Kunstturnen
Der «König» des Turnfests kommt aus Wolfwil

Der Turnfestsieger am Solothurner Kantonalen im Kunstturnen heisst Simon Nützi. Der 21-Jährige aus Wolfwil gewann mit 0,550 Punkten auf den Zweitplatzierten.

Michael Schenk
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Simon Nützi holte sich in der Einzel-Königskatgorie die Goldmedaille.

Simon Nützi holte sich in der Einzel-Königskatgorie die Goldmedaille.

Michael Schenk

In Abwesenheit von Nils Haller, dem zweifachen Gerätefinal-Teilnehmer an der Europameisterschaft dieses Jahres in Montpellier (7. an den Ringen und am Barren), gebührte die Favoritenrolle um den Turnfest-Thron am Solothurner Kantonalen 2012 in Balsthal Simon Nützi. Der 21-Jährige, der seit eineinhalb Jahren dem Nationalkader angehört und folglich als Profi in Magglingen lebt und trainiert, wusste denn die Gunst der Stunde auch zu nutzen. Haller, der den Turnfestsieg eh nicht hätte holen können da er derzeit infolge einer Knieverletzung nur an vier Geräten (ohne Boden und Sprung) turnt, musste aus familiären Gründen passen.

So wies Nützi am Ende einen Vorsprung von 0,550 Punkten auf den zweitplatzierten Philipp Friedli vom TV Oberbuchsitten auf. Letzterer gehört dem Sichtungskader des STV an. «Am Reck wurde ich eher etwas hoch und Philipp aus meiner Sicht eher zu tief bewertet», hielt Sieger Nützi fest. «Sonst wäre es noch um einiges enger geworden.» Der Turnfestsieger war sich dessen bewusst, dass er sich keinen groben Schnitzer erlauben konnte. «Ich bin denn auch nicht das letzte Risiko eingegangen», so der Weltcup-Teilnehmer in Osijek dieses Jahres.

Auch mit dem Verein im Einsatz

Es sei eine besondere Ehre für ihn als gebürtigem Solothurner, diesen Titel am Kantonalen Turnfest zu gewinnen, räumte Simon Nützi ein. «Schliesslich kann man nur alle sechs Jahre Turnfestsieger werden – das ist schon speziell.»

Dass der Solothurner Verband vor einiger Zeit die Tradition abgeschafft hat, dem Turnfest-König mit einem Kranz zu ehren, stört Nützi nicht sonderlich. «Ich glaube, die Kränze waren unter den Turnern eh vor allem Staubfänger. Also mir persönlich ist eine Medaille lieber.» Und diese, aus Gold, hat er auch bekommen. Und noch etwas wird er wohl in sechs Jahren am nächsten Kantonalen zur «Belohung» erhalten: Den Job des Wettkampfleiters.

Thomas Schneitter, der das Amt heuer ausgeübt hat, war 2006 Turnfestsieger im Kunstturnen. Peter Dürrenmatt, Sieger von 1994 in Olten, war es sechs Jahre später ebenfalls Wettkampfleiter. «Wenn ich das gewusst hätte», lächelt Simon Nützi. «Aber dann wird es wohl so sein», meint er.

Mit TV Wolfwil im Einsatz

Dank einer Ausnahmebewilligung seitens der Kaderverantwortlichen, darf der Spitzenturner nächstes Wochenende mit seinem Verein, dem TV Wolfwil, in der Gerätekombination unter anderem mit seinem Bruder an den Start gehen. «Ich werde am Boden und Barren mitturnen», so Nützi. Und danach wohl auch noch unter den Turnerinnen und Turnern ein paar gesellige Momente verbringen. «Davon gehe ich aus»,hält der Turnfest-König von Balsthal.