Fussball
Der Papi der Mannschaft – Edin Hasanovic als Teamstütze des FC Solothurn

Edin Hasanovic gehört beim FC Solothurn zu den Teamstützen, nicht nur, weil er als Innenverteidiger auch Tore schiessen kann. Sein Ziel ist es, mit dem FC Solothurn aufzusteigen: «Ich bin ohne Wenn und Aber überzeugt, dass wir wieder ganz an die Spitze und in die Aufstiegsspiele kommen mit dieser Mannschaft.»

Pius Rüegger
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Edin Hasanovic will mit dem FC Solothurn endlich den Aufstieg schaffen.

Edin Hasanovic will mit dem FC Solothurn endlich den Aufstieg schaffen.

Markus Müller

Edin Hasanovic ist beim FC Solothurn als Innenverteidiger momentan mit vier Treffern der zweitbeste Torschütze hinter Goalgetter Loïc Chatton, der bisher sechs Mal traf. Erfolgreich war er jeweils bei Standards, auswärts und gegen Zentralschweizer Gegner.

Seine Saison-Heimpremiere – auch gegen einen Zentralschweizer Klub – verpasste er letzten Samstag, 29. September, nur knapp. In der 37. Minute lenkte Zugs Hüter Pastore mit einer mirakulösen Parade Hasanovics Kopfball an die Lattenunterkante. Noch heute schüttelt der am kommenden Dienstag, 9. Oktober, seinen 33. Geburtstag feiernde 1,89-m-Mann den Kopf über diese spektakuläre Reaktion des Gästehüters.

«Ich laufe momentan dahin, wo es brennt, wo es gefährlich wird. Das ist Instinkt», erklärt sich Hasanovic. «Es waren alles entscheidende Tore, aber es ist egal, wer diese macht, wichtig ist, dass wir gewinnen», ergänzt er.

Standards prägten auch den Saisonstart. «Im ersten Spiel in Zofingen erhielten wir gleich zwei Gegentore auf Standards, während wir in der vergangenen Saison überhaupt kein Tor auf Standards einkassierten», stellt Hasanovic fest, der beim Aufsteiger erst in der 89. Minute eingewechselt wurde. Seither fehlte er keine Minute.

Das vierte Mal gescheitert

Im nächsten Spiel, auswärts beim «Bipper-Lisi»-Rivalen Langenthal am Sonntag, 14. Oktober 2018 (15 Uhr), wird Hasanovic allerdings nach seiner vierten gelben Karte fehlen. «Deshalb habe ich so ausgerufen, weil mich der Schiedsrichter bei meinem ersten Foul verwarnte und ich gegen meinen ehemalige Klub und Trainer Willy Neuenschwander nicht spielen kann», enerviert sich der Routinier heute noch.

Seine gelben und roten Karten erzeigen, dass er nicht nur Leader, sondern Aggressivleader in seiner Mannschaft ist. «Ich sage, was ich denke, nehme kein Blatt vor den Mund, da bin ich fadengerade, denn auf dem Platz kenne ich nichts, weil ich immer gewinnen will», begründet Hasanovic seine impulsiven Auftritte.

Deshalb schmerzt ihn auch gegen Münsingen in der letzten Halbzeit verpasste Aufstieg immer noch: «Wir waren am Boden zerschlagen, Münsingen hat uns in dieser zweiten Halbzeit den Schneid abgekauft; danach hatte ich keine Lust mehr auf Fussball, ich begriff die Welt nicht mehr».

Das Ziel? Der Aufstieg!

Für den gelernten Polymechaniker, der sich zum Techniker Unternehmensprozesse HF weiterbildete und heute als Leiter Logistik und Qualitätsmanagement in einem auf Verzahnungen spezialisierten Unternehmen in Selzach arbeitet, war es das vierte Mal, dass er in Aufstiegsspielen scheiterte: drei Mal mit Solothurn gegen Gossau 2007, Yverdon 2017 und eben Münsingen 2018 sowie dazwischen mit 2015 Zug 2015.

Sein Ziel bleibt weiterhin, mit Solothurn aufzusteigen. «Ich bin ohne Wenn und Aber überzeugt, dass wir wieder ganz an die Spitze und in die Aufstiegsspiele kommen mit dieser Mannschaft», schöpft der immer noch in Wangen an der Aare Wohnende diese Überzeugung.

«Mein persönliches Ziel ist es, aufzusteigen und mindestens eine Saison in der Promotion League zu spielen, wobei es drauf ankommt, wie der Körper mitmacht», blickt der Inhaber des C-Trainerdiploms, der sich als Begleiter bei den Junioren B-regional auf das B-Diplom und eine Trainerlaufbahn nach Karrierenende vorbereitet, nach vorne. Schon heute bezeichnet sich der Vater seines elf Monate alten Sohnes Lian auch als «Papi der Mannschaft».

«Ich opfere viel»

Fussball bedeutet für den Teamsenior, der im damals jugoslawischen Zvornik Geborenen und als Dreijähriger im Rahmen des Familiennachzuges nach Wangen an der Aare kam, dort Spielgruppe und Schule besuchte, sich einbürgern liess, die Rekrutenschule absolvierte, nicht alles. Mit der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die er im Mai 2018 abschloss, sowie der Familiengründung 2014 mit Marja verdeutlicht er, dass er, der als 17-Jähriger ein erstes und auf die Rückrunde 2015/16 ein zweites Mal zu den Ambassadoren kam, sein Leben nicht nur auf den Fussball ausrichtet.

«Ich opfere viel, deshalb gaben mir die Ferien mit der Familie viel Kraft und neue Energie, sodass ich den verspäteten Trainingsbeginn gerne in Kauf nahm», sagt Hasanovic, der gemeinsam mit Marc Du Buisson, Loïc Chatton und Raphael Koch beim FCS den Mannschaftsrat bildet.