Fussball 4. Liga
Der FC Schönenwerd-Niedergösgen landet doppelten Transfercoup

Michael Ludäscher und Luca Liloia kehren auf die nächste Saison zu ihrem Stammklub zurück. Aktuell spielen die beiden 29-Jährigen noch in der 1. Liga.

Raphael Wermelinger
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Von links: Trainer René Scherz, Luca Liloia, Michael Ludäscher und FCSN-Co-Präsident Joël Kleger.

Von links: Trainer René Scherz, Luca Liloia, Michael Ludäscher und FCSN-Co-Präsident Joël Kleger.

Bruno Kissling

Michael Ludäscher beim FC Schötz, Luca Liloia bei Sursee. In der nächsten Saison werden sie wieder das Dress ihres Stammklubs tragen, den sie vor fast zwanzig Jahren Richtung Nachwuchsabteilung des FC Aarau verlassen haben.

«Für uns ist das natürlich ein Glücksfall», freut sich Joël Kleger, Co-Präsident des Viertligisten FC Schönenwerd-Niedergösgen, und stellt sofort klar: «Sie sind Gösger, sie gehören zu uns. Ich denke, dass sie unserer jungen, aber sehr talentierten ersten Mannschaft viel bringen werden.»

Schönste Zeit der Karriere

Ludäscher und Liloia durchliefen gemeinsam zwischen 1998 und 2006 die Juniorenabteilung des FC Aarau. Mit 18 trennten sich die Wege. Beide wurden in die 1. Liga ausgeliehen: Ludäscher spielte in der Saison 2006/07 für den FC Wangen, Liloia zog es zum SC Zofingen. Dort blieb er drei Saisons, inklusive einem kurzen Abstecher zur zweiten Equipe des FC Luzern. Es folgten drei Jahre beim FC Solothurn.

Die schönste Zeit seiner Karriere, wie er selbst sagt: «Ich war von Anfang an Captain und durfte viel Verantwortung übernehmen.» FC Schötz (2012/13), FC Wangen (2013/14) und seit 2014/15 der FC Sursee: dies die weiteren Stationen. «Ich spielte elf Jahre in der 1. Liga. Jeden meiner Wechsel habe ich mir vorher genau überlegt», blickt er zurück.

Challenge-League-Erfahrung

Ludäscher schaffte es nach der einjährigen Ausleihe zum FC Wangen ins Kader der ersten Mannschaft des FC Aarau und absolvierte knapp fünfzig Partien in der Challenge League. Ehe er 2012 zum FC Baden wechselte, danach zum FC Muri (2013 bis 2016) und schliesslich zum FC Schötz.

«Die knapp drei Jahre als Profi beim FC Aarau und auch die Zeit beim FC Baden waren am schönsten», resümiert Ludäscher. Dass er es doch nicht ganz zum Profifussballer schaffte, bereue er nicht: «Ich habe halt nie wie ein Musterprofi gelebt, andere waren definitiv seriöser. Doch ich würde es wieder gleich machen.»

Fast keine Direktduelle

In den letzten sechs Jahren standen sich Ludäscher und Liloia in der 1. Liga immer wieder gegenüber. Angesprochen auf die Bilanz stichelt Ludäscher: «Hast du überhaupt schon einmal gewonnen gegen mich? Als ich bei Baden spielte, gewannen wir sogar mit zwei Mann weniger.» Liloia entgegnet: «Er hat auch immer bei den Teams mit den besseren finanziellen Mitteln gespielt.»

Da beide gelernte Verteidiger sind, kam es selten zu richtigen Direktduellen. Die Ausnahme bildet die Vorrundenpartie der laufenden Saison, in der Liloia als Stürmer eingesetzt wurde. «Da zog ich den Kürzeren», muss Ludäscher gestehen und begründet: «Luca agierte nicht wie ein normaler Stürmer, das war extrem ungewohnt für mich.»

Im besten Fussballer-Alter

Ab August werden die beiden wieder die gleichen Farben tragen. «Für mich war immer klar, dass ich irgendeinmal zu meinen Stammverein zurückkehren werde. Ob in die erste Mannschaft oder dann erst bei den Senioren.» Ersteres ist nun der Fall.

«Wir wohnen beide immer noch in Niedergösgen, kennen viele Leute beim FCSN und sind deshalb gemeinsam zum Entschluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr ist», ergänzt Ludäscher. «Wir sind im besten Fussballer-Alter und können jetzt sicher noch etwas bewegen. In fünf Jahren wäre dies wohl nicht mehr der Fall.»

Liloia unterstreicht noch einmal: «Wir kehren nicht zum Plausch zurück. Unsere Karrieren sind nicht vorbei. Nur die Ziele haben sich geändert.» Dieses lautet, dass es der FC Schönenwerd-Niedergösgen mit ihrer Unterstützung irgendeinmal wieder in die 2. Liga schafft. Der Versicherungs- und Vorsorgeberater Ludäscher sowie der selbstständige Versicherungs- und Krankenkassenberater Liloia möchten dem Klub auch neben dem Feld helfen, im Marketing-Bereich.

3. Liga oder 4. Liga?

Die erste Mannschaft von Schönenwerd-Niedergösgen kämpft momentan um den Aufstieg in die 3. Liga. «Wenn wir die letzten fünf Spiele gewinnen, steigen wir auf», prognostiziert Trainer René Scherz, der sich jetzt schon auf die beiden Verstärkungen freut: «Zwei erfahrene Spieler ist genau das, was die Mannschaft noch braucht.»

Den Rückkehrern selbst ist es egal, ob 3. oder 4. Liga. «Es wäre hilfreich, wenn wir schon in der 3. Liga starten könnten, beeinflussen können wir es aber eh nicht», so Ludäscher. «Wir wollen der Mannschaft jetzt nicht unnötig Druck machen», ergänzt Liloia und lobt seine zukünftigen Teamkollegen: «Die Jungs sind auf Platz zwei und haben auf jeden Fall eine gute Saison gezeigt.

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