Badminton
Der Ligaerhalt als Kraftakt wird wie ein Titel gefeiert

Team Solothurn bleibt nach einem Unentschieden gegen Argovia in der Nationalliga A. Die Solothurner sind froh, dass die Meisterschaft für sie nun doch noch ein gutes Ende gefunden hat.

Daniel Weissenbrunner
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Christian Bösiger musste an seine Grenzen gehen
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Sanya Herzig (links) und Monika Fischer vom Team Solothurn beglückwünschen sich
Solothurn-Trainer Carlos Prieto gibt Monika Fischer Anweisungen
Badminton: Team Solothurn spielt Unentschieden gegen Argovia
Der kanadische Spielertrainer Andrew Dabeka vom Team Argovia entscheidet das letzte Duell für sich

Christian Bösiger musste an seine Grenzen gehen

Christian Boss

Den Grundstein zum Ligaerhalt legten die Solothurner mit einem 6:2-Sieg gegen den BC Genf. Gegen das Team Argovia reichte somit bereits ein Remis zum Erreichen des Minimalziels. Dem überzeugenden Auftritt am Samstag folgte eine konzentrierte Leistung am Sonntag.

In einer spannenden Partie holte sich der amtierende Meister das notwendige Unentschieden. Es war der Schlussstrich hinter eine bewegte Saison mit einigen Höhen und Tiefen. Zu dieser Feststellung gelangte auch Carlos Prieto. «Immerhin, die Meisterschaft hat für uns doch noch ein gutes Ende gefunden», sagte der Teammanager und Sportchef sichtlich erleichtert.

Die Titelverteidigung stand für die Solothurner von Beginn an ausser Reichweite. Im Gegensatz zu den Spitzenteams beteiligte sich der Klub nicht am Aufrüsten auf den Ausländerpositionen. Mit vielen Transfers wurden die Kräfteverhältnisse in der Nationalliga A kräftig durchgeschüttelt.

«Wir können uns das finanziell nicht leisten und es entspricht auch nicht unserer Philosophie», erklärt Carlos Prieto. Auf der anderen Seite ging der Verein mit dieser Zurückhaltung ein hohes Risiko ein. «Das war uns bewusst, aber selbst ein Abstieg hätte für uns als Klub nicht das Ende bedeutet», verteidigt Prieto die Personalpolitik.

Reglementänderung vorgesehen

Der Verband Swiss Badminton hat seinerseits die Problematik in der Ausländerregelung erkannt und schlägt für die kommende Saison eine Anpassung vor. Neu sollen in den Partien sechs Spielerinnen oder Spieler mit Schweizer Beteiligung eingesetzt werden, anstatt bisher fünf. Carlos Prieto ist Mitglied der Nationalliga-Kommission und zuversichtlich, dass die Modifizierung von den Klubvertretern angenommen wird.

Unabhängig vom Ausgang des Entscheids, müssen die Solothurner in der Kaderstruktur einige Überlegungen anstellen. Die Zukunft von Michael Lahnsteiner, der Nummer 1 im Team, ist noch nicht geklärt. Nicht zuletzt von seinem Entschluss hängt es ab, inwieweit die Mannschaft ein neues Gesicht erhält. Die Gespräche mit dem Österreicher sollen in der kommenden Woche stattfinden.

Chance für Olympia packen

Bedeckt gibt sich die Nummer 1 der Schweiz, Christian Bösiger. Seine kurzfristige Planung gilt nicht dem Verein, sondern der Qualifikation für die Olympischen Spiele in London. Dafür wäre ein Vordringen in die Viertelfinals an den Europameisterschaften in Karlskrona (Schweden) nötig.

«Es wird schwierig, aber sollte sich eine Chance ergeben, versuche ich sie zu packen», hofft die aktuelle 112 der Weltrangliste. Über weitere Plan- und Rechenspiele wollten er und seine Kollegen sich am Sonntagabend nicht aufhalten. Der Noch-Meister machte auf dem Heimweg in Hägendorf Halt und feierte in einem Restaurant den erfolgreichen Saisonabschluss – den Ligaerhalt.