Vor dem Wasserämter Derby wurde Subingen als die Enttäuschung der bisherigen Saison angesehen, während Deitingen ganz im Gegensatz dazu als die positive Überraschung galt.

Und die erste Halbzeit bestätigte dieses «Vorurteil» zu 100 Prozent: Deitingen ging nach 27 Minuten durch einen schönen Spielzug in Führung, wobei Tobias Stalder als kleinster Spieler auf dem Platz nicht einmal hochspringen musste, um die Flanke seines Bruders Raphael per Kopf zum 0:1 im Netz zu versenken. Wenig später doppelte Raphael Stalder nach und es sah eine Woche nach dem 0:5 in Bellach nach einem weiteren Subinger Debakel aus.

Deitingens in die Tiefe gestaffelte Aufstellung mit vier Reihen – vor den drei Verteidigern machten zwei defensive Mittelfeldspieler die Räume eng – hatte Wirkung gezeigt. Allerdings hatte zwischen den beiden Treffern Simon Mühlethaler auch Glück, als er Zentimeter vor der Strafraumlinie Alessandro Fragale von den Beinen holte. Der Ball sei zu weit weg gewesen, deshalb habe er nicht die rote Karte für ein Notbremsefoul gezeigt, begründete der Schiedsrichter seinen «milden» Entscheid nach Spielschluss.

Die Effizienz Deitingens

«Wir waren mehr am Ball, sind aber nicht in die letzte Zone hineingekommen», analysierte Subingens Trainer Erich Hert die erste Halbzeit. Deitingen sei nicht besser gewesen, habe aber aus zwei Chancen zwei Tore gemacht. «In der Pause habe ich verlangt, dass wir jeden Ball lang in die Zone 3 spielen. So hat Deitingen dann auch grosse Schwierigkeiten bekommen.» Tatsächlich schien ein Ruck durch seine Mannschaft zu gehen, die den Turbo zündete. Topskorer Fragale schloss die erste schöne Kombination zum 1:2 ab und es schien wieder alles möglich.

Weitere Angriffe folgten. Kurz vor Ablauf einer Stunde konnte Deitingens Goalie Franco Kissling einen harmlosen Ball nicht fangen – vermutlich war er von der tiefstehenden Sonne geblendet worden. Oportunist Fragale hatte wieder einmal richtig spekuliert, klaute den Ball und schob zum 2:2 ein.

In den letzten 30 Minuten kaum noch Chancen

Damit war dann aber auch das Subinger Feuerwerk nach einer Stunde so ziemlich ausgeschossen. Trotz Feldüberlegenheit gelangen kaum mehr gefährliche Aktionen. Immer hektischer wurden lange Bälle nach vorne gedroschen und es blieb beim letztlich gerechten Unentschieden in einem kampfbetonten, fairen und spannenden, aber alles in allem nur auf mittelmässigem Niveau ausgetragenen Nachbarderby.