Der Engelberg-Schwinget ist Geschichte. Es lebe der Munimatt-Schwinget. In den Jahren 2009 bis 2018 organisierte der Schwingklub Olten-Gösgen seinen Grossanlass jeweils auf dem Engelberg ob Dulliken. Nach neun Austragungen, die Ausgabe 2016 fiel dem schlechten Wetter zum Opfer, ist Schluss.

Am Sonntag findet das Schwingfest erstmals auf der Munimatte in Obergösgen statt. «Es geht nicht darum, die beiden Standorte und Feste gegeneinander auszuspielen», stellt OK-Präsident Rolf Wuethrich klar. «Wir hatten neun sehr schöne Jahre auf dem Engelberg und waren glücklich. Doch aufgrund der kommunizierten Umstände entschieden wir uns für die Veränderung.»

Im März hatte Wuethrich, Präsident des Schwingklubs Olten-Gösgen, dieser Zeitung erklärt, dass es dem Besitzer des Grundstücks auf dem Engelberg Sorgen bereite, dass das Schwingfest stetig wachse. Vor allem die zunehmende Zuschauerzahl und der damit verbundene Mehrverkehr hätten Vorbehalte ausgelöst. «Die Munimatte in Obergösgen bringt uns viele Vorteile», sagte Wüthrich. Das Gelände in Obergösgen sei nicht nur zugänglicher als der Engelberg, auch seien die Transportwege kürzer und die benötigen Infrastrukturen näher.

Das Sägemehl ist schon da

Der neue Standort erleichtert insbesondere die Aufbauarbeiten, die kürzlich starteten. Das Sägemehl beziehen die Organisatoren seit Jahren von einer Schreinerei in Zeglingen. «Das Wichtigste ist, dass das Sägemehl nass ist, wenn die Kämpfe stattfinden», verrät Wuethrich. «Wir werden wohl viel spritzen müssen am Sonntag.» Bereits morgen Samstag um 16 Uhr muss alles stehen auf der Munimatte. Dann ist die Platzabnahme. «Der Grossteil der Arbeit wird am Freitag erledigt, wenn alles Material angeliefert wird», so Rolf Wuethrich.

Er rechnet mit einem ähnlichen Zuschaueraufmarsch wie 2018 beim letzten Engelberg-Schwinget. Das heisst konkret 1400 bis 1500 Zuschauer. Und dies trotz des gleichzeitig stattfindenden Nordwestschweizerischen Jodlerfests in Mümliswil-Ramiswil, das die Schwinger laut Wuethrich wohl ein paar Zuschauer kostet. Andererseits habe er in den letzten Jahren in seinem Umfeld nicht selten gehört, dass der Weg hinauf auf den Engelberg zu beschwerlich sei, um diesen noch auf sich zu nehmen: «Ich denke, dass es einige Schwingfans gibt, die jetzt wieder kommen nach Obergösgen.»

Den Charakter beibehalten

Dass die Zuschauer in Obergösgen den Charme eines Bergfests vermissen werden, befürchtet er nicht. Auch der neue Standort biete ideale Voraussetzungen für eine schöne Ambiance: «Die Munimatte ist eine grosszügige Wiese, auf zwei Seiten vom Wald begrenzt. Die anderen zwei sind frei, eigentlich ähnlich wie die Gegebenheiten auf dem Engelberg, nur weniger hüglig.» Grundsätzlich seien die Organisatoren darauf bedacht gewesen, den typisch engelbergschen Charakter beizubehalten.

So steht denn auch im Festführer, dass der Verein die auf dem Engelberg begründete Schwingfest-Tradition auf der Munimatte fortsetzen will. «Wir wollen weiterhin ein familiäres und geselliges Fest bieten», präzisiert Wuethrich. Für den neuen Standort ist natürlich auch Obergösgens Gemeindepräsident Peter Frei, der schreibt: «Unsere Munimatte ist prädestiniert für ein Schwingfest. Hier wurden schon erfolgreich ein Nordwestschweizerisches Schwingfest und ein Solothurner Kantonalschwingfest durchgeführt. Beste Voraussetzungen, dass die Tradition weitergehen kann.»

Der Vorjahressieger ist Favorit

Der letzte Sieger auf dem Engelberg war Tiago Vieira. Gut möglich, dass der bald 28-jährige Aargauer mit elf Kränzen auch am Sonntag bei der Munimatt-Premiere auf den Schultern getragen wird. Die grössten Konkurrenten auf den Festsieg sind der Eidgenosse Remo Stalder aus Mümliswil, Marcel Kropf, ebenfalls aus Mümliswil, oder auch der Däniker Stephan Studinger.

Insgesamt treten in Obergösgen deren 15 Kranzschwinger an. «Das Tableau ist eher klein, weil wir erst im März definitiv wussten, dass das Schwingfest stattfindet», erklärt Wuethrich. Der erste Gang des Munimatt-Schwingets beginnt am Sonntag um 9.30 Uhr. Der Schlussgang ist auf 16 Uhr angesetzt.