Volleyball, NLA
Der Neo-Luganesi Brander kehrt mit gutem Gefühl zurück

Mit dem TV Schönenwerd gewann Fabian Brander Silber und Bronze – am Sonntag (16 Uhr, Erlimatt, Däniken) trifft er mit seinem neuen Verein auf seinen Ex-Klub. Anderthalb Saisons spielte Brander für den TVS.

Raphael Wermelinger
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Fabian Brander letztes Jahr noch im Schönenwerder Dress.

Fabian Brander letztes Jahr noch im Schönenwerder Dress.

Bei den Niederämtern komplettierte der Rothrister seine NLA-Medaillensammlung. Nachdem er mit Näfels bereits den Meistertitel feiern konnte, holte er mit dem TVS Bronze (2012/13) und Silber in der vergangenen Saison. Jetzt begibt er sich mit dem amtierenden Meister Lugano auf Goldjagd.

Brander hat sich schnell eingelebt und fühlt sich bereits wohl im Tessin: «Ich habe vom Klub eine schöne Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen, in der ich mit einem Teamkollegen lebe.»

Daran, dass er jetzt dort lebt, wo er früher auch schon mal seine Ferien verbrachte, habe er sich schnell gewöhnt: «Am Anfang war es aber schon speziell, obwohl ich ja immer noch in der Schweiz bin.» Die Sprache machte ihm indes von Beginn an keine Probleme, da er an der Kantonsschule vier Jahre Italienischunterricht hatte.

Ganzes Team umgekrempelt

Der 27-Jährige ist nicht der einzige Neuling beim Liga-Dominator der letzten zwei Jahre. Die Luganesi haben ihr Team gänzlich umgebaut. Elf Spieler verliessen den Verein, verpflichtet wurden nebst Brander neun neue Spieler.

Wieso diese vielen Wechsel? Im Mai wurde Luganos Präsident Davide Enderlin wegen Verdachts auf Betrug und Geldwäscherei verhaftet. Das habe bei einigen Spielern Verwirrung und Unsicherheit ausgelöst, sieht Brander einen Grund für die vielen Abgänge trotz des sportlichen Erfolgs, «der Grossteil der Spieler ist aber wegen Super-Angeboten ins Ausland gewechselt.»

Trotz der Rochaden lässt Brander den Ausdruck zusammengewürfelt für das Team nicht gelten: «Es sind zwar neun, zehn Spieler aus acht verschiedenen Ländern mit unterschiedlichsten Kulturen zusammengestossen

Doch man hat von Anfang an gemerkt, dass alle Profis sind und solche Situationen schon kennen.» Kommt dazu, dass mit dem Brasilianer Ciao de Prà und dem Mexikaner Tomas Aguilera zwei Spieler mit Lugano-Vergangenheit geholt wurden.

Unerklärliche Pleite

In der gesamten Saison 2013/14 verlor Lugano nur ein einziges Meisterschaftsspiel – in den Playoffs gegen Amriswil. So lange währte die Ungeschlagenheit in der aktuellen Saison nicht. Am vorletzten Spieltag mussten sich Brander und seine Teamkollegen überraschend dem zu diesem Zeitpunkt noch punktlosen Schlusslicht Lutry-Lavaux beugen. Und dies gleich mit 0:3.

«Das ist schwierig zu sagen», kann sich Brander den Aussetzer noch immer nicht richtig erklären, «wir haben sicher einen ganz schlechten Tag eingezogen. Die Einstellung hat ebenfalls nicht gestimmt, viele Spieler waren mit den Gedanken wohl schon beim nächsten Champions-League-Spiel und haben die Aufgabe zu wenig ernst genommen.»

Trotz dieser schon fast peinlichen Pleite bleibt den Tessinern aber der Status des meistgenannten Titelkandidaten. «Wir haben definitiv noch viel Luft nach oben», unterstreicht Brander die Favoritenrolle.

Keine Geheimnisse mehr

In der 7. Runde heisst nun die Affiche also Schönenwerd gegen Lugano. «Auf den Ex-Verein zu treffen, ist immer speziell», blickt Brander auf den Sonntag voraus, «ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben ein sehr starkes Team und sind motiviert, ein gutes Spiel zu zeigen.»

Zu seinen ehemaligen Teamkollegen hat er nur noch «sporadischen Kontakt». Mehr liege während der Saison nicht drin. «Ein paar Schönenwerder sehe ich jeweils im Zuge der Nationalmannschaft.» Dass er die Schönenwerder gut kenne, bringe ihm in der Partie vom Sonntag keinen Vorteil, meint Brander.

Tipps müsse er seinen Mitspielern ebenfalls nicht geben, denn: «Mittlerweile sind schon wieder sechs Runden gespielt. Wegen des Videostudiums gibt es keine Geheimnisse mehr.»