Was man schon zu Saisonbeginn befürchten musste, kam im Spiel der bisherigen Tabellennachbarn klar zum Ausdruck. Das Kader des FC Wangen ist zu klein. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von drei nominellen Stammspielern, sassen beim Gastspiel auf dem Sportplatz Wissenhusen gerade mal noch drei Spieler auf der Ersatzbank. Trainer Salvatore Romano hatte somit praktisch keine Alternativen. Ein Umstand, der bei einer Temperatur von 32 Grad sicherlich keine verheissungsvolle Ausgangslage war.

In den bisher drei ausgetragenen Partien mit nur einem einzigen Punktegewinn konnte man beim FC Wangen noch ins Feld führen, jeweils gegen Aufstiegsaspiranten gespielt zu haben. Dies traf nun gegen den FC Schötz, der seinerseits auch mit nur einem Punkt zu Buche stand, nicht mehr zu.

Wollte Wangen nicht wieder das gleiche Schicksal erleben wie letzte Saison, als man bis zum Ende gegen den Abstieg zu kämpfen hatte, müssten gegen gleich stark eingestufte Gegner unbedingt Punkte her. Da sich bei den Gästen aus Wangen auch diesmal wieder zu viele Unzulänglichkeiten einschlichen, blieb es jedoch beim Wunschgedanke.

Das Spiel begann mit einem echten Paukenschlag. Schon in der dritten Spielminute gingen die Platzherren 1:0 in Führung. Bei einem Angriff über rechts konnte Saliu ungehindert zur Mitte flanken, wo Michael Koch mit dem Kopf einnicken konnte. Die Wangner Hintermannschaft war in keiner Weise präsent oder organisiert.

Noch schien es, die Gäste könnten sich von diesem Schock erholen und gingen ihrerseits in die Offensive. Bei einem Angriff über die linke Seite fand der Flankenball keinen Abnehmer (13.) und wenig später erwies sich Julio Sant Anna in aussichtsreichster Position zu unbeholfen, um Profit schlagen zu können (16.).

Der schnelle Ausgleichstreffer blieb den Wangnern in der 48. Minute verwehrt, als Labinot Aziri wegen einer mehr als fragwürdigen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. Nur wenig später versuchte es Sant Anna mit einem Distanzschuss, der Torhüter Bossert erneut nicht unter Kontrolle bekam. Diesmal war Labinot Aziri zur Stelle und konnte zum 1:1 ausgleichen.

Die Kondition entscheidet

Es stellte sich die Frage, welche Mannschaft bei der herrschenden Brutofenhitze den längeren Atem oder die grösser Hitzeresistenz hätte. In Minute 71 führte ein weiteres Fehlzuspiel der Gäste im gegnerischen Strafraum zu einen schnellen Konter der Schötzer. Zenger hatte überhaupt keine Mühe, den von der rechten Seite zugespielten Ball im Wangner Tor zu versorgen.

Das ungenügende Zweikampfverhalten der Gäste deckte der eingewechselte Nikmengjaj sieben Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit schonungslos auf. Nikmengjaj liess sämtliche sich ihm entgegenstellende Gegner alt aussehen und liess bei seinem Abschluss auch Marco Häfliger keine Abwehrchance. Mit dem 3:1 war die Partie entschieden.

Die Wangner werden sich etwas einfallen müssen, wollen sie möglichst rasch vom Tabellenende wegkommen. Hoffen können sie dabei, dass für das nächste Heimspiel gegen Delémont wenigstens ein Teil der verletzten Spieler zurückkommt und wieder eingesetzt werden kann.