Swiss League Playoffs
Der K.O.-Schlag kurz vor Mitternacht: Olten verliert epischen Playoff-Krimi gegen Langenthal

Erst in der dritten Verlängerung fiel die Entscheidung: Der SC Langenthal gewann auch das zweite Playoff-Spiel gegen den EHC Olten nach über 104 Minuten (!) mit 4:3. Aus Oltner Sicht war diese Niederlage sehr bitter: Die Powermäuse vergaben im letzten Abschnitt eine 3:1-Führung und in der Verlängerung einige grosse Chancen. Nun stehen sie mit einem 0:2-Rückstand in der Serie da.

Marcel Kuchta
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Nun wird es richtig schwierig: Kann der EHCO am nächsten Sonntag auf den 0:2-Rückstand reagieren?
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Swiss League, Playoffs 1/4-Final 2.Spiel, SC Langenthal - EHC Olten
Besonders ärgerlich aus Oltner Sicht: Im letzten Abschnitt vergibt der EHCO eine 3:1-Führung.
Die Powermäuse liegen nun in der Serie gegen Langenthal mit 0:2 zurück.
Der EHC Olten kassiert in der 104. Minute den entscheidenden Gegentreffer.
Nach 100 Minuten Eishockey gibt es im Schoren noch immer keinen Sieger!
Auch in der 2. Overtime lassen sich weder Simon Rytz noch Philp Wüthrich bezwingen.
Beide Teams suchen in der Overtime die Entscheidung – ein Tor will aber auf beiden Seiten nicht gelingen.
Frederik Söderström versucht sein Team nach vorne zu peitschen.
Der EHC Olten muss auch in der 2. Playoff-Partie gegen Langenthal in die Overtime.
Der SC Langenthal macht dem EHC Olten das Leben schwer.
Die Powermäuse können im 3. Drittel nicht mehr auf den Doppelschlag reagieren.
Der EHCO verspielt einen sicher geglaubten Sieg in der regulären Spielzeit.
Simon Rytz ist fassungslos nach dem Ausgleich.
Langenthal schenkt Olten innerhalb der letzten zehn Minuten zwei Tore ein.
Die Langenthaler Reaktion folgt prompt.
Esbjoern Fogstad Vold kann für den EHCO auf 3:1 erhöhen.
In der 48. Minute riecht es nach Auswärtssieg im Schoren.
Der SC Langenthal startet mit einem Rückstand in das letzte Drittel.
Stan Horansky behauptet die Scheibe hinter dem Langenthaler Kasten.
Der EHC Olten dominiert das 2. Drittel gegen den SC Langenthal.
Evgueni Chiriayev beschäftigt die Langenthaler Defensive.
Emotionen pur: Evgueni Chiriayev bejubelt seinen zweiten Treffer.
Wieder ist es Evgueni Chiriayev, der Olten in Führung bringt.
Nach zwei Minuten im mittleren Abschnitt geht der EHCO erneut in Front.
Der Olten-Anhang hat im zweiten Abschnitt Grund zum Feiern.
Nach einem Drittel müssen sich die Teams mit einem Unentschieden begnügen.
Kurz vor der Pause kann Langenthal ausgleichen: Dario Kummer trifft zum 1:1.
Garry Nunn ackert vor dem eigenen Tor.
Topskorer Dion Knelsen kann im ersten Drittel nichts Zählbares verbuchen.
Der SC Langenthal kommt nach dem Gegentreffer besser in die Partie.
Philip Wüthrich muss nach einem satten Schuss von Evgueni Chiriayev hinter sich greifen.
Olten geht im ersten Powerplay der Partie in Führung.
Evgueni Chiriayev bejubelt seinen Treffer zum 1:0 nach zehn Minuten.
Luca Christen scheitert an Olten-Goalie Simon Rytz.

Nun wird es richtig schwierig: Kann der EHCO am nächsten Sonntag auf den 0:2-Rückstand reagieren?

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Kurz vor Mitternacht erbebte die Schorenhalle unter dem Jubel der Langenthaler Anhänger. Eben hatte Verteidiger Mathieu Maret in der 105. (!) Spielminute, also in der dritten (!) Verlängerung, den Siegtreffer für seine Mannschaft erzielt. Während die SCL-Spieler ihren zweiten Triumph im zweiten Viertelfinalduell feierten, reihten sich die geknickten Oltner für die offiziellen Ehrungen auf, um dann das Eis mit hängenden Köpfen zu verlassen.

Diese Niederlage schmerzt ungemein. Daran gibt es keine Zweifel. Und es wird brutal schwierig, diesen neuerlichen Verlustgang bis am Sonntag-Nachmittag (17.30 Uhr), wenn im Kleinholz bereits das dritte Duell über die Bühne geht, aus den Köpfen zu vertreiben - und vor allem, die Müdigkeit zu verbannen. "Das ist der Sport, von seiner schönsten und seiner brutalsten Seite", befand EHCO-Trainer Fredrik Söderström bei seiner Analyse. Doch der Schwede hatte auch schon wieder Mut gefasst: "Aber ich habe in den Augen meiner Spieler gesehen, dass sie noch lange nicht aufgegeben haben."

