«Es dünkt mich», sinniert Rolf Bieri halb belustigt, halb desillusioniert, «wenn ich die Form von dem da im Spiegel betrachte, sieht er grässlich aus.» Die letzten fast zwei Jahre als Präsident des FC Grenchen hätten doch mehr an ihm genagt, als er es sich eingestehen wollte. «Ich fühle mich etwas ausgebrannt», sagt der Unternehmer. Das freilich ist nicht der Grund, weshalb Bieri per sofort operativ in den Ausstand tritt.

«Ich bleibe bis Ende Saison pro forma Präsident, weil ich ja gewählt bin. Die Geschäfte werden aber per sofort von Gerd Frera geführt.» Der bisherige Kommunikations- und Medienchef soll und dürfte dann Ende Saison das Präsidentenamt übernehmen. «Ich hoffe es», sagt Bieri.

Verzicht aufs Darlehen

Der beinharte Kampf, vorneweg um die Nutzungsrechte des Uhren-Cups, haben ein schiefes Licht auf den Präsidenten des FC Grenchen und den Klub als Ganzes geworfen. «Da habe ich wohl in ein Wespennetz gestochen», gibt Bieri zu. Aber er sei nach wie vor überzeugt, dass der Uhren-Cup rechtlich dem FC Grenchen und nicht der Uhrencup GmbH gehöre.

Wie dem auch sei ... mit dem neuen Mann an der Spitze des FC Grenchen ist die Chance auf jeden Fall gross, dass der nächste Uhrencup wieder in Grenchen stattfindet und auch da bleibt. Frera, diplomierter Wirtschaftsingenieur und Ingenieur Elektrotechnik, gilt als versierter Kommunikator und scheint so geeignet, die Wogen an der gesellschaftlichen, behördlichen und wirtschaftlichen Front zu glätten. Sprich das Image des FC Grenchen wieder aufzupolieren.

«Wenn ich es dem Klub damit einfacher mache, neue Sponsoren und neue gute Leute ins Boot zu holen, dann gehe ich», sagt Bieri. Auch wenn ihm das Herz natürlich wehtue. «Es ging mir immer und bei allem, was ich getan habe, ums Wohl des FC Grenchen. Ich hoffe, dass nicht alles umsonst war.» Auch darum macht er jetzt ohne Zetermordio Platz. Jetzt könne keiner mehr sagen, solange der Bieri beim FC Grenchen wirkt, gebe er keinen Rappen. «Mit diesem Spruch ist es in Zukunft vorbei», hält der abtretende Präsident fest. Er selber hat immer noch ein sehr stattliches, fünfstelliges Darlehen im Verein. Geld auf das er, wie Bieri sagt, verzichtet. «Ich will den neuen Leuten die Sache nicht noch erschweren.»

Kurs soll beibehalten werden

Der Entscheid abzutreten sei im Gespräch mit Vorstandskollegen und Trainercrew einvernehmlich und in Frieden gefallen, sagt Rolf Bieri. «Wir haben uns in der Vereinsführung überlegt, was dem FCG als Ganzes auf die Rückrunde hin einen Impuls verleihen könnte und sind auf meinen Rücktritt gekommen.»

Den Sparkurs, den man vor wenigen Wochen eingeläutet hat und im Rahmen dessen vermehrt junge, eigene Spieler ins Fanionteam eingebunden werden sollen, wird beibehalten. Auch «innenpolitisch» – sprich unter den vier Klubs auf dem Platz Grenchen – hoffte Bieri, «dass es Gerd Frera gelingt, Wege zu einer fruchtbareren Zusammenarbeit zu finden.

Bleiben wird Bieri beim FC Grenchen als Trainer der D-Junioren. «Eine Aufgabe, die mir sehr Freude macht.» Daneben dürfte ihm fortan mehr Zeit bleiben, die neue Fischrute, die er gestern eingeweiht hat, zu nutzen.