«Das ist für uns das Spiel des Jahres», freut sich FC-Solothurn-Mittelfeldmotor Shpetim Arifi auf das heutige Finalrunden-Hinspiel gegen Münsingen um den Aufstieg in die Promotion League. «Wir brennen darauf, darauf haben wir ein Jahr lang gearbeitet, um den Verein, die Fans und uns selbst stolz zu machen», sagt der 21-Jährige.

Arifi und seine Mitspieler wollen zu Hause unbedingt den Sieg und die Weichen bereits Richtung Aufstieg stellen. «Wichtig ist, dass wir kein Gegentor erhalten, denn wir sind in jedem Spiel immer für ein Tor gut. Weil wir ruhig bleiben, egal, in welcher Situation wir uns befinden», ergänzt Arifi.

Wer ist dieser junge, selbstbewusste Leistungsträger im Team des FC Solothurn? Arifi kam am 7. November 1996 im Bürgerspital Solothurn auf die Welt, wuchs in Derendingen auf und ging dort zur Schule. Beim heimischen SC Derendingen begann er mit Fussballspielen.

Auf die Saison 2012/13 fand er Aufnahme ins U16-Team der Berner Young Boys und machte in der Bundeshauptstadt eine Bürolehre in der Versicherungsbranche. In dieser Zeit erhielt Arifi ein Aufgebot für die Schweizer U16-Auswahl. Es blieb bei einem Testspiel gegen Österreich. «Weil mir als Kosovare der Schweizer Pass fehlte, durfte ich in der EM-Qualifikation nicht eingesetzt werden», bedauert er. Er will den Pass nun erwerben.

Die Super League als Ziel

Über YB U17, Luzern U18, Thun U21 und GC U21 kam Shpetim Arifi auf die Spielperiode 2016/17 zum Berner Promotions-Klub Breitenrain. Auf die laufende Saison wechselte der gelernte Aussen-Mittelfeldspieler, der allerdings auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann, zum FC Solothurn.

«Sportchef Bidu Zaugg überzeugte mich mit dem Konzept und ich musste nicht lange überlegen, weil Solothurn Ambitionen hat und ich auch und er mich als Verstärkung sah», so Arifi. In diesem Licht sind seine Wechsel zu sehen.

Am Samstag schalteten die Solothurner Lancy FC in der ersten Runde aus, jetzt fehlt noch der letzte Schritt.

  

«Mein Berater will immer das Beste für mich und sucht einen optimalen Verein, denn mein Ziel ist die Super League», gibt Arifi vor. «Viele meinten, der FC Solothurn sei ein Rückschritt, aber für mich ist es ein Sprungbrett und ich nehme diesen Umweg gerne in Kauf», ergänzt der in Derendingen Wohnhafte.

Er sagt auch: «Ich bin nicht der Typ, der beim nächstbesten Angebot den Verein verlässt; Solothurn will mich behalten und wenn wir aufsteigen und alles stimmt, wird Solothurn die nächste Saison wieder mit Arifi beginnen», gibt er zu Protokoll.

Der «kleine Shaqiri»

Die ersten vier Spiele der laufenden Erstliga-Meisterschaft verpasste Arifi wegen einer Blinddarmoperation mit Sportverbot. Nachdem er gegen die Black Stars erstmals ohne Einsatz ins Kader kam, figurierte er inklusive Cup-Qualifikationsmatch gegen den FC Bassecourt zwanzig Mal in der Startelf. Lediglich gegen den FC Black Stars im Rückspiel fehlte er gesperrt.

Als einziger Zuzug im letzten Sommer wurde Shpetim Arifi schnell zur Stammkraft in der Mannschaft von Dariusz «Darek» Skrzypczak: «Ich spüre sein Vertrauen und das ist für mich wichtig». Wegen seiner Körpergrösse von 1,73 m und seiner Dribbelstärke wird Arifi übrigens «kleiner Shaqiri» genannt.

Shpetim Arifi agiert aus dem defensiven Mittelfeld heraus, ist antrittsschnell und fällt durch seine Tempowechsel auf. Dadurch avancierte er zum «Top-Assistgeber» (O-Ton). «Ich bin froh, wenn mein letzter Pass zu einem Tor führt, würde aber auch gerne selbst mehr Tore schiessen, meine Assists in Tore umwandeln», sagt der fünffache Saison-Torschütze. Zu seinen Aufgaben gehört, «im Zentrum zu schauen, dass es keine Lücken gibt».

Für heute wie für das Rückspiel am Samstag ab 17 Uhr kommt der Losung seines Trainers Skrzypczak vor Saisonbeginn besondere Bedeutung zu: «Wir können jedes Spiel gewinnen.» Und er gibt zu: «Ich habe uns ehrlich gesagt nicht zugetraut, dass wir während der gesamten Meisterschaft nur zweimal verlieren und dreimal unentschieden spielen.»