Volleyball
Der Funke ist doppelt übergesprungen

Die Volleyballerinnen aus Schönenwerd sind in die NLB aufgestiegen und haben dort die eigenen Erwartungen übertroffen. Daran ändert auch die Niederlage gegen Therwil nichts.

Daniel Weissenbrunner
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Schönenwerds Diana Steffen (l.) und Monika Allemann.aeschbach/sportives

Schönenwerds Diana Steffen (l.) und Monika Allemann.aeschbach/sportives

Am positiven Eindruck, den Schönenwerds Frauen in der Nationalliga B hinterlassen, ändert auch die gestrige 2:3-Niederlage gegen Therwil nichts. Teamseniorin Monika Allemann kennt die Gründe.

Als Diana Steffen, die jüngste Spielerin im Team des TV Schönenwerd, zur Welt kam, schlug Monika Allemann die Volleybälle längst in der 1. Liga für Gerlafingen übers Netz. Seit bald einem Vierteljahrhundert bearbeitet die 36-Jährige unermüdlich die Kugel, die in ihren Anfängen noch aus Leder verarbeitet wurde, heute aus hochwertigem Kunststoff besteht. Zäh wie Leder ist auch Allemanns Einstellung. Ihre Begeisterung für die Sportart ist ungebrochen. Nur so ist zu erklären, dass sie im fortgeschrittenen Volleyballalter mehrmals pro Woche die Strecke von ihrem Wohnort Oensingen nach Schönenwerd auf sich nimmt.

Monika Allemann ist beim TV Schönenwerd längst angekommen. Sie spielt die dritte Saison bei den Solothurnerinnen. «Es ist etwas vom Besseren, was ich bisher gemacht habe.» Die Liebe zum Verein entstand aus privaten Gründen. Allemann ist mit Daniel Bosshard, dem Spieler der NLA-Männerequipe, liiert. In der Zwischenzeit ist der Funke längst auch auf ihr Team übergesprungen. «Wir sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen», nennt Allemann eine wesentliche Qualität.

Der Aufsteiger hat Fuss gefasst

Der innere Zusammenhalt äussert sich auch im sportlichen Erfolg. Als Aufsteiger hat die Mannschaft von Spielertrainerin Thais de Azevedo Camargo auf Anhieb in der zweithöchsten Liga Fuss gefasst. Nach neun Runden haben sich die Solothurnerinnen im Tabellenmittelfeld festgesetzt. An der Zielsetzung Ligaerhalt hat sich indes nichts geändert. Wer einen Blick auf die Rangliste wirft, stellt fest, dass die Vorgabe bei Saisonhälfte bereits mehr als erfüllt ist. Schönenwerd liegt aktuell auf dem 5. Rang und darf im Idealfall sogar von der Finalrunde träumen.

So weit will Monika Allemann, die als Polizistin bei der Staatsanwaltschaft arbeitet, nicht gehen. «Der Aufstieg war nicht geplant und kam früher als erwartet. Jetzt geht es darum, dass wir und in der Nationalliga B etablieren können.» Damit das gelingt, ist eine umsichtige Planung nötig. Mit der Verpflichtung von Camargo gelang dem Verein ein Glücksgriff. «Es wäre wichtig, sie über diese Spielzeit hinaus an den TV Schönenwerd zu binden», hofft Allemann. Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt von Camargos Ehemann Denis Milanez ab, der im Männerteam des TVS spielt.

«Hätte uns das jemand zu Saisonbeginn gesagt, dass wir so gut mithalten können, wir hätten sofort unterschrieben», sagt Allemann. Man sei vom eigenen Erfolg sprichwörtlich überrumpelt worden. «Unsere Unerfahrenheit kompensieren wir mit einer gesunden Portion jugendlicher Unbeschwertheit», lacht die Teamseniorin. Der Humor ist ihr auch nach der ärgerlichen 2:3-Niederlage gestern nicht abhandengekommen.

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