Interclub-NLA

Der Ligaerhalt ist praktisch geschafft: Trotz erschwerter Bedingungen überzeugt der TC Froburg Trimbach

Yann Marti war im gestrigen Heimspiel gegen Nyon der einzige Trimbacher, der in seinem Einzel über drei Sätze musste.

Obwohl der TC Froburg Trimbach aufgrund eines Fehlers bei der Lizenzierung der ausländischen Verstärkungsspieler diese Saison in der Interclub-NLA nur mit Schweizer Spielern antritt, lebt der Traum von der Finalrunde.

Eigentlich hatten sich die Trimbacher ihre sechste Interclub-Saison in der Nationalliga A ganz anders vorgestellt. Sie hatten eine starke Truppe beisammen und wollten in den Kampf um den Schweizer-Meister-Titel eingreifen. Doch noch bevor der erste Ball der neuen Saison übers Netz flog, war klar, dass dieses Vorhaben nicht in die Tat umzusetzen ist.

Wegen eines Fehlers bei der Lizenzierung der ausländischen Verstärkungsspieler dürfen die Trimbacher in dieser Saison ausschliesslich Schweizer Spieler einsetzen. Und damit mussten auch die Ziele für die laufende Meisterschaft revidiert werden. Der Ligaerhalt hat nun oberste Priorität.

«Natürlich hätten wir lieber um den Meistertitel gespielt. Aber es nützt nichts, dieser Chance nachzutrauern. Wir müssen nach vorne schauen und das Beste aus der Situation machen», sagt Teamcaptain Bartolomé Szklarecki. «Meine Spieler haben die neue Situation professionell angenommen. Vor allem die Jungen haben sofort die Chance gesehen, dass sie zu mehr Einsätzen kommen und sind entsprechend motiviert.»

Ehrat punktet doppelt gegen den Titelverteidiger

Dass es für die Trimbacher in der neuen Konstellation eine schwierige Saison geben wird, zeigte die Auftaktbegegnung gegen die Titelverteidiger des TC Seeblick Zürich. In drei von sechs Einzelpartien waren die Trimbacher ohne reelle Siegeschance. Einzig der Teamleader Sandro Ehrat sorgte mit seinem Sieg gegen den ehemaligen Top-100-Spieler Mirza Basic für ein Ausrufezeichen.

Der Walliser Yann Marti verpasste den Sieg gegen Davis-Cup-Spieler Marc-Andrea Hüsler derweil nach zwei vergebenen Matchbällen nur ganz knapp. Da Ehrat und Nico Borter im Doppel noch einen weiteren Punkt gewinnen konnten, durften die Trimbacher dennoch zufrieden sein mit ihrem Saisonauftakt. «Das war ein positiver Start für uns. Sandro Ehrat hat eine ganz tolle Leistung gezeigt und auch die Jungen haben richtig Feuer ins Team gebracht», bilanzierte Szklarecki nach dem ersten Spieltag.

Klar war aber auch, dass diese zwei Punkte nicht viel wert sein würden, wenn die Trimbacher in der zweiten Begegnung gegen Nyon zu Hause nicht gewinnen würden. Die Westschweizer sind nämlich auf dem Papier das einzige Team, gegen das Trimbach zu favorisieren ist. Ein Sieg war daher in diesem Kräftemessen Pflicht. Ansonsten würde die Mission Ligaerhalt noch einmal schwieriger werden.

Souveräner Heim-Auftritt gegen Nyon

Entsprechend konzentriert gingen die Trimbacher am gestrigen Schweizer Nationalfeiertag auf der heimischen Anlage zu Werke. Neuverpflichtung Cristian Villagran zeigte nach einem 0:2-Rückstand eine vorzügliche Leistung und gewann gegen den Belgier Julien Dubail mit 6:2, 6:1.

Der Hägendorfer Mischa Lanz kam zu seinem Einzeldebüt in der höchsten Spielklasse und feierte einen souveränen 6:1, 6:2-Erfolg gegen Yannis Boson. Ebenfalls in zwei Sätzen gewannen Vullnet Tashi, Jonas Schär und Sandro Ehrat. Einzig Yann Marti musste gegen Aussenseiter Mathieu Guenat einen Satz abgeben, setzte sich aber im Champions Tie Break doch noch durch.

Damit sicherten sich die Trimbacher nach den Einzelspielen die Maximalausbeute von sechs Punkten. «Wir haben uns das zum Ziel gesetzt und konnten das Optimum herausholen. Ich bin sehr zufrieden, wie meine Jungs in den Einzelpartien gespielt haben», so Bartolomé Szklarecki. Und weil die Trimbacher auch in den abschliessenden Doppelmatches drei weitere Siege ins Trockene bringen konnten – zwei davon hauchdünn im Champions Tie Break –, haben sie nach zwei Spieltagen elf Punkte Vorsprung auf Nyon.

Damit ist der Ligaerhalt eigentlich so gut wie geschafft. Ja mehr noch. Die Trimbacher dürfen sogar von der Finalrunde träumen. Aktuell stehen sie auf dem dritten Rang in der Tabelle. Und der würde zur Teilnahme reichen. Allerdings warten in den nächsten drei Runden mit GC (Samstag, 11 Uhr, auswärts), Genf (Sonntag, 12 Uhr, daheim) und Neuenburg (Dienstag, 12 Uhr, daheim) drei nominell stärkere Teams. «Wir wollen uns die Chancen auf die Finalrunde so lange wie möglich offen halten», gibt sich Szklarecki kämpferisch.

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