Nach Kohlers Führungstreffer und trotz Zugs Unterzahl während 43 Minuten (inklusive sechs Minuten Nachspielzeit) musste die definitive Siegsicherung durch Chatton bis in die dritte Nachspielminute erdauert werden. „Wenn eine Mannschaft so viele Torchancen hat und am Schluss gewinnt, muss man zufrieden sein, denn wir haben das Ziel, zu gewinnen, erreicht“, bilanziert Solothurns Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak.

Anfangs war keine Tendenz erkennbar, in welche Richtung sich das Geschehen entwickeln wird. Beide Protagonisten wirkten besonders in defensiven Belangen gut organisiert. Es war schwierig, Anspielstationen zu schaffen. Die Engmaschigkeit erschwerte die Passgenauigkeit und das Kombinationsspiel. „Wir können bessere Ballstafetten machen“, gesteht Skrzypczak.

Erst in der 30. Minute gelang dies den Gästen erstmals. Und es wurde gleich gefährlich. Nach einer Passfolge von Schrittwieser über Hunziker und Du Buisson ging Chattons Ablenker knapp am linken Torpfosten vorbei. Eine Minute später holte Stauffer bei der linken Corner-Flagge einen Eckball heraus. Diesen trat Arifi in die Mitte. Schrittwieser war mit dem Kopf zur Stelle.

Zugs Hüter Pastore war jedoch aufmerksam. Sein Klärversuch mit dem Fuss landete bei Kohler. Der aufgerückte Aussenverteidiger fackelte nicht lange. Aus rund 20 Metern donnerte der 24-Jährige den Ball mit seinem ersten Saisontreffer zur Führung ins Netz (32.). Pech hatte Stauffer in der Nachspielminute.

Nach seinem Ballgewinn im Mittelfeld spielte er links Chatton an. Daraus entstand ein Doppelpass und nachdem der Allrounder einen Gegenspieler düpierte, landete sein Ball an der Latte. „Wir haben den Gegner dominiert und waren klar die bessere Mannschaft“, hält Solothurns Teamchef fest.

Pastore gegen Vorentscheidung

Solothurn wollte eine frühe Vorentscheidung. So setzte Arifi Chatton bereits wenige Sekunden nach Wiederbeginn bei Anstoss Zug steil ein. Dessen Schuss pflückte jedoch Goalie Pastore herunter. Ihren besten Moment hatten die Zentralschweizer kurz danach. Weiss stiess rechts vor. Bähler wehrte dessen Flanke ab und Kohler konnte den Ball knapp vor Le Bigonsan zur Ecke lenken (48).

Nach Zugs Dezimierung nach Perkovics gelbroter Karte (53.) bewahrte wieder Pastore vor Chatton sein Team vor dem zweiten Treffer. Innert zweier Minuten verpasste Du Buisson diesen beruhigenden Vorsprung zwei Mal (62., 64.). Wieder parierte Pastore einen Chatton-Schuss (75.)! Die Einheimischen steckten nicht auf, blieben aber nur auf stehende Bälle gefährlich. „Die ganze Mannschaft hat defensiv gut gearbeitet, dies fängt bei den Stürmern an, sodass der Gegner keine Chancen herausspielen konnte“, stellt Skrzypczak fest. Die Platzherren versuchten sich mit hartnäckigem Forechecking.

Chattons trifft ins leere Tor

Nicht zufrieden ist der Pole mit den ausgelassenen Chancen seines Teams: „Hier gilt es zu verbessern, denn wenn man zu so vielen Torchancen kommt, muss man mehr Tore machen“. Noch zweimal bewies Pastore sein Können: gegen Chatton (89.) und Osmani (91.). Erst in der 93. Minute musste sich der 32-Jährige zum zweiten Mal geschlagen geben. Nach Asanis Ballgewinn lief Chatton aus der eigenen Platzhälfte los. Pastore eilte ihm entgegen, musste sich jedoch umspielen lassen, sodass Solothurns Goalgetter aus 30 Metern flach ins verwaiste Zuger Gehäuse erfolgreich abschliessen konnte zum 0:2-Endstand.