Besser gespielt, trotzdem verloren

In der Tat: So bitter diese Niederlage letztlich auch zustande gekommen sein mag. Die Oltner zeigten sich im Vergleich zum ersten Playoff-Duell (4:5 n.V.) verbessert, schafften es aber trotzdem nicht, den so wichtigen, ersten Sieg ins Trockene zu bringen. Man muss der Mannschaft vor allem den Vorwurf machen, dass sie nicht in der Lage war, einen späten 3:1-Vorsprung während der regulären Spielzeit über die Runden zu bringen. Zweimal Jewgeni Schirjajew und Esbjörn Fogstad Vold hatten für Grünweiss getroffen. Sieben Minuten vor der Schlusssirene schienen die Oltner einem einigermassen ungefährdeten Auswärtssieg entgegenzusteuern. Aber eben: Der Schein trügte.

Der EHC Olten, Playoff-Ausgabe 2020, macht weder sich noch seinen Anhängern das Leben leicht. Im Gegenteil: Man findet immer wieder unergründliche Wege, sich selbst in Schwierigkeiten zu manövrieren. Und so war es auch in diesem zweiten Viertelfinal-Duell gegen Langenthal. Erst liess der ansonsten starke EHCO-Goalie Simon Rytz einen harmlos aussehenden (aber abgelenkten?) Weitschuss von Mika Henauer zum 2:3 passieren. Kurz darauf wanderte Lukas Haas für ein unnötiges Foul in der offensiven Zone auf die Strafbank. Mit der Konsequenz, dass Mathieu Maret 66 Sekunden nach Henauers Anschlusstreffer der Ausgleich zum 3:3 gelang. Wieder hatten die Oltner die spielerisch limitierten, aber cleveren Langenthaler ins Spiel zurückgebracht. Was sich schliesslich bitter rächen sollte.

Die Ladehemmung der ersten Sturmlinie

Zumal der EHCO vor allem in der zweiten Verlängerung ein halbes Dutzend beste Chancen besass, das Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Doch ausgerechnet in dieser Phase lief Langenthals Goalie Philipp Wüthrich wieder einmal zu Hochform auf. Wer die Tore nicht macht, der bekommt sie irgendwann selber. Diese alte Weisheit bewahrheitete sich schliesslich in der 5. Minute der dritten Verlängerung auf bittere Art und Weise für die Oltner.

Wie geht es jetzt weiter? Es ist klar, dass die Luft nun langsam dünn wird für die Oltner. Am Sonntag ist ein Sieg vor eigenem Publikum fast Pflicht, will man sich noch realistische Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen. Dazu braucht es aber noch einmal eine erhebliche Steigerung. Vor allem von der ersten EHCO-Sturmlinie mit Dion Knelsen, Garry Nunn und Stan Horansky. Das Trio erarbeitete sich vor allem in der Verlängerung viele Chancen, blieb aber im Abschluss erfolglos. Ohne die Hilfe dieses Leaderblocks, wird er für die Powermäuse schwierig.

Gibt es eine Goalierochade?

Gut möglich auch, dass Fredrik Söderström am Sonntag mit einer Goalierochade einen Impuls zu setzen versuchen wird. Simon Rytz erledigte seinen Job im zweiten Viertelfinal zwar gut, aber vielleicht würde ein Wechsel bei den Torhütern mit dem Einsatz von Silas Matthys eine andere Dynamik ins Team bringen.

Klar ist: Noch ist nichts verloren. Die Oltner brauchen immer noch vier Siege, um in den Halbfinal zu kommen. Die Langenthaler inzwischen aber nur noch deren zwei. Höchste Zeit, dass der EHCO jetzt endlich den nächsten Gang findet. Sonst droht der totale Motorschaden.

Telegramm

SC Langenthal - EHC Olten 4:3 (1:1, 0:1, 2:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.

Schoren. – 3103 Zuschauer. – SR: Eichmann/Weber (Huguet/Gurtner). – Tore: 11. Schirjajew (Haas, P. Rytz; Ausschluss Rüegsegger) 0:1. 18. Kummer (Benik, Küng) 1:1. 22. Schirjajew (Fogstad Vold, Haas) 1:2. 48. Fogstad Vold (Sartori, Lüthi) 1:3. 54. Henauer 2:3. 55. Maret (Küng; Ausschluss Haas) 3:3. 105. (104:41) Maret (Suleski, Melsnalskis) 4:3. – Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Bircher) gegen Langenthal. 8-mal 2 Minuten gegen Olten.

Langenthal: Wüthrich; Weber, Christen; Henauer, Pienitz; Bircher, Maret; Suleski; Tschannen, Clark, Sterchi; Benik, Kummer, Küng; Gerber, Kläy, Derungs; Nyffeler, Melnalksnis, Rüegsegger; Gyger.

Olten: Simon Rytz; Philipp Rytz, Weisskopf; Eigenmann, Rouiller; Sartori, Lüthi; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Fogstad Vold, Schirjajew, Schwarzenbach; Wyss, Rudolf, Haas; Weibel, Salzgeber, Weder; Lanz.

Bemerkungen: Olten ohne Elsener, Heughebaert und Rexha (alle überzählig). Langenthal ohne Müller, Walz (beide verletzt) und Wieszinski (überzählig).

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