Fussball
Der FC Solothurn steigt mit dem «Milla-Spirit» in die Rückrunde

Solothurn steigt mit sieben neuen Spielern und viel Zuversicht in die Rückrunde der 1. Liga. Den Auftakt machen die Solothurner am Samstag um 15 Uhr im vorgezogenen Spiel gegen die Black Stars.

Michael Schenk
Drucken
Teilen
Zurück aus Grenchen: Marc Du Buisson (rechts) trägt wieder die Solothurner Farben. Bieri/Archiv

Zurück aus Grenchen: Marc Du Buisson (rechts) trägt wieder die Solothurner Farben. Bieri/Archiv

Marcel Bieri

«Ich werfe einen Euro ins Phrasen-Schweiz, aber es ist einfach so – abgerechnet wird am Schluss», sagt Patrik Grolimund. Der Trainer des FC Solothurn blickt der Rückrunde, die für den FCS bereits am Samstag (15 Uhr) mit dem vorgezogenen Spiel gegen die Black Stars beginnt, zuversichtlich entgegen.

Einerseits figurieren sieben neue, charismatische Spieler (siehe Box) im Kader der Hauptstädter, andererseits haben die FCS-Kicker Mitte März ein «wirklich tolles, aber auch hartes Trainingslager in Antalya», wie Grolimund betont, erlebt.

Jeder Spieler und jedes Staff-Mitglied hat die 800 «Stutz» aus dem eigenen Sack bezahlt und eine Woche Ferien für den FC Solothurn gegeben. In der 1. Liga, da ansonsten Gehälter ge- und Trainingslager bezahlt werden, nicht selbstverständlich. «Und bis auf zwei», so Grolimund, «waren alle Spieler und Staff-Mitglieder in Antalya dabei.»

Der Tanz im Hotelzimmer

Konditionell sind die Solothurner schon seit Anfang Jahr am Schuften. Darum standen an der türkischen Riviera sehr viel Taktik und Teambuilding auf dem Programm. Bereits bei der Zimmerzuteilung haben Grolimund und sein neuer Assistent und Ex-Studienkollege, Marco Schwab, darauf geachtet, dass eine mögliche Viererkette respektive offensive und defensive Rollenträger in einem «Schlag» hausen.

Durchschnittlich zwei Jahre älter

Insgesamt nimmt der FC Solothurn die Rückrunde mit sieben neuen Spielern in Angriff. Verteidiger Marc Du Buisson (21) ist vom Zerfallserscheinung offenbarenden FC Grenchen zurückgekehrt. Der Ex-Profi Andreas Heiniger (33) gibt ein Comeback. Der Sportlehrer hat nicht nur die Qualität, im Mittelfeld Regie zu führen, sondern auch neben dem Platz. Mit Vilson Dedaj (26) trägt fortan der langjährige Goalie von Wangen die FCS-Farben. Linksaussen Achille Alanga (23) vom FC Zofingen und Stürmer Emmanuel Nlend (22) vom FC Biel bringen afrikanischen Spirit und Speed ins Team.
Tolga Mertoglu (23/Mittelfeld) war einst U21-Spieler bei YB, später hatte er einen Profivertrag beim FCZ. Dazu kommt mit Lucas Pessanha, ein 23-jähriger brasilianisch stämmiger Stürmer vom deutschen Oberligisten Villingen. Auf der andern Seite stehen die Abgänge von Benny Igiehon (S/Langenthal), Granit Pepshi (T/?) und Luc Burkhalter (S/?).Das Durchschnittsalter des Teams ist auf 21,5 Jahre gestiegen. Nebst Andreas Heiniger fehlen dem FCS heute zum Rückrundenstart auch Captain Silvan Büchli und Luca Meier (beide verletzt) sowie der gesperrte Ervin Gashi. (msk)

Fussball-Fans erinnern sich: An der WM 1990 war es Roger Milla, der Kamerun mit seinen vier Toren gegen Rumänien und Kolumbien in den Viertelfinal führte. Jeden Treffer feierte Milla damals mit seinem legendären Makossa-Tanz um die Eckfahne. Ausgezeichnet wurde das Siegerzimmer übrigens mit einer 90-minütigen Wellness-Session inklusive Türkischem Bad. Die Zweitplatzierten ihrerseits erhielten einen türkischen Coiffeur-Service.

Routine gewonnen

Die derzeit auf einem Abstiegsplatz klassierten Solothurner haben während der Vorrunde etliche Punkte im Verlauf den letzten 20, 25 Spielminuten verloren. «Nicht aus konditionellen Gründen», wie Grolimund festhält. «Wir waren so fit wie die anderen.» Es habe vor allem an der Cleverness gefehlt. Schliesslich hatte die Hinrunden-Equipe ein Durchschnittsalter von 19 Jahren.

Viele Spieler bestreiten heuer ihre erste 1.-Liga-Saison. Vorab mit der Rückkehr von Marc Du Buisson, obwohl erst 21 schon ein verdienter FCS-Kicker mit bald siebzig 1.-Liga-Einsätzen, und der Reaktivierung des 33-jährigen Andreas Heiniger haben die Solothurner an Leadership gewonnen. Heiniger wird zwar aufgrund einer Verletzung noch zwei, drei Wochen fehlen, «aber er wird uns bestimmt noch viel Freude bereiten», ist Grolimund überzeugt.

Heiniger ist Sportlehrer, fit wie eine Turnschuh-Brigade, war einst Profi in Thun, später Captain beim FC Biel und als echter Ex-FCS-Junior in der Saison 11/12 schon 30-mal für Solothurn am Start. Ein Mann für alle Fälle – auf alle Fälle. «Wir wollen uns unseren Platz in der 1. Liga verdienen», sagt Patrik Grolimund. Gewiss keine überrissene Lohnforderung ...

Aktuelle Nachrichten