Fussball
Der FC Solothurn ist Nutzniesser der Grenchner Unruhen

Der FC Solothurn steigt am Samstag mit drei Grenchner Neuverpflichtungen in die 1.-Liga-Meisterschaft. Gegen das ambitionierte Münsingen wird sich zeigen, inwiefern sich die gute Stimmung in der Kabine auch auf dem Platz zeigt.

Daniel Weissenbrunner
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Neuer «Arbeitsplatz»: Waylon Grosjean, Jeffrey Grosjean und Sacha Stauffer (v.l.) haben Stadt und Verein gewechselt.

Neuer «Arbeitsplatz»: Waylon Grosjean, Jeffrey Grosjean und Sacha Stauffer (v.l.) haben Stadt und Verein gewechselt.

Daniel Weissenbrunner

Wenn es einen Gewinner bei den Streitereien in der Chefetage des FC Grenchen gibt, dann ist es der FC Solothurn. Ausgerechnet der Kantons- und Erzrivale. Die anhaltenden Unruhen lösten eine Abgangswelle aus. Neben Trainer Edvaldo Della Casa (zu Breitenrain) haben mehrere Spieler dem Verein den Rücken gekehrt. Die Hände reiben konnten sich die Solothurner. Sie bedienten sich am Wühltisch und verpflichteten mit Sacha Stauffer sowie die Zwillinge Jeffrey und Waylon Grosjean gleich drei Leistungsträger vom Ligakonkurrenten.

Insbesondere der Wechsel von Sacha Stauffer schmerzt in Grenchen. Der 28-Jährige steht für Loyalität und Kontinuität. Ein Qualitätsmerkmal, dass der Führung abhandengekommen ist. Acht Jahre trug Stauffer das Dress des FCG. Er ging mit dem Verein durch dick und dünn. Irgendwann wurde es selbst dem besonnenen Verteidiger zu bunt.

In der Rolle des «Seniors»

In der Mannschaft von Trainer Aziz Sayilir wird Stauffer von Beginn weg eine tragende Rolle zu teil. Nachdem er in Grenchen der Dienstälteste war, ist er in Solothurn nun der Teamsenior. Stauffer übernimmt den Part von Andreas Heininger, der nach seinem Rücktritt ein Vakuum an Erfahrung hinterlassen hat.

Längerer Arbeitsweg

Sacha Stauffer ist in der jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 20,8 Jahre) der verlängerte Arm von Aziz Sayilir. Das zeigte sich in der Vorbereitung, als er in dessen Abwesenheit die Trainings leitete. Sayilir ist voll des Lobes. «Sacha hat sich bei uns hervorragend eingefügt. Das gilt im übrigen auch für Jeffrey und Waylon Grosjean.» Die Zwillingsbrüder geben für ihren Wechsel den gleichen Grund wie Stauffer an. «Zu unsicher», sagt Goalie Jeffrey. Die Bieler nehmen mit dem Wechsel auch einen längeren «Arbeitsweg» in Kauf.

Hervorragende Stimmung

Bis jetzt scheint die Rechnung aufzugehen: Die Stimmung in der Mannschaft beschreiben die ehemaligen Grenchner als hervorragend. «Die Vorbereitung hat gezeigt, dass das Team schon über Stabilität verfügt», sagt Waylon Grosjean. Als grösstes Manko erweist sich derzeit noch die mangelnde Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor. Deutlich sichtbar wurde die Ineffizienz im letzten Test am Dienstag bei der 0:3-Niederlage gegen FC Basel U21.

Gratmesser zum Saisonstart

Gelegenheit diesen Eindruck zu korrigieren, bietet sich den Solothurnern am Samstag beim Saisonauftakt zu Hause gegen das ambitionierte Münsingen (Stadion, 16 Uhr). Die Berner sind ein echter Gratmesser. «Sie sind spielerisch stark und pflegen einen körperbetonten Fussball», sagt Waylon Grosjean. Er weiss, wovon er spricht. Der 22-Jährige spielte zwei Saisons im Team von Trainierlegende Kurt Feuz.

Saison-Tipp: Rang 9

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