Drei Heimspiele bestritt der FC Solothurn bereits. Alle drei endeten mit einem 1:1-Unentschieden. Wird dieses Resultat zum Stadion-Standardresultat dieser Saison? Können die Aarestädter diesen Fluch in einer Woche gegen Sursee ablegen? Ihr Trainer Hans-Peter „Bidu“ Zaugg ist davon überzeugt: „Wir wissen, dass wir einen Rückstand korrigieren können“. Dies war gegen Bassecourt, bei Thun II und nun gegen Muri bereits drei Mal der Fall. „Schade, schade, ich kann nicht sagen, wir haben heute den Sieg verschenkt, allerdings war dieses Unentschieden auch nicht nötig“, haderte Zaugg.

Glück nach 15 Sekunden

Allerdings hatte die Stadion-Elf bereits nach 15 Sekunden Glück, dass sie auf einen weiten Ball der Murianer, den Jeffrey Grosjean nicht behändigen konnte, in Rücklage gerieten. Sein Zwillingsbruder Waylon klärte für ihn zum ersten Eckball. „Wir waren nicht bereit“, Zaugg sachlich. Nachher konnten sich die Platzherren den nötigen Zugriff erschaffen. Aus diesem Vorteil entstanden verschiedene Torchancen. „Wir hatten darunter zwei Hochkaräter, die wir nicht machten, aber zwingend waren“, stellte Solothurns Trainer fest. Gegen Ende der ersten Halbzeit liess der Druck nach. Die Freiämter erhielten mehr Raum. Diesen nützte in der 42. Minute der linke Aussenverteidiger Matoshi mit einem Vorstoss. Dessen pfannenfertige Verlagerung nach rechts liess sich der Super- und Challenge League erfahrene Ianu (Luzern, Wohlen, Schaffhausen, Sitten, Aarau, Bellinzona) nicht entgehen: er traf ins rechte hohe Eck zur überraschenden Führung.

Dank Umstellungen Ausgleich

Zaugg gab seinem Team neue Impulse. Dembélé kam für Hunziker und stürmte mit Bisevac. Chatton ging auf die Aussenläuferposition, zuerst rechts dann links, zurück. „Ich sagte in der Pause, wir dürfen nicht in Panik geraten“, die Devise des Trainer-Fuchs’ für die zweite Hälfte. Diese Umstellung trug in der 60. Minute mit dem Ausgleichstreffer teilweise Früchte. Chatton stiess links vor und flankte nach rechts zu Dembélé. Mit seinem Kopfball zwang er Muri-Hüter Hofer zu einer Glanzparade. Diese Abwehr nach vorne wurde für Bisevac zur Idealvorlage zum Ausgleich. „Wir hatten Glück, dass dieser Schuss an die Lattenunterkante rein ging“, resümierte Zaugg.

Cleverness fehlte

Einerseits wollten die Solothurner gegen die Zweikampf starken Aargauer nicht zu viele Risiken eingehen. Anderseits leisteten sie sich über das ganze Spiel zu viele einfache Ballverluste, die Kraft und gute Tormöglichkeiten kosteten. „Wir waren zu wenig ruhig und souverän, uns fehlte die Cleverness zu entscheiden, wann wir schnell oder ruhig spielen sollten“, ortete Zaugg Schwachpunkte.

Solothurn – Muri 1:1 (0:1)

350 Zuschauer. – SR Schelb. – Tore: 42. Ianu 0:1; 60. Bisevac 1:1.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, Asani, Waylon Grosjean, Du Buisson: Stauffer; Hunziker (46. Dembélé), Fleury, Zayas (74. Tan); Chatton, Bisevac.

Muri: Hofer; Stadelmann, Parente, Knezevic, Matoshi; Bellusci (86. Alic); Ianu, Streuli (72. Fidan Tafa), Kastriot Tafa; Thaqaj (72. Schneider), Milicaj.

Bemerkungen: Solo­thurn ohne Nastoski, Veronica, Hasanovic (alle verletzt), Russo, Schrittwieser, Nedzipi, Ferrari und Momoh (alle Junioren). Muri ohne Burkard, Müller, Engel, Ravelli, Kalt (alle verletzt), Nietlispach, Passerini und Gazsi (alle abwesend). – 6. Hunziker Lattenunterkante. – Ver­war­nun­gen: 49. Kastriot Tafa, 71. Dembélé, 76. Matoshi (alle Foul) und 90. Fleury (Ball wegschlagen). – Eck­bälle 4:4 (2:3).

Solothurn Muri