Fussball 1. Liga
Der FC Wangen ist seit 1308 Tagen ohne Derbysieg: Jetzt soll es gegen Solothurn klappen

Der FC Solothurn steigt morgen als klarer Favorit in das 1.-Liga-Derby gegen den Dorfklub FC Wangen. Dieser konnte seit 1308 Tagen, also knapp dreieinhalb Jahren, keinen Derbysieg feiern.

Raphael Wermelinger
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FC Wangen FC Solothurn
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Seither wartet der FC Wangen auf einen Derbysieg gegen den Stadtklub.
1308 Tage sind seit dem letzten Derbysieg vergangen.

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Hansruedi Aeschbacher

2001 stiegen Wangen und Solothurn aus der damaligen NLB in die 1. Liga ab. 31 Derbys gabs seither zwischen den beiden besten Klubs des Kantons. Mit 15 Siegen haben die Solothurner in den Direktduellen klar die Nase vorne. Der Dorfklub Wangen konnte in den letzten 16 Jahren nur acht Siege verbuchen, acht Partien endeten unentschieden.

Den letzten Derbysieg feierte der FC Wangen vor über dreieinhalb Jahren: Am 5. Oktober 2013 schlug der FCW den Stadtklub auf der heimischen Chrüzmatt mit 4:1. Mit Fabian Kohler, Adrian Fleury und Hannes Hunziker standen beim FCS damals drei Spieler auf dem Matchblatt, die heute noch zum Kader gehören. Bei den Wangnern ist nur ein Spieler immer noch dabei: Captain Blerim Bekteshi. Wangens Trainer beim letzten Derbysieg hiess Marc Hodel, bei den Solothurnern stand 2013 noch Patrik Grolimund an der Seitenlinie.

1. Liga, Gruppe 2

- Luzern II 22 Spiele / 54 Punkte

- Baden 22 / 43

- Solothurn 22 / 41

- Münsingen 22 / 39

- Schötz 22 / 32

- Black Stars 22 / 31

- Buochs 22 / 31

- Delémont 22 / 29

- Thun II 22 / 26

- Wangen 22 / 23

- Bassecourt 22 / 22

- Zug 94 22 / 22

- Sursee 22 / 19

- Muri 22 / 17

Wangen war in den letzten 15 Saisons in der Endabrechnung nur fünfmal vor Solothurn klassiert. Vor dem morgigen Derby sind die Rollen wiederum klar verteilt: Solothurn ist der haushohe Favorit. «Wir spielen um die Aufstiegsplätze, Wangens Ziel ist ein Nicht-Abstiegsplatz», fasst FCS-Trainer Hans-Peter Zaugg die Ausgangslage zusammen. «Diesen Unterschied sollte man morgen auf dem Platz auch klar erkennen, auch wenn es in dieser Liga keine leichten Spiele gibt», fügt er an.

Solothurn hat Fehlstart verdaut

Dies bekamen der FC Solothurn zum Rückrundenauftakt zu spüren. «Das war ein katastrophaler Start», äussert sich Zaugg zu den Niederlagen gegen Buochs und den FC Black Stars. «Immerhin wussten wir danach, dass wir uns nun definitiv keine unnötigen Punktverluste mehr leisten dürfen.»

Die Solothurner konnten sich fangen und holten zuletzt fünf Siege sowie ein Unentschieden beim souveränen Leader. «Dass wir in Luzern nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt holten, kam etwas überraschend», gibt Zaugg zu, «das Unentschieden war sehr wichtig für meine Mannschaft. Wir haben gegen einen sehr guten Gegner Moral gezeigt.»

Hans-Peter Zaugg, Trainer FC Solothurn «Wir müssen gewinnen. Das ist die Voraussetzung für den zweiten Schlussrang. Derby hin oder her.»

Hans-Peter Zaugg, Trainer FC Solothurn «Wir müssen gewinnen. Das ist die Voraussetzung für den zweiten Schlussrang. Derby hin oder her.»

zvg

Am vergangenen Spieltag verkürzte der FC Solothurn den Rückstand auf den für die Aufstiegsspiele berechtigen zweiten Rang auf zwei Punkte. Dies dank eines 1:0-Erfolgs im Direktduell gegen den FC Baden. «Wir mussten gewinnen, sonst hätten wir im Kampf um die Aufstiegsplätze nicht mehr mitreden können», so Zaugg. «Nun haben wir noch vier Spiele und es ist alles möglich.» Er fordert von seinen Spielern überdurchschnittliche Leistungen in den noch anstehenden Partien. Einen Ausrutscher gegen Wangen können sich die Solothurner nicht erlauben.

«Ein Match wie jeder andere»

«Die Wangner haben in der Rückrunde gezeigt, dass sie die nötige Qualität haben, hinten raus zu kommen», äussert sich «Bidu» Zaugg zum morgigen Kontrahenten. «Sie haben einige sehr gute Einzelspieler in ihren Reihen. Auch wenn wir der Favorit sind, dürfen wir sie sicher nicht unterschätzen.» Tippen wollte Zaugg den Ausgang des Derbys nicht. Er hoffe auf ein gutes Spiel seiner Mannschaft: «Wenn uns eine solide Leistung gelingt, sind die Chancen gross, dass wir gewinnen. Oder sicher nicht verlieren.»

Der FC Solothurn muss morgen – der Anpfiff ist um 17 Uhr – auf zwei Gesperrte verzichten: Edin Hasanovic und Klimet Nastoski. Kein Grund zur Sorge für Hans-Peter Zaugg: «Jeder Ausfall führt im Team natürlich zu Umstellungen. Doch wir haben zum Glück keine Verletzten und können die zwei gesperrten Spieler gut ersetzen.»

Für den Berner sei das Solothurner Derby übrigens kein spezielles Spiel, sondern «ein Match wie jeder andere». Dies habe er seinen Spielern in den Trainings auch so weitergegeben: «Wir müssen gewinnen. Das ist die Voraussetzung für den zweiten Schlussrang. Derby hin oder her und egal, wie gut sich der FC Wangen in den letzten Spielen präsentiert hat.»