Mountainbike
Der Kampf um eine Top-Platzierung

Am Wochenende finden in Saalfelden Leogang in Österreich die Weltmeisterschaften im Mountainbike statt. Mit dabei sind auch zwei Nachwuchsfahrer aus dem Kanton Solothurn. Nick Burki aus Derendingen startet in der Kategorie U23, während Luke Wiedmann in der U19-Kategorie an den Start geht.

Nicolas Blust
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Luke Wiedmann will an der Mountainbike-WM auf das Podest fahren.

Luke Wiedmann will an der Mountainbike-WM auf das Podest fahren.

Swiss Cycling/EGO-Promotion

Es ist eine spezielle Saison für die Schweizer Mountainbike-Fahrer. Monatelang trainierten die Athleten von Swiss Cycling mit der Ungewissheit, ob überhaupt noch Rennen gefahren werden. «Es war am Anfang schwierig, sich für das harte Training zu motivieren», sagt Nick Burki, U23-Fahrer aus Derendingen. Normalerweise haben die Fahrer ein Ziel vor Augen, auf das sie hinarbeiten. In dieser Saison war das nicht der Fall: «Wir wussten lange nicht, welche Wettkämpfe überhaupt stattfinden werden.»

Der 22-Jährige wollte in seiner letzten Saison in der Kategorie U23 noch einmal unter Beweis stellen, dass er bereit ist für den Sprung in die Elite. Statt Wettkämpfe zu bestreiten, musste Burki jedoch zu Hause Basisarbeit verrichten. «Ich sah die Pause als Chance, meine Schwächen gezielt zu verbessern», sagt Burki über sein Training im Frühjahr. Das Ganze zeigte Wirkung und Burki resümiert: «Ich gehe gestärkt aus der langen Pause.» Die neu gewonnene Ausdauer, die vor allem durch lange Intervall-Einheiten gefördert wurde, schlägt sich auch in den Leistungsdaten nieder. Diese sind besser als noch vor der Corona-Pause.

Gelungene Generalprobe in Tschechien

Dass die Form pünktlich auf die Weltmeisterschaften in Leogang stimmt, zeigte sich auch am vergangenen Wochenende. In Nove Mesto erzielte der Derendinger mit einem 19. Platz sein bestes Resultat im U23-Weltcup. Die Generalprobe für die WM in Österreich ist also gelungen. Und das trotz schlechter Startnummer, die aufgrund der gesammelten Weltcuppunkte vergeben wird.

Die hohe Startnummer wird auch an der Weltmeisterschaft in Leogang zum Handicap für Burki, wo er mit der Nummer 60 an den Start geht. «Man kann auf der WM-Strecke nicht gut überholen. Trotzdem versuche ich, möglichst schnell Plätze gutzumachen», sagt der Derendinger mit Blick auf das WM-Rennen. Ohnehin geht der 22-jährige Solothurner mit breiter Brust an den Start. «Ich habe gut trainiert und die Form stimmt.» Am Freitag erwartet Burki ein hartes Rennen: «Die Strecke hat drei extrem steile Anstiege.» Das Terrain könnte dem Derendinger, der keinen bevorzugten Streckentyp hat, entgegenkommen. «Die Strecke sollte mir liegen.» Deshalb gibt Burki für das Rennen am Freitag auch eine Platzierung unter den besten 20 als Ziel an.

Schweizer Meister mit grossen Ambitionen

In der Kategorie U19 steht mit Luke Wiedmann der aktuelle Schweizer Meister im Cross-Country am Start. Auch für Wiedmann gilt es, an der WM noch einmal sein ganzes Können zu zeigen. Denn auch ihm steht der Wechsel in eine höhere Stufe bevor. Ab nächstem Jahr wird sich der 18-jährige Bellacher in der Kategorie U23 beweisen müssen. «Ich muss ein gutes Resultat erzielen, um nächste Saison eine möglichst gute Platzierung zu erhalten», sagt Wiedmann mit Blick auf das Rennen.

Dabei hofft er, dass ihm eine ähnlich starke Leistung gelingt wie diesen Sommer an den nationalen Titelkämpfen in Gränichen, wo er den Meistertitel als Solist einfuhr. «Das war sehr emotional für mich. Ich hatte immer Pech mit Stürzen und Krankheiten bei den vorherigen Schweizer Meisterschaften», blickt Wiedmann auf das Rennen zurück. «Alles ging perfekt auf. Ich konnte von vorne fahren und attackierte in der letzten Runde. Danach kam ich als Solist im Ziel an.»

Die WM-Strecke in Leogang weist ein ähnliches Höhenprofil wie der Parcours in Gränichen auf. Es geht ständig bergauf und bergab. Wiedmann bilanziert: «Die Strecke liegt mir gut. Ich mag es, wenn es ständig rauf und runter geht.» Für das Rennen am Donnerstag erhofft sich der 18-Jährige, dass sich früh eine kleine Spitzengruppe bildet.

Sowieso will Wiedmann das Rennen offensiv gestalten: «Ich werde versuchen, am Anfang eine Vorentscheidung herbeizuführen, dabei aber nicht schon alle Körner verschiessen.» Mit seiner Form ist er sehr zufrieden. Deswegen traut sich der Bellacher auch eine Top-Platzierung zu: «Ich hoffe, eine Medaille gewinnen zu können.» Vielleicht kann Luke Wiedmann seine Leistung von Gränichen wiederholen und steht am Schluss zuoberst auf dem Podest. Damit hätte er nächste Saison auch eine Top-Platzierung in der Kategorie U23 auf sicher.