Der HC Laupersdorf ist auf Titelverteidigungs-Kurs. Die Thaler verloren diese Saison nur ein Spiel in der Qualifikation und steigen am Wochenende als Favoriten in die Playoffs. Einen grossen Anteil am Erfolg hat Nicola Di Santo. Der Oltner absolvierte in der Qualifikation 13 von 14 Spielen, erzielte 34 Tore und lieferte 31 Vorlagen.

Ergibt im Schnitt einen beeindruckenden Wert von fünf Skorerpunkten pro Spiel. «Das freut mich natürlich. So viele Punkte habe ich noch nie erzielt», sagt Di Santo und fügt mit einem Grinsen im Gesicht an: «Ich habe aber auch noch nie so viele Spiele in einer Saison bestritten.»

Der 24-Jährige trägt seit fast zehn Jahren das Trikot des HC Laupersdorf. Mit den Novize-Junioren wurde er einmal Schweizer Meister, mit dem HCL-Fanionteam zweimal. Zuletzt im vergangenen Jahr. Sein Einfluss war 2017 indes gering. Der Logistiker kam nur zu fünf Einsätzen.

«Zuerst habe ich mir das Knie kaputtgemacht. Und als ich wieder fit war, zerschnitt ich mir bei der Arbeit die Achillessehne», begründet Di Santo. Nicht die ersten Rückschlage; Verletzungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Karriere des ehemaligen EHC-Olten-Juniors.

Lange Verletzungshistorie

2013 wurde er von einer Hüftoperation zurückgeworfen. Einen Bruch des Schlüsselbeins musste er ebenfalls bereits erleiden. Diese längeren Ausfälle schmerzten zwar, noch mühsamer seien aber die «vielen kleinen Sachen» wie Zerrungen und andere Muskel- und Bänderverletzungen gewesen.

Obwohl diese seine Karriere immer wieder ins Stocken brachten, hatte Di Santo nie die Schnauze voll vom Sport und konnte sich immer wieder neu motivieren. Seit letztem August ist er unter den Fittichen von Personal Trainer Marius Nydegger aus Solothurn. Diese Massnahme scheint zu fruchten: «Ich fühle mich so fit wie noch nie.»

«Wir konnten bis jetzt nicht immer, oder eigentlich sogar sehr selten, unser bestes Inlinehockey zeigen. Die Pucks sind zum Glück trotzdem reingefallen», sagt Nicola Di Santo, Angreifer beim HC Laupersdorf und NLA-Topskorer

«Wir konnten bis jetzt nicht immer, oder eigentlich sogar sehr selten, unser bestes Inlinehockey zeigen. Die Pucks sind zum Glück trotzdem reingefallen», sagt Nicola Di Santo, Angreifer beim HC Laupersdorf und NLA-Topskorer

Dies will er in den Playoffs beweisen. Der sechste Titelgewinn in der Vereinsgeschichte ist seit Saisonbeginn das klare Ziel der Laupersdörfer. «Dass wir in der Quali 13 von 14 Spielen gewinnen würden, konnten wir aber nicht erwarten», sagt Di Santo. Am Ende resultierten acht Punkte Vorsprung auf die Keyplayers Embrach.

Im Vorjahr mussten die Thaler bis zum Ende der Qualifikation um den Einzug in die Playoffs bangen. Danach waren sie allerdings nicht mehr zu bremsen. Luft nach oben sieht der Topskorer aber auch jetzt: «Wir konnten bis jetzt nicht immer, oder eigentlich sogar sehr selten, unser bestes Inlinehockey zeigen. Die Pucks sind zum Glück trotzdem reingefallen.»

Ein heisser Halbfinal-Fight

Drei komplette und ausgeglichene Linien, die wohl besten zwei Goalies der ganzen NLA, die nötige Prise Routine sowie die optimale Mischung aus Teamplayern und Einzelspielern, nennt Nicola Di Santo als Erfolgsfaktoren des fünfmaligen Schweizer Meisters. «Wir sind seit Saisonbeginn die Gejagten und nach dieser Quali sowieso», weiss der Oltner.

Der Gegner im Halbfinal mit Hin- und Rückspiel heisst Rolling Stoned Tuggen, das viertbeste Team der Qualifikation. Die bisherigen zwei Duelle gingen deutlich an die Laupersdörfer (11:3 und 7:1). Allerdings fehlten bei den Schwyzern noch die Eishockey-Cracks. So leicht wird es in den Playoffs also nicht mehr, ist Di Santo überzeugt: «Ich erwarte einen heissen Fight.»

In der ersten Phase der Meisterschaft erzielte Di Santo fünf Punkte pro Spiel. Welche Quote ist in den Playoffs realistisch? «Ich will so weitermachen», sagt er trocken. «Vier bis fünf Punkte sind auch in den Playoffs möglich.» Auftakt ist am Samstag. Laupersdorf musst im Halbfinal zuerst auswärts in Kaltbrunn ran.

Das Rückspiel findet am Sonntag um 14 Uhr im Stadion Kleinholz in Olten statt. Dort würde eine Woche später auch die Meisterschafts-Entscheidung fallen. Praktisch vor der Haustüre von Di Santo also, der mit seiner Frau und seinem bald zweijährigen Sohn in der Nähe des Stadions wohnt.

Bei den Stars durchstarten

Für den 24-Jährigen gehts nach dem Saisonfinale nahtlos weiter. Im Juli bestreitet er seine erste Inlinehockey-WM mit der A-Nationalmannschaft. Der beste Skorer der U19-WM von 2012 hofft auf einen Medaillengewinn. Im August wechselt er wieder aufs Eis. Bis zu seinem Achillessehnenriss spielte er beim EHC Basel und nach der Genesung bei den Red Lions Reinach in der 1. Liga.

Nun hat er in der gleichen Spielklasse bei den Argovia Stars eine neue Herausforderung gefunden. Beim EHCO galt Nicola Di Santo lange als die grosse Nachwuchshoffnung. Den Traum von der NLB hat er denn immer noch nicht ganz aufgegeben: «Ich bin zwar nicht mehr so darauf fokussiert wie noch mit 18 Jahren, aber wenn ein Angebot kommen würde, könnte ich wahrscheinlich nicht Nein sagen.»