Schweizer Cup

Der FC Solothurn kann ein Fussballfest planen

Der FCS nimmt im Schweizer Cup die Hürde SC Schöftland und trifft im Achtelfinal auf den SC Kriens. «Ich gehe davon aus, dass wir mit einem grossen Fussballfest planen können. Das Team hat sich das verdient», sagt Solothurns Trainer Jürg Widmer.

600 Zuschauer, herrlicher Sonnenschein und die verlockende Chance auf den Achtelfinal-Einzug im Schweizer Cup: Es wäre alles angerichtet gewesen für einen packenden Cup-Nachmittag auf der Rütimatten in Schöftland. Die Fussball-Götter hatten aber anderes im Sinn.

Die Gastgeber starteten zurückhaltend in die Partie, überliessen dem Gegner das Diktat und wurden dafür prompt nach drei Minuten zum ersten Mal bestraft. Der ehemalige Super-League-Spieler Loïc Chatton netzte nach einem Abpraller im Strafraum problemlos ein. Das hohe Solothurner Pressing nahm auch nach dem frühen Führungstreffer nicht ab. Dem SCS dagegen wollte kaum etwas gelingen. Immer wieder schlichen sich individuelle Fehler ein. So stand es zur Pause bereits 0:2 aus Sicht der Heimmannschaft. Loïc Chatton hatte zwischenzeitlich ein zweites Mal seine Abgebrühtheit unter Beweis gestellt.

Auf der anderen Seite brachte Schöftland während der ersten 45 Minuten kaum eine nennenswerte Szene zustande. «Ich habe in der Pause zur Mannschaft gesagt, dass wir hier sind, um Fussball zu spielen», so SCS-Trainer Sven Osterwalder nach der Partie. Eine Botschaft, die zwar einfach klingt, aber tatsächlich Wirkung zeigte. Denn Schöftland fing endlich an, zu agieren, statt nur zu reagieren. Besonders Basil Gmür und Kürsat Kiybar bereiteten den Solothurnern immer wieder Schwierigkeiten im Strafraum und erzwangen damit in der 67. Minute den Anschlusstreffer. Das Momentum drohte tatsächlich zu kippen.

Doch nur drei Minuten später wurde der erst 18-jährige Fabio Bruni im Strafraum perfekt lanciert und schob unbedrängt ein. Dieser dritte Solothurner Treffer nahm den Aargauern den Wind völlig aus den Segeln. Dass Bruni in der 81. Minute nach einem Abstimmungsfehler in der Verteidigung des Heimteams sein Doppelpack schnürte und Chatton eine Minute später den Hattrick feierte, machten den Solothurner Triumph komplett.

Die Geschichte wiederholt sich im Achtelfinal

Am Ende gewann der Erstligist deutlich mit 5:1. Ein bitteres Resultat für die Hausherren aus der 2. Liga inter: «In dieser Deutlichkeit ist das Ergebnis zu hoch, aber Solothurn hat sich das Weiterkommen absolut verdient», betonte der SCS-Trainer. «Es hätten heute viele Faktoren passen müssen, um durchzukommen. Was mich besonders nervt, ist, dass wir nicht die ganze Partie so spielen konnten wie zu Beginn der zweiten Halbzeit. So wäre womöglich eine kleine Sensation dringelegen.»

Des einen Leid ist des anderen Freud: Ungefähr 100 mitgereiste Fans bejubelten mit dem FCS den Einzug in den Achtelfinal. Allerdings verhalten, schliesslich wurde das Team auch einfach nur seiner Favoritenrolle gerecht. Trainer Jürg Widmer zeigte sich nach dem Spiel nur bedingt zufrieden: «Über das Resultat bin ich natürlich glücklich, aber dass wir den Gegner in der zweiten Hälfte nochmals aufkommen liessen, hätte nicht sein müssen.»

Der Trainer bekommt nun die Chance, mit seinem Team Geschichte zu schreiben. Solothurn steht nach 2009/10 zum zweiten Mal im Achtelfinal des Schweizer Cups. Damals wie auch in diesem Jahr heisst der Gegner SC Kriens. Eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe: «Ich gehe davon aus, dass wir mit einem grossen Fussballfest planen können. Das Team hat sich das verdient.»

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