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Der grosse FC Basel auf der legendären Derendinger Heidenegg

Die 1.-Liga-Frauen des SC Derendingen ziehen sich beim 0:3 im Schweizer Cup gegen Basel achtbar aus der Affäre. Die Vorfreude der Derendingerinnen war riesig. «Wir dürfen, Basel muss gewinnen», lautete ihre Devise. Und so kam es denn auch.

Wenn der grosse FC Basel auf die legendäre Derendinger Heidenegg kommt, dann ist das etwas Besonderes – auch wenn es «nur» die Frauen sind. So motivierten sich die Derendingerinnen kurz vor dem Anstoss mit dem Song der Champions League vor der Tribüne im Kleinstadion, die endlich wieder einmal bestens gefüllt war. Und es hätten noch mehr als die geschätzten 250 Zuschauer werden können, wenn es nicht kurz vor dem Anpfiff leicht zu regnen begonnen hätte.

Ohne nominelle Torhüterin

Die Vorfreude der Derendingerinnen war riesig. «Wir dürfen, Basel muss gewinnen», lautete ihre Devise. Die Vorzeichen waren allerdings nicht die besten: Derendingen fehlt derzeit eine Torhüterin, und so musste sich Michèle Kohler opfern und zwischen die Pfosten stehen. In der 17. Minute zeigte Kohler in der noch ungewohnten Funktion eine starke Parade, indem sie einen Schuss von Samira Susuri zur Ecke abwehrte. Doch der Corner kam hoch in den Strafraum und Eseosa Aigbogun brachte Basel per Kopf in Führung.

Den Derendingerinnen gelangen auch vielversprechende Vorstösse, doch letztlich scheiterten sie meistens am sehr guten Stellungsspiel der Baslerinnen. Irgendwie war immer eine Gegenspielerin zur Stelle und so fehlte den SCD-Frauen im entscheidenden Moment eine Anspielstation.

Dribblings oder Weitschüsse

Das Rezept waren Dribblings oder Weitschüsse, und meistens war dafür Simone Zahno zuständig, die einst mit YB auf höchstem Niveau gespielt hatte. Nach einer halben Stunde wäre ihr mit einem Weitschuss aus 32 Metern beinahe der Ausgleich gelungen, aber der Ball streifte knapp über das Tor. «Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu», sagte einst Jürgen Wegmann. So mussten sich die Derendingerinnen gefühlt haben, als kurz nach dem Beinaheausgleich Miriam Stampfli eine Flanke unglücklich und unhaltbar mit dem Kopf ins lange Eck zum 0:2 ablenkte. Dann wurde kurz vor der Pause auch noch Susuri im Strafraum vergessen, die eine Hereingabe zum 3:0 verwerten konnte.

Damit war der Match entschieden. «Unser Ziel war es, in der zweiten Halbzeit kein Tor mehr zu kassieren, und das ist uns gelungen», zog Trainer Maurizio Sturzo am Ende eine positive Bilanz. Dazu brauchte es neben einer defensiven Steigerung auch etwas Glück, das sich die SCD-Frauen mit einer weiterhin kämpferischen Einstellung verdient hatten.

«Wir sind nicht untergegangen»

«Wir sind gegen dieses starke Team nicht untergegangen, das ist doch nicht schlecht», fasste Abwehrchefin Andrea Vögeli, die 2007 mit Zuchwil Schweizer Meisterin geworden war, den Match treffend zusammen. Im Vergleich zum Cup-Achtelfinal vom November 2012 war bei den Derendingerinnen jedenfalls ein klarer Fortschritt erkennbar. Damals verloren sie gegen St. Gallen zwar ebenfalls 0:3, aber Basel ist doch das deutlich eingespieltere, athletischere Team. Also durften am Ende die Frauen in Blau-Gelb mit erhobenem Haupt vor der gut besetzten Tribüne den verdienten Applaus entgegennehmen.

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