„Heute haben wir nach 90 Minuten das Ziel erreicht“, bilanzierte Solothurns Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak nach dem 4:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger Kickers Luzern. Das schliesslich klare Verdikt mit den vier Toren von Chatton (47.), Schrittwieser (56.), Hunziker (62.) und Veronica (73.) nach dem spielerisch enttäuschenden 0:0 nach halber Spielzeit verdeutlicht die Stärkeverhältnisse. Dass das Skore erst spät eröffnet wurde, lag einerseits an der Taktik der Gäste und anderseits an den limitierten Mitteln der Platzherren.

Die erste Hälfte bot wenig Erbauendes. Das Tempo war tief, die Intensität klein und prickelnde Torchancen fehlten. „Wir sind in der ersten Halbzeit im Plan geblieben, denn wir haben vom Gegner ein anderes Gesicht erwartet nach dessen 0:5-Niederlage am Mittwoch in Münsingen“, erklärte Skrzypczak. Er hat einen Gegner erwartet, der mutig nach vorne gehen würde. Diesen Gefallen erfüllten die Zentralschweizer jedoch nicht. Trotzdem stimmte es für den Polen: „Wir haben geduldig gespielt und waren viel in Ballbesitz, haben das frühe Tor gewollt“. Die erste Halbzeit sei nicht schön gewesen trotz optischem Übergewicht. „Es hätte besser sein können“, gab Skrzypczak zu. Die Besucher wollten auf dem kleinen Tribschen-Spielfeld keine Risiken eingehen. Vielmehr wollten sie die Einheimischen zu viel Laufarbeit zwingen, um sie für die zweite Hälfte müde machen. Diese Spielumsetzung durch die Solothurner steigerte die Unsicherheiten bei den Luzernern.

Für die zweite Hälfte nahm Skrzypczak Änderungen vor: „Wir verstärkten den Druck nach vorne und haben höher gespielt“. Dadurch kam mehr Bewegung in die Abläufe. Es bedingte allerdings der Einzelaktion von Chatton zwei Minuten nach Wiederbeginn, um in die Erfolgsspur einzubiegen. Die Sturmspitze überlief die einheimische Abwehr und tunnelte abschliessend Hüter Beganovic zur Führung. Dieser frühe Treffer kam den Ambassadoren sehr entgegen. Sie forcierten ihre Angriffe. Damit setzten sie die Luzerner unter Druck. Schrittwieser auf Stauffer (56.), Hunziker auf Du Buisson (62.) und Veronica auf Chatton, nachdem Schrittwieser in Offsideposition den Ball mit Übersicht durchliess (73.), bestätigten die Kräfteverhältnisse in 17 Minuten. „Auch unser Plan für die zweite Halbzeit ist aufgegangen, wobei Bisevac, Schrittwieser und Sandmeier noch weitere Torchancen hatten“, bemerkte der Gästetrainer.

Die Kickers konnten keinen entscheidenden Einfluss auf den ganzen Spielablauf nehmen, geschweige ihre Besucher in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.  Die mussten erneut Lehrgeld bezahlen und warten weiterhin auf ihre erstes Saisontor. Ihr einziger, harmloser Torschuss gelang Aussenverteidiger Vono in der 81. Minute!

Kickers Luzern - Solothurn 0:4 (0:0)

Tribschen. – 200 Zu­schauer. – SR: Bontempelli. – Tore: 47. Chatton 0:1, 56. Schrittwieser 0:2, 62. Hunziker 0:3, 73. Veronica 0:4.

Kickers Luzern: Beganovic; Vono, Kokanovic, Kurmann, Kistler; Rodrigues (68. Opoku), Fischer, Abaidia, Manuel; Nunes (63. Jelmini), Villiger (84. Peric).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Waylon Grosjean, Anderegg, Du Buisson; Koch; Schrittwieser, Stauffer (79. Sandmeier), Hunziker, Veronica (74. Henzi); Chatton (74. Bisevac).

Bemerkungen: So­lo­thurn ohne Arifi (Blinddarm-Operation) und Russo (Junioren). – 79. Sandmeier Erstliga-Debüt. – Ver­war­nun­gen: 32. Fischer, 49, Abaidia (beide Foul), 92. Beganovic und Bisevac (beide Unsportlichkeiten). – Eckbälle: 1:6 (0:3).