Fussball
Der FC Solothurn ging gegen Kriens auf Tauchfahrt

Ein früher Gegentreffer, eine «vergeigte» 100-Prozent-Chance, die das Spiel hätte wenden können sowie zwei rote Karten prägten die 0:3-Pleite des FC Solothurn gegen den SC Kriens.

Michael Schenk
Drucken
Teilen
FC Solothurn - FC Kriens
5 Bilder
Adrian Flury gibt vollen Einsatz.
Solothurns Loris Lüthi im Kampf um den Ball gegen Kriens Ante Pekas.
Solothurns Massimo Veronica (links) im Kopfballduell gegen Chris Kablan.
Volkan Karaboga (links) im Kopfballduell gegen Kriens Dani Fanger.

FC Solothurn - FC Kriens

Marcel Bieri

Geht es nach Spielern, Staff und Fans des FC Solothurn, heisst Schiedsrichter Superczynski ab sofort nur noch Czynski. Das «Super» wird erbarmungslos gestrichen und im Wiederholungsfall durch ein «Furchtbar» ersetzt, was folglich zu Furchtbarzynski führte. In der Tat gebührte dem Unparteiischen eine Hauptrolle im 1.-Liga-Spitzenkampf zwischen dem FCS und Leader Kriens. Dass es freilich so weit kam und Solothurn 0:3 unterging, dazu trug das Heimteam seinen Anteil bei.

Nach einem betont verhaltenen Start seitens der Gastgeber – ja einem fast ehrfurchtsvoll anmutenden Vis-à-vis des Gegners, der da jüngst zehnmal in Folge siegte – sorgte Sorgic bereits in der 5. Minuten für das 1:0. Lüthi konnte nicht verhindern, dass der Gegner den Ball in die Strafraummitte passte.

«Dieses Tor war unnötig – das hätte nicht zu sein brauchen», gab FCS-Coach Sayilir zu. Von einem Überschätzen des Gegners wollte der Cheftrainer indes nichts wissen. Das, was danach kam, bilanzierte Sayilir dann so: «Abhaken, vergessen, gar nicht erst analysieren und nach vorn schauen.» Klingt nicht ungewollt nach Gruselkabinett ...

Nach zwei strengen gelben Karten flog du Buisson in der 41. Minute vom Platz. Eine personelle Bestandes-Reduktion, mit der sich die Platzherren indes gut zu arrangieren wussten. Sayilir: «Man hat gar nicht gemerkt, dass wir mit einem Mann weniger spielen.» In der Tat: Nach dem 0:1 hatten die Solothurner in den Frühlingsmodus gewechselt und blieben ab da dem Tabellenführer gar nichts schuldig – im Gegenteil.

Der verpasste Turn-Around

Matchentscheidendes ereignete sich dann in der 54. Minute, als sich Veronica ausgezeichnet durch die Krienser Abwehr tankte und mutterseelenallein vor dem SCK-Keeper grüsste. Er hätte diesem förmlich die Hand schütteln können. Eine Situation, in der der Stürmer in 999,5 von 1000 Fällen selbst abdrückt. Zum Entsetzen der Rot-Weissen legte der 19-Jährige den Ball flach nach rechts, wo sich jedoch statt eigener nur gegnerische Gliedmassen – sprich Beine – aufhielten. «Hätten wir den Ausgleich erzielt, wäre der Match wohl anders verlaufen», sagt Sayilir.

Wohl schon – und er wäre vielleicht sogar zugunsten des FCS ausgegangen. So aber vergingen keine zwei Minuten, ehe Routinier Stauffer nach einem optisch unglücklichen Einsteigen (gestrecktes Bein) vom Platz gestellt wurde. «Das soll einer begreifen», lautet Stauffers leicht angesäuerter Kommentar. So oder so standen ab jetzt nur noch neun FCS-Kicker «on the green». Eine doppelte Unterzahl, die die Entscheidung brachte.

Zumal die Solothurner keine Elf für lange Pässe und zweite Bälle sind und auf einem so tiefen Terrain, wie in dem Fall, ihre spielerischen Qualitäten nicht explizit zur Geltung bringen können. Ergo vergingen nach Stauffers Abgang erneut keine Minuten, ehe Fischer die Kugel nach einer Ecke zum 2:0 über die Linie drückte. Das 3:0 des eingewechselten Gjidoda war in dem Sinn nur noch der «gruslige» Magenbitter nach einer schwer verdaulichen Kost.

Aktuelle Nachrichten