Erstmals seit vier Jahren betritt Laupersdorf wieder die europäische Inlinehockey-Bühne. Damals gewannen die Thaler völlig überraschend das Qualifikationsturnier in Rubi (Spanien). Obwohl ein erneuter Coup beim anschliessenden Finalturnier ausblieb, war dies der bisher grösste internationale Erfolg für den HCL.

Da beim neuen Format der Wettbewerb nur noch an einem Turnier ausgetragen wird, könnte man mit einem Effort wie damals in Spanien gar den Titel des besten europäischen Klubteams holen. Die Vorzeichen stehen diesmal allerdings nicht so günstig und Spielertrainer Michael Gerber setzt das Ziel deutlich tiefer an: der 4. Gruppenrang, was gleichbedeutend wäre mit dem Halbfinal des President Cups, dem kleinen Titel. Nur jeweils die beiden Gruppenersten spielen im Playoff-Modus um den «grossen» European-League-Titel.

Garges und Mailand sollten zu schlagen sein

Um das Minimalziel zu erreichen, muss der HCL zwei Teams hinter sich lassen. Die grössten Chancen sieht Gerber dabei gegen Charleroi (Belgien) und Mannheim (Deutschland): «Diese Spiele werden enorm wichtig sein. Und wenn wir den Tritt finden, liegt auch mehr drin». Der 25-jährige Herbetswiler meint, dass Garges (Frankreich) und Mailand (Italien) durchaus auch in Reichweite liegen könnten. Als stärksten Gruppengegner schätzt Gerber Valladolid ein und er ist sogar froh, kann man im ersten Spiel gleich gegen die Spanier antreten. Denn zu verlieren gibt es dort nichts, man kann sich aber an das Spielfeld gewöhnen.

In der anderen Gruppe, die nur aus fünf Teams (u.a. der Schweizer Cupsieger Linth) besteht, würde allenfalls ein einziger Sieg reichen, um das Minimalziel zu erreichen. Mit dem Schicksal bezüglich der Auslosung mag Gerber allerdings nicht hadern. Obwohl man in der kleineren Gruppe ein Spiel weniger hätte bestreiten müssen, was den Laupersdörfern mit dem schmalen Kader entgegen gekommen wäre. Nur mit Mühe hat man drei komplette Blöcke zusammengebracht, die sieben Partien in vier Tagen bestreiten müssen.

Die Türen öffnen sich für die Jungen

Auf einen sicheren Wert kann der junge Coach Michael Gerber mit Sicherheit zählen: sein Bruder Adrian. Obwohl erst 27-jährig hat der Wahl-Laupersdörfer bereits mehrere Europacup-Turniere bestritten und gehört zu den Leadern im Team. Auch er ist eher zurückhaltend bei den Erwartungen, sieht bei den Absenzen von einigen erfahrenen Spielern aber auch die Chance für die Jungen. So kommen mit Pascal Bongni und Dominik Meier zwei Junioren in Rethel zu ihrem Europacup-Debüt. Genau gleich wie rund zehn Jahre zuvor Adrian Gerber selber an gleicher Stätte. Und bei einem weiteren Punkt sind sich die Gebrüder Gerber einig: Es ist eine Ehre, bei der European League teilnehmen zu dürfen.