Unihockey

Der Messi des Unihockeys in der Schweiz auf Titelmission

Kim Nilsson stürmt ab dieser Saison für die Grasshoppers.

Kim Nilsson stürmt ab dieser Saison für die Grasshoppers.

Diese Leichtigkeit, diese Eleganz. Mit Kim Nilsson spielt in dieser Saison einer der weltweitbesten Unihockeyspieler in der Schweiz. Das bekam gestern auch Meister Wiler-Ersigen zu spüren.

Kim Nilsson ist ein Künstler, ein Ballvirtuose. Dank seiner Technik, seinem Torinstinkt, seiner Intelligenz gehört er zum Besten, was das Unihockey momentan zu bieten hat, weltweit versteht sich. Der grosse Blonde (1,93 cm) mit dem präzisen Schuss, mit dem Spielwitz ist die Attraktion in der diesjährigen Schweizer Eliteliga. Mit 24 Punkten führt er die Skorerliste an.

Gelungen ist der Königstransfer dem Grasshopper Club, federführend in den Verhandlungen war Präsident Dario Pasquarelli. «Nach der WM 2008 habe ich gesagt: Irgendwann spielt Kim bei uns.» Die Verhandlungen zogen sich danach in die Länge. Zwei Jahre dauerte es, bis die Zürcher und Nilssons Verein AIK Solna sich geeinigt hatten.Der 26-Jährige soll die Grasshoppers zum langersehnten Titel führen. «Doch nicht nur das», sagt Dario Pasquarellio. Nilsson soll dem Schweizer Unihockey einen neuen Schub, eine Touch Glamour verleihen.

Nillson als Aushängeschild

Etwas, dass die Weltmeisterschaft im eigenen Land 2012 nicht schaffte. International spielt die Schweiz hinter Schweden und Finnland nach wie vor nur die dritte Geige. Und das erhoffte Zuschauerwachstum blieb ebenfalls aus. Bei GC ist man überzeugt, dass Kim Nilsson durch sein imposantes Auftreten, das Zeug besitzt, das Unihockey hierzulande neu zu positionieren. «Er ist nicht nur ein Ausnahmekönner, er vereint genügend Eigenschaften, um ein breiteres Publikum anzuziehen», so der GC-Präsident.

Obwohl die Zürcher im Merchandising mit Nilsson bisher zurückhaltend waren, haben sich die Besucherzahlen in den Heimspielen gegenüber der letzten Saison bereits verdoppelt. «Das gestiegene Interesse freut uns natürlich», sagt Dario Pasquarellio. Auch medial gibt es so viele Anfragen wie noch nie. Heute Sonntag strahlt das Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit im «Sportpanorama» einen Beitrag über Nilsson aus.

Grosse Investition

Umsonst ist das Blitzlichtgewitter für die Grasshoppers freilich nicht. Die Zürcher lassen sich die Investition des Unihockey-Messis einiges kosten. Nilsson ist der teuerste Spieler in der Geschichte des Schweizer Unihockey. Der frischgebackene Vater – Töchterchen Penny kam erst vor wenigen Wochen zur Welt – verdient pro Saison einen sechsstelligen Betrag. «Der Verein wäre nicht in der Lage, dies zu stemmen», erklärt Pasquarellio. Er kennt die Problematik. Vor einigen Jahren engagierten die Zürcher mit Niklas Jihde bereits einmal einen Superstar. Das gab intern böses Blut. Deshalb haben er und einige Personen aus dem Umfeld des Vereins das Portemonnaie geöffnet.

Bis jetzt geht die Rechnung auf. Meister Wiler-Ersigen wurde gestern beim 5:2-Sieg in Schach gehalten. Auch ohne weiteres Tor von Kim Nilsson. Der Blondschopf stellte sich in Dienst der Mannschaft. «Wichtig ist, dass wir als Team aufgetreten sind.» Der Star ist in der Schweiz angekommen – und mit ihm das Weltklasse-Unihockey.

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