Unihockey Superfinal
Der nächste Expansionsversuch der (noch) Randsportart

In Kloten steigt morgen die grösste Unihockey-Party des Jahres. In der ausverkauften Kolping-Arena werden die Schweizer Meister bei den Frauen und Männern in einem Spiel ermittelt.

Daniel Weissenbrunner
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Mit dem Superfinal in der Klotener Kolping Arena will Swiss Unihockey den heimischen Markt weiter erschliessen.

Mit dem Superfinal in der Klotener Kolping Arena will Swiss Unihockey den heimischen Markt weiter erschliessen.

Keystone

Die Unihockeyaner haben geschafft, was den Eishockeyanern der Kloten Flyers in dieser Saison versagt geblieben ist. Sie werden die Kolping-Arena, die Heimstätte der Flyers, morgen Samstag bis auf den letzten Platz füllen. Sämtliche 7624 Tickets wurden im Vorverkauf für die beiden Spiele (Piranha Chur gegen Dietlikon bei den Frauen und Wiler-Ersigen gegen Malans bei den Männern) abgesetzt.

«Wir hätten noch bedeutend mehr Eintritte verkaufen können. Die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem», sagt Daniel Kasser, Projektverantwortlicher bei Swiss Unihockey für den Mega-Event. Bereits sind Überlegungen im Gange, sollte sich das Format bewähren, 2017 in eine grössere Halle umzuziehen. Im Gespräch ist das Hallenstadion in Zürich oder die Postfinance-Arena in Bern.

Drei Jahre nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land unternimmt der Verband einen weiteren ehrgeizigen Expansionsversuch, die Sportart breiter zu positionieren. Trotz grossen Anstrengungen ist Spitzen-Unihockey vornehmlich eine regionale Angelegenheit geblieben. Das Interesse beschränkt sich auf die traditionellen Hotspots im Bündnerland und im Kanton Bern. Das Tessin und die Romandie sucht man vergeblich und die angekündigte Gross-Offensive aus Zürich scheiterte in dieser Saison kläglich. Die Grasshoppers mit ihrem Superstar Kim Nilsson mussten ihre Meisterträume bereits in den Viertelfinals begraben.

Beide Spiele live auf SRF zwei

Aus PR-Sicht war das frühe Scheitern der Grasshoppers für den Superfinal denkbar ungünstig. Um den Schweizer Markt weiter zu erschliessen, wäre die Präsenz eines Kim Nilsson Gold wert gewesen. Dass der Anlass dennoch keine geschlossene Gesellschaft bleibt und die nötige Reichweite erzielen wird, dafür sorgt das Schweizer Fernsehen. SRF zwei überträgt morgen den Frauen- und den Männer-Final live (ab 13.20 Uhr).

Die Verantwortlichen von Swiss Unihockey konnten ihr Glück kaum fassen, als sie die Zusage aus dem Leutschenbach erhielten. «Wir hatten gehofft, dass die Männerpartie direkt gezeigt wird. Dass nun beide Spiele ausgestrahlt werden, übertrifft unsere Erwartungen», sagt Daniel Kasser. Es ist das erste Mal, dass SRF zwei eine Meisterschafts-Entscheidung im Unihockey überträgt; das nationale Fernsehen gibt der Sportart den Vorrang gegenüber Tennis, Kunstturn-WM und Formel-1-Qualifying. «An diesem Nachmittag steht für uns der Superfinal im Mittelpunkt», sagt Martin Zinser. «Unihockey hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt und trägt heute eine professionelle Handschrift», erklärt der Redaktionsleiter sportlive. Kommentiert werden die Spiele von Stefan Bürer, die Interviews im Stadion führt Sascha Ruefer.

Kritik am Format

Dass die bevorstehende Party angesichts der medialen Strahlkraft nicht bei allen Beteiligten auf Zustimmung stösst, mag erstaunen. Ausgerechnet Finalist Wiler-Ersigen steht dem neuen Format kritisch gegenüber. «Unser Sport wird hier dem Marketing-Altar geopfert», sagt Marcel Siegenthaler, der Sportchef des Serienmeisters. «Während im Eishockey diskutiert wird, ob die Lotterie Penaltyschiessen fair ist, schafft man im Unihockey gleich die Finalserie ab.» Die Gefahr eines Zufallsmeisters werde mit diesem Modus deutlich erhöht. In diesem Punkt muss sich Siegenthaler morgen allerdings keine Sorgen machen. Sowohl bei den Frauen wie bei den Männern stehen sich die Ersten und Zweiten aus der Qualifikation gegenüber.