Swiss League
Der Panik getrotzt: Der EHC Olten gewinnt bei den Ticino Rockets mit 5:2

Der EHC Olten hat seinen ersten "Dreier" der neuen Saison im Trockenen. Beim 5:2-Sieg in Biasca gegen die Ticino Rockets vermochte die Mannschaft von Headcoach Fredrik Söderström zwar nicht vollumfänglich zu überzeugen, fand aber am Ende doch noch den Weg zum wichtigen Sieg.

Marcel Kuchta
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Leonardo Fuhrer behauptet sich gegen Colin Fontana und Loic Vedova vom HC Biasca.
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Oltens Evgeni Chiriayev an der Bande gegen Timo Haussener.
Ticino Rockets - EHC Olten (11.10)
Trainer Fredrik Söderström konnte mit dem Beginn seines Teams zufrieden sein.
Simon Rytz beim 1:1 des HC Biasca.
Evgeni Chiriayev bejubelt seinen Treffer zum 3:1.
Oltner Jubel nach dem Treffer zum 3:1.
Biascas Torhüter Davide Fadani schaut der Scheibe nach.
Kampf um den Puck.
Oltens Torhüter Simon Rytz genehmigt sich einen Schluck Wasser.
Oltens Cyrill Sehen gegen Torhüter Davide Fadani und Enzo Guebey.
Timo Haussener vom HC Biasca versucht einen Schuss abzulenken.
Garry Nunn vor dem Tessiner Tor.

Leonardo Fuhrer behauptet sich gegen Colin Fontana und Loic Vedova vom HC Biasca.

Michela Locatelli/Freshfocus

Wenn ein Trainer bereits nach 27 Spielminuten sein Timeout nimmt, dann hat das in der Regel nichts Gutes zu bedeuten. So auch an diesem Sonntag-Nachmittag in der spärlich besuchten Raffeisen-Arena in Biasca. Der EHC Olten führte zu diesem Zeitpunkt zwar dank eines frühen Tors von Jewgeni Schirjajew mit 1:0 (4.), doch das Geschehen auf dem Eis entwickelte sich in eine Richtung, die Headcoach Fredrik Söderström nicht gefiel. Die Oltner gerieten gegen das Tessiner Farmteam zunehmend unter Druck. «Es machte sich Panik breit», wie Söderström feststellte. Es war eine Phase, in welcher deutlich wurde, dass dieser EHC Olten noch weit davon entfernt ist, ein stabiles Konstrukt zu sein. Kurz nach der Oltner Auszeit und drei Strafen später fiel dann zu allem Überfluss noch der Ausgleich.

Rechtzeitig den Rank Richtung Sieg gefunden

Doch die Mannschaft fand gerade noch rechtzeitig den Rank. Es war die kämpferisch auffällige, nominell vierte Sturmlinie mit Langnau-Leihgabe Rihards Melnalksnis, Esbjörn Fogstad Vold und Cyrill Oehen, die im wichtigen Moment ein Zeichen setzen konnte. Vor allem Oehen, der an der Bande mit Vehemenz die Scheibe behauptete und dann ideal auf Verteidiger Cédric Maurer zurücklegte, dessen Handgelenkschuss ins Rockets-Tor segelte (35.). Kurz darauf traf erneut Schirjajew nach einer herrlichen Passstaffette via Direktabnahme zum 3:1 für die Oltner (37.).

Doch auch nach dem 4:1 im letzten Drittel – Daniel Carbis lenkte einen Schuss von Dion Knelsen entscheidend ab (46.) – wollte keine Ruhe ins Spiel der Powermäuse kommen. «Wir schaffen es noch nicht, dass wir auf dem Eis die nötige Coolness finden», bemängelte Söderström das, was nach der scheinbaren Vorentscheidung folgte. Die Oltner kassierten wieder Strafen, die Rockets trafen zum 2:4 und hatten in der Folge weitere, gute Chancen, näher heranzukommen. Es hätte nicht viel gefehlt, und der EHCO hätte wieder im Panik-Modus agieren müssen.

Schirjajews Beförderung als Glücksgriff

So, aber brachte der EHC Olten endlich seinen ersten Vollerfolg der neuen Saison ins Ziel. Auch für Fredrik Söderström ein wichtiger Meilenstein. «Das tut unserem Selbstvertrauen sicher gut», sagte der Schwede, der besonders froh war, dass sich die offensive Aufwärtstendenz aus dem Ajoie-Spiel fortsetzte. Vor allem die «Beförderung» von Jewgeni Schirjajew neben die beiden Kanadier erwies sich als Glücksgriff. Damit hat Söderström seine gesuchte, offensive Leaderformation vorerst gefunden. Dahinter ist aber noch (zu) viel Stückwerk, was aufgrund der ständigen, durch Verletzungen bedingten Personalrochaden, aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Dass ausgerechnet die vierte Linie in Biasca eine gute Leistung ablieferte, hat seine Logik: «Wir sind dazu gezwungen, einfach zu spielen. Das hilft uns in dieser Situation», erklärte Cyrill Oehen.

Bleibt abzuwarten, ob die Oltner den Rückenwind aus diesem Sieg mitnehmen können. Die nächsten beiden Gegner heissen Zug Academy (Mittwoch, auswärts) und Sierre (Samstag, zu Hause). Sechs weitere Punkte müssten möglich sein. Das klappt aber nur, wenn das Selbstvertrauen der Panik keine Chance mehr gibt.

Telegramm

Ticino Rockets - Olten 2:5 (0:1, 1:2, 1:2)

Raiffeisen-Arena, Biasca. – 178 Zuschauer. – SR: Boujon/Unterfinger (Nater/Bichsel). – Tore: 4. Schirjajew (Nunn, Knelsen) 0:1. 31. Vedova (Matewa, Neuenschwander/Ausschluss Nater) 1:1. 35. Maurer (Oehen) 1:2. 37. Schirjajew (Knelsen, Nater) 1:3. 46. Carbis (Knelsen, Weder/Strafe gegen Rockets angezeigt) 1:4. 48. Krakauskas (Zangger, Haussener/Ausschluss Lüthi) 2:4. 59. Nunn (Rockets ohne Goalie) 2:5. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Rockets. 6-mal 2 Minuten gegen Olten.

Rockets: Fadani; Fontana, Guebey; Pinana, Matewa; Franzoni, Del Ponte; Pastori; Haussener, Cajka, Zangger; Ritzmann, Canova, Krakauskas; Lutz, Neuenschwander, Canova; Misani, Schwab, Deluca; Bionda.

Olten: Simon Rytz; Gurtner, Nater; Maurer, Weisskopf; Elsener, Lüthi; Heughebaert; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Hüsler, Fuhrer, Carbis; Schwarzenbach, Weder, Portmann; Oehen, Melnalksnis, Fogstad Vold; Daneel.

Bemerkungen: Olten ohne Wyss, Rexha, Fuss (alle verletzt) und Philipp Rytz (krank). – 27. Timeout Olten. 58. Timeout Rockets, ab 57:45 bis 58:36 ohne Goalie.

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