Er ist erst 26-jährig, aber Solothurns neuer Goalie Vilson Dedaj gehört damit zu den Routiniers und er ist der zweitälteste im Kader. Beim FC Niederbipp hat er das Fussball-Abc gelernt, danach spielte er fünf Jahre für Herzogenbuchsee und vier für Wangen bei Olten. Nun ist er beim FCS in der Startformation gesetzt.

«Ich verstehe mich sehr gut mit Nicola Trittibach und wir sehen uns nicht als Konkurrenten», erklärt Dedaj sein Verhältnis zum FCS-Junior, den er als Nummer 1 verdrängt hat. «Er ist genauso gut wie ich, und das Wichtigste ist, das wir beide alles geben, um die Mannschaft weiterzubringen.»

Am Ende entscheide der Trainer, wer zwischen den Pfosten steht, und das könne sich bei einer Gelbsperre oder Verletzung auch schnell wieder ändern. «Es ist natürlich schade für ihn, denn er hat eine hervorragende Herbstrunde gespielt. Aber er wird seine Chance wieder bekommen.»

Das Staunen über Heiniger

Geholt wurde Dedaj in der Winterpause von Wangen b.O. und kurz darauf gab es den Trainerwechsel. «Es gibt keine guten oder schlechten Trainer, es gibt nur erfolgreiche und weniger erfolgreiche», kommentiert der Goalie den Umbruch lakonisch. «Ich kann über Patrik Grolimund nur Gutes sagen.

Aber er holte nicht die Resultate, die es zum Ligaerhalt braucht, obwohl die Mannschaft in der Winterpause verstärkt wurde. Da hatte der FC Solothurn eigentlich nur noch die Option, den Trainer auszuwechseln. Aziz Sayilir ist es gelungen, uns den Druck von den Schultern zu nehmen und nun spielen wir befreiter auf.» Tatsächlich sind auch die Resultate in den letzten Wochen besser geworden. Unter Sayilir haben auch die anderen Neuzuzüge eingeschlagen.

«Tolga Mertoglu kenne ich schon lange und ich bin froh, dass wir ihn überzeugen konnten, zum FCS zu wechseln. Bei Andreas Heiniger habe ich nur noch gestaunt. Nach seiner langen Pause ist es ihm unglaublich schnell wieder gelungen, ein Führungsspieler zu werden und es macht richtig Spass, ihm zuzuschauen, wenn er seine technische Klasse demonstriert», sagt Dedaj.

Zu Beginn unter Aufsicht

Auf der Liste des Fussballverbandes stehen hinter Trainer Sayilir noch die Namen Erhard Lüthi, Ronald Vetter und Francisco Fernández als Coaches. «Als beim ersten Match von Sayilir auch noch Fernández und Vetter auf der Bank sassen, dachte ich, wo das wohl hinführen soll», erklärt Dedaj.

«Aber das war wirklich nur beim ersten Match so, seither trägt Sayilir die Verantwortung alleine und man lässt ihn in Ruhe arbeiten.» So ist der Anschluss am Strich, der den Abstieg in die 2. Liga inter bedeutet, mittlerweile wieder geschafft. Aber es braucht noch mehr, um in der 1. Liga bleiben zu dürfen. «Es war schön, letztes Wochenende nur schon eine Nacht über dem Strich zu sein», sagt Vilson Dedaj, «jetzt wollen wir mit einem Sieg die Grasshoppers definitiv überholen. In unserem Stadion zeigen wir, wer hier der Chef ist.»