Eishockey
Der neue Thomas, ein bekanntes Gesicht im Schweizer Eishockey

Thomas Bäumle ersetzt im Tor des EHC Olten Namensvetter Thomas Kropf. Der gebürtige Oltner kehrt damit für zwei Spielzeiten in seine Heimat zurück. Wer die Nummer eins im Tor sein wird, zeigt sich jedoch erst nächste Saison.

Michael Forster
Drucken
Teilen
Am Dienstag nach 21 Minuten eingewechselt – darf er heute gegen seinen Ex-Verein von Beginn weg ran? Hr. Aeschbacher

Am Dienstag nach 21 Minuten eingewechselt – darf er heute gegen seinen Ex-Verein von Beginn weg ran? Hr. Aeschbacher

Aeschbacher

Es war in der Saison 2004/05, als Thomas Bäumle bereits einmal für zwei Spiele beim EHC Olten seine Aufwartung machte. Seit gestern Dienstag steht fest, dass sein nächster Zwischenhalt in Olten etwas länger dauern wird – nicht mehr zwei Spiele, sondern zwei ganze Spielzeiten lang. Bis vor kurzem war man selbst bei den Verantwortlichen des letztjährigen Playoff-Finalisten davon ausgegangen, dass Bäumles Namensvetter Thomas Kropf auch nächste Saison zusammen mit Michael Tobler das Tor hüten würde.

Die nominellen Nr. 2 des letzten Jahres hatte eine Offerte vorgelegen, welche der Berner Oberländer jedoch ausschlug. «Nachdem er die Frist für eine Vertragsverlängerung hatte verstreichen lassen, öffneten wir das Feld von Neuem», sagt EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli sinngemäss. Kropf sei weiterhin Kandidat geblieben, doch es kamen andere hinzu – und dann ging alles ganz schnell. Nachdem Bäumle sein Interesse bekundet hatte, sei man «sofort zusammengesessen», so Rötheli, und sich dann schnell einig geworden.

Mit der Verpflichtung Bäumles wird also auch in der nächsten Saison ein heisser Zweikampf um die Position der Nr. 1 im EHCO-Tor entbrennen. «Beide Goalies beginnen auf gleicher Höhe», spricht Rötheli von einer offenen Ausgangslage, wobei der Coach am Ende über die Nomination entscheide. So war Scott Beattie über die jüngste Verpflichtung denn auch immer im Bild. Rötheli: «Wie alle anderen Transfers ging auch dieser nach Rücksprache mit ihm über die Bühne. Die Beiden haben bereits miteinander telefoniert, und Scott freut sich auf den neuen Torhüter.»

Grundsätzlich erhofft sich der Geschäftsführer einen noch intensiveren Zweikampf auf der Goalieposition mit den entsprechenden Auswirkungen. «Diese Saison hat gezeigt, dass alles zusammenpassen muss, um erfolgreiche Playoffs spielen zu können und allenfalls einmal einen Final zu gewinnen.» Dem Transfer auf der wichtigsten Position kommt auch in dieser Hinsicht eine gewisse Bedeutung zu.

Nebst der Tatsache, dass mit dem gebürtigen Oltner viel Erfahrung, unter anderem aus sechs Länderspielen und mehr als 350 NLA-Spielen, ins Kleinholz kommt, sieht Peter Rötheli noch einen anderen Vorteil. «Dass Thomas in Grenchen aufgewachsen ist, erleichtert es uns vielleicht, in dieser Region einen Nagel einzuschlagen.» Sprich, die Sponsoring-Aktivitäten entlang der westlichen Kantonsgrenze zu intensivieren.

Investiert wurde vorgängig also in einen zweiten Torhüter. Die Überlegungen hätten durchaus in eine andere Richtung gehen können. Nämlich, hinter Michael Tobler eine klassische Nummer zwei zu verpflichten. «Sicher, das wäre eine Alternative gewesen. Doch heute gehen viele Clubs in die Richtung, zwei gute Goalies zu verpflichten», weshalb man nach der Kontaktaufnahme Bäumles nicht lange gezögert habe. Als Misstrauen gegenüber Tobler will man diese Verpflichtung aber überhaupt nicht verstanden wissen: «Das ist nicht im Geringsten eine Aktion gegen Tobler. Er und Kropf machten das in der letzten Saison wirklich gut, Tobler spielte zudem gute Playoffs.» Der Transfer Thomas Bäumle hat auch gezeigt, dass der EHC Olten mittlerweile doch aus einer Position der Stärke agieren kann. Der Verein, der sich in den letzten Jahren in jeder Beziehung nach oben gearbeitet hat, ist selbst für gestandene NLA-Spieler zur guten Adresse geworden.

Die Transferaktivitäten seien damit fürs Erste abgeschlossen. «Im Sturm sind wir komplett, bis auf die Ausländerposition.» Man stehe mit Scott Beattie täglich in Kontakt und habe gewisse Kandidaten im Auge: «Manchmal dauert es ein bisschen länger, bis sich ein Spieler zum Gang nach Europa entschliessen kann.» Was darauf schliessen lässt, dass es sich beim neuen EHCO-Import um ein neues Gesicht handeln dürfte. Zwar ist auch die Verteidigung mit bislang neun Spielern beachtlich bestückt, doch Rötheli lässt Raum für Spekulationen: «Unser Partner Brandis erhofft sich wiederum drei bis vier Spieler, die er regelmässig einsetzen kann», zudem könne es manchmal schnell gehen: «Man weiss nie.»

Aktuelle Nachrichten