Dieser Abgang hat nichts mit den dürftigen Leistungen zuletzt zu tun. Vielmehr erhielt der Pole vor drei Tagen ein Angebot als Assistenztrainer des polnischen Traditionsvereins Lech Posen, das er nach Information von FCS-Präsident Samuel Scheidegger und Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg annahm.

«Es war immer mein Ziel, in meiner Heimat ins Profi-Geschäft einzusteigen, wobei diese Offerte für mich plötzlich kam», verabschiedet sich Skrzypczak aus der Aarestadt. Er erhielt einen Zweijahres-Vertrag, behält jedoch seinen Wohnsitz im Aargau.

Die Vereinsverantwortlichen sind nun gefordert, seine Nachfolge wie die Zukunft des Fanionteams zu regeln. Gemäss Sportchef Zaugg haben sie noch keine Trainer-Kandidaten auf dem Radar.

Von Team und Fans verabschiedet

Skrzypczak, der zwischen 1984 und 1992 für Lech Posen fast 300 Punktespiele mit drei Meistertiteln, zwei Super-Cup-Siegen und einem Cup-Triumph bestritt, alle U-Nationalmannschaftsstufen seines Heimatlandes durchlief und siebenmal im A-Nationalteam zum Einsatz kam, hätte seine Tätigkeit gerne mit einem Erfolgserlebnis beendet.

«Ich hatte eine tolle Zeit mit einer lernfähigen Mannschaft, es war schön hier zu arbeiten», verabschiedet sich der 51-Jährige von der Mannschaft. Den mitgereisten Fans teilte er seine Entscheidung persönlich mit. «Ich wollte mich persönlich von ihnen verabschieden, denn sie haben uns toll unterstützt und haben es akzeptiert», dazu der UEFA-Pro-Trainer.

Zwischenrunde war Optimum

«Nach dem ganzen Jahr haben wir mit der Teilnahme an den Aufstiegsspielen das Optimum herausgeholt», merkt Skrzypczak trotz des brutalen 0:6-Gesamtskore gegen den Westgruppen-Meister an. «Immer hat etwas gefehlt wegen der Verletzungen und Sperren, sodass wir immer wieder zu Umstellungen gezwungen waren», erklärt der Pole.

Vor allem bedauert er, dass ihm seine Leistungsträger Loïc Chatton, Altin Osmani, Edin Hasanovic, Massimo Veronica und vor allem Raphael Koch zu oft nicht zur Verfügung standen. «Mehr war in diesen beiden Spielen nicht möglich, deshalb verdienen die Spieler ein grosses Kompliment», so der scheidende Trainer.

Harakiri-Taktik ging nicht auf

«Etoile war klar besser, wir haben jedoch gut begonnen und in den ersten zwanzig Minuten Dampf gemacht», gibt sich Skrzypczak mit dem Auftakt zufrieden. Das Führungstor der Genfer in der 22. Minute war ein erster Rückschlag. «Wir wollten in der ersten Halbzeit kein weiteres Tor mehr kassieren, mussten aber in der Nachspielminute ein zweites einstecken – das war der Knackpunkt», so der Trainer.

«Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen und haben deshalb auf die zweite Halbzeit umgestellt. Wir haben auf eine Harakiri-Taktik gewechselt mit drei Verteidigern, fünf Mittelfeldspielern und zwei Stürmern und damit bewusst ein hohes Risiko genommen, das jedoch nicht aufgegangen ist, denn im Moment sind wir zu mehr nicht in der Lage», so seine Schlussanalyse.

Die Genfer Sterne hingen zu hoch

Gegen die Genfer Vorörtler hingen effektiv die Sterne zu hoch. Trotz massiver Umstellungen gegenüber dem Hinspiel konnte dem Anspruch an einen Aufstiegskandidaten nicht entsprochen werden. Verletzungen durchkreuzten zudem die Pläne. Waylon Grosjean beim Einlaufen, Schrittwieser (36.) und Jeffrey Grosjean (64.) mussten verletzungsbedingt raus; auch Sebastian Gerspacher(18.) hätte ersetzt werden müssen, nachdem ihm eine Platzwunde am Hinterkopf auf dem Platz genäht werden musste.

Dem Aufbau der Gäste fehlten Klarheit, Konzept, Strategie und Ideen. Zu oft wurde im Mittelfeld der Ball zu leicht verloren. Torchancen konnten nicht herausgespielt werden, weil kaum einmal ein Direktspiel aufgezogen werden konnte. Dadurch mangelte es auch am Überraschungsmoment. Auch die Abwehr konnte weder Sicherheit noch Stabilität einbringen. Die Romands nützten diese Schwächen dank ihrer Lauffreudigkeit, Einsatzbereitschaft, Ballbehandlung, gelungenem Umschaltspiel und dem Drang zum direkten Abschluss rigoros aus.

Solothurn hatte den Platzherren nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen. Dieses Debakel zum Abschluss einer zwiespältigen Meisterschaft konnte nie abgewendet werden. Mit vier Spielen ohne Torerfolg ist auf dieser Stufe nichts zu holen. Das vorzeitige Saisonende kommt somit zur rechten Zeit.