Vor 4500 Zuschauer lieferten sich der SC Langenthal und die SCL Tigers ein NLB-Duell auf höchstem Niveau – spielerisch und kämpferisch. Die Nase vorne hatte letztlich der «kleine» SC Langenthal, der nach einer 3:0-Führung den 3:2-Sieg nicht mehr hergab.

Erstmals Full-House in «Quali»

Nach 20 Jahren war es am Dienstagabend erstmals wieder so weit. Die beiden SCLs trafen in einem Meisterschaftsspiel aufeinander, erstmals in der zweithöchsten Schweizer Liga. Entsprechend der Affiche freuten sich 4500 Zuschauer auf das hochgelobte Derby zwischen den Kantonsrivalen oder anders gesagt, der Schoren war proppenvoll.

Im Falle des zu Hause auftretenden SC Langenthals war dies erstmals während eines Qualifikationsspiels der Fall. Ein Umstand, der die Spieler einerseits «pushte» und andererseits ein bisschen nervös werden liess.

Tigers zu Beginn dominierend

Zu Beginn hatten dadurch die gastierenden Tigers die Nase vorne; wobei sie ihre Konkurrenten kaum Luft holen liessen. Das Tor von Marc Eichmann stand unter Dauerbeschuss, dieser wehrte aber Chance um Chance, teils spektakulär, ab. «Mir kam es irgendwie vor, als würden wir gegen Lausanne spielen. Sie haben viele Chancen, wir machen aber das Tor», erklärte der Oberaargauer Keeper treffend.

Eben dieses 1:0 fiel dann in der 11. Minute, als Joël Fröhlicher nach einem Bully-Sieg an der blauen Linie schoss und Patrick Meyer die Scheibe im Slot ablenkte. Der neben dem Schoren aufgewachsene Langenthaler liess seinen Emotionen freien Lauf und zeigte den mit dem Tor verbundenen Befreiungsschlag auf. «Das erste Saisontor gegen Langnau im Derby vor ausverkauftem Haus erzielt – dieses Gefühl hat gut getan.»

Gemperli mit der Vorentscheidung

Damit war aber noch nicht genug. Während der grosse SCL aus dem Emmental seine Chancen nicht verwertete, blühte der kleine aus dem Oberaargau zusehends auf. Vermehrt kamen die Gastgeber zu Konter. Erst im zweiten Drittel aber schlug die Horak-Crew daraus auch Kapital. Die Tigers waren kaum aus den Kabinen heraus gekommen schoss Stefan Tschannen die Scheibe nach einem Querpass direkt ins Gehäuse.

2:0 für Langenthal – die Tigers, die aufgrund einer Verletzung von Remo Giovannini mit Lorenzo Croce im Tor starteten – schienen doch leicht überrascht ob dieser Situation. Die Langenthaler kämpften mit Händen und Füssen und setzten sich beherzt für den Erfolg ein. Belohnt wurden sie nur wenig später. Nach einem «Buebetrickli» von Pascal Gemperli in der 32. Minute stand es 3:0.

Über die Runden gezittert

Ein Derby wäre aber kein Derby, wenn die Tiger damit ausgejagt gehabt hätten. Trotz schwacher Chancenauswertung in der ersten Phase des letzten Abschnittes, sollte es gegen Ende erneut gefährlich werden. Deny Bärtschi (51.) und Tomas Kurka (55.) brachten die Emmentaler wieder auf 2:3 heran. Das Zittern der Einheimischen konnte beginnen.

Während Brent Kelly in Überzahl etwas überhastet agierte und die Entscheidung alleine vor dem Tigers-Gehäuse verfehlte, zeigte Eichmann eine überaus herausragende Leistung. Mit ein bisschen Glück und dem Ablaufen der Zeit brachten die Gastgeber den Sieg über die Runden. «Ich mag solche Spiele», quittierte Best-Player Marc Eichmann. «Es läuft etwas vor meinem Tor. Sie hatten viele Chancen und mein Team hat mir meine Leistung mit den Toren zum Sieg gedankt. Eben wie gegen Lausanne…»