Mit drei Siegen in Folge im Rücken starteten die Luzerner furios in diese Partie. In den ersten Minuten kamen sie zu drei Tormöglichkeiten durch zweimal Koch (3., 5.) und Sinanovic (7.). Doch es waren die Gäste, die das Skore eröffneten. Bei seinem Comeback nach seinem langen Ausfall wegen einer langwierigen Leistenverletzung setzte sich Micelli an der linken Seitenlinie durch.

Seine sauber getimte Flanke konnte Veronica mit dem Kopf zur Führung aus dem Nichts einnicken (11.). «Wir werden an ihm noch viel Freude haben, wenn er gesund bleibt», lobt Solothurns Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak  den Assistgeber. Nur drei Minuten später zog Fischer knapp nach der Strafraumlinie Chatton zurück. Diesen Penalty versenkte der Gefoulte selbst souverän zum 0:2 (15.). «Wir hatten gegen die Black Stars teilweise schon sehr gute Chancen, heute haben wir sie gemacht», stellt der Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz fest. Und er fährt fort: «Nach dem 0:1 und dem 0:2 haben wir weiter das Tor gesucht».

Solothurn im Aufwärtstrend

Dieser unerwartete Dämpfer beschäftigte die Platzherren vorübergehend. Die Gäste kontrollierten das Spiel. Die Einheimischen fingen sich rasch auf und kamen in der 24. Minute durch ihren Captain Stephan zu einem Pfostenschuss. Daraus entwickelte sich eine animierte wie intensive Auseinandersetzung mit grossem Einsatz und viel Kampfbereitschaft. Vieles war beidseitig in Bewegung. Dies führte zu Chancen beidseits. Die Zentralschweizer suchten und wollten den Anschlusstreffer.

Der fällige Treffer ging jedoch erneut auf das Konto der Besucher. Mit Osmanis Eckball von rechts scheiterte zuerst Chatton mit seinem Kopfball an Schötz-Hüter Stadelmann, der nur kurz nach vorne abzublocken vermochte. Solothurns Captain Hasanovic konnte erben und erhöhte mit dem Kopf auf vorentscheidend 0:3. «Wir konnten den Trend gegen einen starken und  erfahrenen Gegner bestätigen», freut sich der 50-jährige Pole. Der Gast aus der Ambassasdorenstadt erwies sich in dieser ersten Hälfte als sehr effizient.

Schötz forderte den Gast

Schötz nahm diesen Rückstand nicht einfach hin. Ein erstes Mal verstärkte ihr Oltner Trainer René Erlachner mit der Einwechslung von Zenger für Abwehrmann Skeraj die Offensivkraft (46.). Dieser gab prompt in der 64. Minute den Pass von rechts in die Mitte auf Aziri, der den dritten Kopfballtreffer des Tages zum 1:3 realisierte. Der frühere Akteur bei Olten und Wangen bei Olten profitierte dabei von einem Deckungsfehler der Solothurner. Dieses Tor war das Signal zu einer starken Aufholjagd der Gastgeber. Die Innerschweizer verstärkten nach der Hereinnahme von Rapelli für Sinanovic (61.) in der 79. Minute ein letztes Mal mit Boussaha für Zobrist ihre Offensivbemühungen. Dieser klaren und starken Leistungssteigerung der Platzherren waren die Solothurner jedoch gewachsen. Einen grossen Anteil daran hatte der erst 16-jährige Goalie Bähler – kurzfristig für den erkrankten Stammhüter Jeffrey Grosjean eingesprungen –, wie er einen Schuss von Allou  mit wachem Reflex parierte (67.) «Bähler zeigte erneut eine sehr gute Leistung, es ist wichtig, dass wir einen starken zweiten Torhüter haben», rühmt ihn sein Trainer. Die Aarestädter bestanden in dieser kräfteraubenden Schlussphase diesen Härtetest erfolgreich. «Dies spricht auch für unsere Kontinuität», sagt Skrzypczak. 

Chancen hüben und drüben

Da die Schötzer auch mehr öffnen mussten, kamen die Skrzypczak-Schützlinge ebenso zu ihren Chancen. Auch hier konnte der Gegenpart oft im letzten Moment zur Ecke ablenken. Das Cornerverhältnis von 7:6 in der zweiten Halbzeit liefert die Bestätigung. «Nach dem Seitenwechsel kamen wir zu weiteren Torchancen, die wir jedoch nicht machten und da müssen wir uns noch verbessern», bedauert Skrzypczak.