FC Solothurn
Der FC Solothurn startet heute mit seinem 1500. Spiel in die Erstliga-Saison

Mit dem Auswärtsspiel in Zug startet der FC Solothurn heute Samstag um 16 Uhr in die neue Meisterschaft. Das Ziel sind die Aufstiegsspiele.

Raphael Wermelinger
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Der FC Solothurn wird sein 1500. Spiel in der ersten Liga bestreiten

Der FC Solothurn wird sein 1500. Spiel in der ersten Liga bestreiten

Hansjörg Sahli

Exakt 1499 Meisterschaftsspiele hat der FC Solothurn in der 1. Liga mittlerweile auf dem Buckel. Die Bilanz der Ambassadorenstädter: 631 Siege, 494 Niederlagen und 374 Unentschieden. Insgesamt 64 Saisons absolvierte Solothurn in der 1. Liga. So viele wie kein anderer Klub in der Schweiz.

Diese Zahlen müssten einen Präsidenten eigentlich mit Stolz erfüllen. Das tun sie zwar auch, allerdings mit Abstrichen. «Es ist schön, dass der FC Solothurn schon so lange in der 1. Liga ist», sagt Samuel Scheidegger und relativiert sogleich: «Auf der anderen Seite wäre es aber auch schön, wenn der FCS mal wieder weiter oben spielen würde.» Der beste Klub eines Kantons mit rund 270 000 Einwohnern müsse den Anspruch haben, höher zu spielen. «Wir glauben daran. Doch am Schluss muss die ganze Region mitziehen. Und wir sind natürlich auf den Goodwill der Sponsoren angewiesen.»

Im September 2014 wurde der heute 32-Jährige zum neuen FCS-Präsidenten gewählt. Er wolle dem Traditionsverein eine neue Handschrift verleihen und insbesondere die Strukturen modernisieren, äusserte er sich damals gegenüber dieser Zeitung: «Ich will die Arbeit, die zuletzt auf wenigen Personen lastete, auf mehr Schultern verteilen und die Prozessabläufe optimieren.»

«Wir haben gut gearbeitet»

Mittlerweile ist der Sohn des ehemaligen Solothurner Stadtpräsidenten Urs Scheidegger seit rund drei Jahren im Amt. Er habe etliche schöne, aber auch nervige Momente erlebt. Seine Analyse zu den vergangenen drei Saison fällt aber positiv aus: «Schon vor der nächsten GV am 17. August kann ich sagen, dass wir gut gearbeitet haben. Wir werden erstmals wieder Eigenkapital aufweisen.» Den zeitlichen Aufwand, den das Ehrenamt mit sich bringt, könne er nicht beziffern. «Das würde vor allem mögliche Nachfolger abschrecken», scherzt er. Am schwierigsten sei der Start gewesen: «Am Anfang fehlten Verträge, die Mitgliederdatenbank war nicht sauber geführt und eine Liquiditätsplanung fehlte ebenfalls», nennt Scheidegger Beispiele.

Kader FC Solothurn 2017/18

- Trainer: Dariusz Skrzypczak

- Assistenztrainer: Rolf Leibundgut

- Torhütertrainer: Charles Zaugg

- Sportchef: «Bidu» Zaugg

Tor: Jeffrey Grosjean (91), Daniel Bleuler (94), Joel Russo (00).
Abwehr: Raphael Koch (90), Fabian Kohler (95), Marc Du Buisson (93), Sergio Henzi (98), Edin Hasanovic (85), Noel Anderegg (98), Waylon Grosjean (91).
Mittelfeld: Shpetim Arifi (96), Hannes Hunziker (95), Massimo Veronica (95), Sacha Stauffer (86), Leo Schrittwieser (98), Dario Kopp (99).
Angriff: Loic Chatton (91), Semir Bisevac (91), Diego Sandmeier (94).
Zuzüge: Bleuler (SC Blustavia), Arifi (FC Breitenrain), Sandmeier (FC Fislisbach), Henzi (eigener Junior).
Abgänge: Rafael Disler, Edonis Asani, Adrian Fleury (alle BSC Old Boys), Kliment Nastoski, Samuel Zayas (beide FC Grenchen), Garra Dembélé (?).

In den letzten Jahren konnte der FCS nicht nur seine Schulden abbauen, sondern die Juniorenabteilung mehr und mehr aufbauen, sagt Scheidegger stolz. Was die erste Mannschaft betrifft, erlebten die Kantonshauptstädter 2016/17 die beste Saison seit langem. Solothurn belegte nach 26 Spielen den dritten Schlussrang in der Gruppe 2, scheiterte danach aber in den Aufstiegsspielen an Yverdon. Der Rückblick des Präsidenten fällt daher zwiespältig aus: «Schön, dass wir in den Aufstiegsspielen waren, aber es wäre mehr möglich gewesen.»

Starke Konkurrenten

Die Aussage des Präsidenten untermauert die Ambitionen des Klubs. Der Einzug in die Aufstiegsspiele ist in der heute beginnenden neuen Saison erneut das Ziel: «Wir wollen sicher wieder ganz vorne mitspielen, doch dieses Jahr wird es wohl einiges schwieriger.» Er verweist auf die starke Konkurrenz. Baden und Münsingen seien stets Topkandidaten für die Spitzenplätze. Wie auch die Reserven des FC Luzern und die zweite GCZ-Mannschaft, die neu in der Gruppe 2 ist. «Der FC Schötz und auch andere Klubs haben zudem mächtig investiert, wie man hört. Und auch die Aufsteiger Langenthal und Kickers Luzern sind nicht zu unterschätzen.»

Zum Saisonauftakt wartet heute um 16 Uhr das Auswärtsspiel bei Zug 94. Wie viele der 1500 Erstliga-Auftritt der Präsident denn selbst miterlebt habe, wollten wir im Vorfeld noch wissen. «Schwer zu sagen», wägt Scheidegger ab, «wahrscheinlich etwa zwanzig Prozent. Vorher in der damaligen NLB waren es wohl an die achtzig Prozent. Aber da war ich noch viel jünger.»

Kader aufgefrischt

Sechs Spieler verliessen den FC Solothurn in der Sommerpause: Die Verteidiger Edonis Asani und Rafael Disler sowie Mittelfeldspieler Adrian Fleury zog es zum BSC Old Boys Basel in die Promotion League. Die beiden Mittelfeldspieler Kliment Nastoski und Samuel Zayas wechselten in die 2. Liga zum FC Grenchen. Der neue Arbeitgeber von Stürmer Garra Dembélé ist noch nicht bekannt. Zudem hat der FC Solothurn Goalie Tim Wanger an den FC Bern ausgeliehen.

Neu im Kader sind Torhüter Daniel Bleuler (zuletzt beim SC Blustavia), der 20-jährige Mittelfeldspieler Shpetim Arifi, der vom FC Breitenrain aus der Promotion League zu den Solothurnern kam, und der 22-jährige Angreifer Diego Sandmeier (vom FC Fislisbach). Mit Sergio Henzi wurde zusätzlich ein Junior aus der FCS-Nachwuchsabteilung ins Fanionteam eingebaut. Ein neues Gesicht gibts auch an der Seitenlinie. Ein Interview mit dem neuen Trainer Dariusz Skrzypczak lesen Sie am nächsten Freitag im Fussballmagazin «Anpfiff».