Die entscheidende Szene ereignete sich bereits in der 4. Minute. Nach einem langen Pass von Waylon Grosjean stand plötzlich Marc Du Buisson alleine vor dem Tor.

«Zwei Berner sind zusammengestossen und der Ball ist mir vor die Füsse gefallen», beschrieb der Solothurner Captain die Situation. Diese Chance liess sich Du Buisson nicht entgehen, kaltblütig schob er in die lange Ecke zum 1:0 ein.


Solothurn war klar die bessere Mannschaft mit vielen Torchancen, wobei der Auftritt des FC Bern als konfus beschrieben werden muss. In der 13. Minute lenkte Dario Isch mit der Hand einen Steilpass ab, um eine weitere Solothurner Torchance zu verhindern und wurde dafür zurecht mit der Roten Karte bestraft.


Als Volkan Karaboga nach einem Vorstoss über links Nikola Gataric, den neu verpflichteten Kroaten des FCS, perfekt bediente, hätte der nur noch zum 2:0 ins leere Tor einschieben müssen, aber er schoss an die Latte.

Was folgte waren weiter katastrophale Aussetzern der Berner. «Diese Reise habe ich nicht umsonst gemacht», dachte sich vermutlich Goalie Roman Rohner in der 40. Minute, als er bei einem Ausflug 20 Meter vor dem Tor gegen Hannes Hunziker einen Schritt zu spät kam, und er säbelte den jungen Solothurner einfach von den Beinen. Der zweite Platzverweis gegen die Gäste war eine ebenso glasklare Sache wie der erste.


«So macht Fussball Spass», sagte am Ende Captain Du Buisson, «aber ehrlich gesagt hat uns der Gegner heute das Leben auch nicht wirklich schwer gemacht. Einzig unsere Chancenauswertung in der ersten Halbzeit war nicht gut.»


Zu Beginn der zweiten Hälfte holten die Solothurner das Toreschiessen nach und Hunziker gelang das längst fällige 2:0. Mit zwei Mann mehr liessen sie den Ball laufen bis die Berner müde waren, und so zappelte der Ball immer wieder im Netz hinter dem Gästegoalie.

Das 6:0 entsprach vollauf den gezeigten Leistungen. Das Tor des Tages gelang dem neuen FCS-Brasilianer Guilherme: Dreimal jonglierte er den Ball mit dem Rücken zum Tor, um dann aus der Drehung heraus zum 4:0 einzuschiessen.

Mit dem zweiten Kantersieg in Folge hat sich Solothurn auf dem dritten Platz etabliert. «Jetzt wollen wir jeden Match gewinnen, früher wollten wir jeden Match nur nicht verlieren», fasste Marc Du Buisson die Stimmung im Team zusammen. Trotz des Höhenflugs bleibt er realistisch und will das Ziel nicht empor schrauben, es bleibt bei einem Platz in der oberen Tabellenhälfte.