährlich, verliess aber nie sein Defensivkonzept. Die Gäste waren letztlich zu stark, die Berner mischten Beton und die Solothurner fanden keinen Weg. In der 48. Minute erlöste Hoppe mit seinem zweiten Tor die Berner.

Es ist für Zuchwil wie im vergangenen Jahr eine herbe Enttäuschung. Auch «Star-Trainer» Woschakow konnte das Team nicht zum Titel führen und ist hochgradig gescheitert. Die Transferpolitik des letzten Sommers ist fehlgeschlagen. Die eigentlichen Verstärkungen waren in den Playoffs allsamt unsichtbar und konnten keine Akzente setzen. Während Wiki den Pokal stemmte, ging in Zuchwil auch die Ära von Marco Pistolato zu Ende. Der Captain war über 15 Jahre der dominierende Akteur in der Erstliga.