Unihockey
Der Filialleiter leitet den Meister in den Playoffs

Am Mittwoch beginnt für Wiler-Ersigen mit Interimstrainer Thomas von Känel das Unterfangen Titelverteidigung.

Andreas Fretz
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Haben in den Playoffs das Sagen: Wiler-Ersigens Olle Thorsell (l.) und Thomas von Känel. Marcel Bieri

Haben in den Playoffs das Sagen: Wiler-Ersigens Olle Thorsell (l.) und Thomas von Känel. Marcel Bieri

Fast drei Jahre lang war Thomas von Känel der Assistent von Trainer Thomas Berger. Seit knapp einer Woche – seit der Freistellung Bergers – hat der 27-Jährige aus Alchenflüh das Sagen an der Bande. Gemeinsam mit Olle Thorsell und Henrik Quist leitet der Filialleiter eines Lebensmittelgeschäfts die Geschicke beim Serienmeister. «Olle und ich treffen die
personellen Entscheidungen», umschreibt von Känel die Arbeitsteilung, «Henrik berät uns und unterstützt uns im Training.» Ob Thorsell in den Playoffs aufläuft, ist fraglich. «Olle muss selbst entscheiden, ob er spielen kann», sagt von Känel. Die Frage lautet: Hält sein Knie? Quist wird nach seinem Kreuzbandriss frühestens nächste Saison wieder als Spieler zum Einsatz kommen.

Revolutionäre Änderungen sind unter Interimstrainer von Känel nicht zu erwarten. Warum auch? «Ich werde weiterführen, was Thomas Berger über die Jahre aufgebaut hat», sagt von Känel, «der Erfolg spricht für das System Berger, es wäre ein Fehler, jetzt etwas zu ändern.»

Die Wirren der letzten Wochen scheinen beim Team keine Spuren hinterlassen zu haben. «Die Mannschaft ist sehr reif und erfahren. Die Spieler können damit umgehen und sind noch näher zusammengerückt», sagt von Känel. Nach zuletzt 15 Siegen in Serie und 10 Punkten Vorsprung auf Ma-lans kann der Titelgewinn nur über Wiler-Ersigen führen. «Wir sind der Favorit, darüber muss man nicht lange diskutieren», sagt von Känel, der seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hat. Der Interims-Cheftrainer ist überzeugt, dass die Favoritenrolle keine Kopfschmerzen bereitet: «Wir haben in den letzten Jahren lernen dürfen, mit dieser Rolle umzugehen.»

Den Viertelfinal-Gegner Kloten-Bülach werde man nicht auf die leichte Schulter nehmen, obwohl man am Samstag die Zürcher noch mit 12:2 vom Platz gefegt habe. «Wir sind uns bewusst, dass die Jets einige Spieler geschont haben», sagt von Känel und kündigt an: «Wir werden keinen Gegner unterschätzen. Wir werden in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen.» Als härteste Widersacher im Titelkampf sieht von Känel Malans, GC und die Tigers Langnau.

Neuer Trainer wird zu reden geben

Wer in der neuen Saison das Amt des Cheftrainers übernimmt, wollen die Verantwortlichen in dieser Woche kommunizieren. «Die Verpflichtung des neuen Trainers wird zu reden geben», kündigt Sportchef Marcel Siegenthaler an. Die Vertragsverlängerung von Känels zeigt zumindest, dass er sich eine Zusammenarbeit mit dem neuen Mann vorstellen kann. «Es ist eine reizvolle Aufgabe», sagt von Känel, «ich bin motiviert, ihn zu unterstützen und meinen Teil der Verantwortung als Assistent zu übernehmen.»

Wiler-Ersigen verlassen wird hingegen Joel Krähenbühl. Der 25-jährige Flügel wechselt Ende Saison zu den Tigers Langnau. «Nach sieben SVWE-Saisons ist es verständlich, dass Krähenbühl eine neue Herausforderung sucht», sagt Siegenthaler. Ihre Verträge um zwei Jahre verlängert haben dafür Phillip Fankhauser, Matthias Gloor und Lukas Meister. Seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat Dave Wittwer. Einig ist man sich auch mit Henrik Quist. Der Schwede muss nur noch von seinem schwedischen Arbeitgeber grünes Licht für ein weiteres Jahr «Urlaub» erhalten.