Fussball Amateurliga

Der FC Olten zieht sich aus der 2. Liga inter zurück

Die Regenschlacht am 3. November 2019 gegen Adliswil wird bis auf Weiteres das letzte Spiel des FC Olten in der 2. Liga inter bleiben.

Die Regenschlacht am 3. November 2019 gegen Adliswil wird bis auf Weiteres das letzte Spiel des FC Olten in der 2. Liga inter bleiben.

«Es war für uns in den letzten Jahren immer hart, in der 2. Liga inter mithalten zu können», sagt Präsident Isidor Meyer. Das FCO-Fanionteam wird nächste Saison in der Solothurner 2. Liga spielen und der Klub will sich mehr auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren.

Nach sechs Saisons – streng genommen fünfeinhalb, da die aktuelle dem Coronavirus zum Opfer fiel und nach der Halbzeit abgebrochen wurde – zieht sich der FC Olten aus der 2. Liga inter zurück. Die anstehende Spielzeit 2020/21 wird die erste Mannschaft des FC Olten in der Solothurner 2. Liga absolvieren. Statt Wettingen, Zofingen oder Adliswil die Gegner also wieder Bellach, Subingen, Iliria oder auch Fulenbach.

Die drastische Massnahme hat einerseits finanzielle Gründe. Am Meisterschaftsbetrieb der 2. Liga inter teilzunehmen, ist mit deutlich höheren Kosten verbunden als in der 2. Liga mitzuspielen. Es gehe aber nicht nur um das Geld, betont Isidor Meyer. «Es war für uns in den letzten Jahren immer hart, in der 2. Liga inter mithalten zu können», sagt der Präsident des FC Olten. Der Stadtklub belegte in den vergangenen fünf Saisons dreimal den zehnten Schlussrang, war einmal Elfter und einmal Neunter. Der FC Olten hatte den Strich stets im Nacken, auch in der kürzlich zu Ende gegangenen Meisterschaft. Die Jahre in der 2. Liga inter waren geprägt von Abstiegssorgen.

«Jetzt wäre es für uns nochmals schwieriger geworden, ein konkurrenzfähiges Team für die 2. Liga inter zu stellen», sagt Isidor Meyer und führt aus: «Einige unserer Schlüsselspieler können den grossen Aufwand, den die Amateurliga mit sich bringt, aus beruflichen Gründen nicht mehr betreiben. Diese Spieler wollen wir aber unbedingt halten. Das hat unseren Entscheid gestützt, die erste Mannschaft aus der 2. Liga inter zurückzuziehen.» Und der FC Olten wolle endlich wieder Erfolge feiern, fügt er als weiteren Grund an. Wieder einmal 2.-Liga-Meister zu werden wie zuletzt 2014 reizt mehr als eine weitere Saison mit dem Highlight Nicht-Abstieg. «Der Titel wird aber nicht sofort unser Ziel sein», stellt er klar. Wer in der 2. Liga Trainer sein wird, steht noch nicht fest.

FC-Olten-Präsident Isidor Meyer.

FC-Olten-Präsident Isidor Meyer.

Der FCO-Präsident ist sich bewusst, dass der Rückzug zu Diskussionen führen wird in der Fussball-Region. Diese Massnahme solle aber andere Entscheide des Klubs, die jüngst getroffen wurden, nicht in den Schatten stellen, hofft er. Vor allem was die Juniorenabteilung betrifft, soll es zu Änderungen kommen beim FC Olten. «Wir haben ein Ausbildungskonzept für die ganze Nachwuchsabteilung erarbeitet», konkretisiert Meyer. «Beim FC Olten wird in Zukunft genau nach Lehrplan trainiert, aufbauend von unten nach oben. Die Förderung der eigenen Junioren soll noch mehr im Vordergrund stehen.»

Dazu passe das neue Marketingkonzept, welches speziell für die Juniorenabteilung erstellt wurde. «Damit wollen wir gewährleisten, dass die finanziellen Mittel, um unser Projekt umzusetzen, auch vorhanden sein werden», sagt Meyer. Bei all den Überlegungen erstaunt es nicht, dass bislang «nur» die B-Junioren den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen haben – streng nach Corona-Richtlinien.
Erfreuliches kann der Präsident auch in Bezug auf den Vorstand vermelden, der komplettiert wurde. Mit Nebojsa Kovacevic steht Meyer zum Beispiel neu ein Vizepräsident zur Seite.

«Es macht grossen Spass, im Vorstand mit so vielen motivierten Leuten zusammenzuarbeiten», sagt Meyer. «Nebojsa Kovacevic kommt aus den eigenen Reihen und amtete bislang als Juniorentrainer.» Als Beispiel für den neuen Elan im Vorstand nennt Meyer die Renovierung des Vereinslokals, welches in den letzten Wochen in Eigenregie geputzt, gestrichen und neu eingerichtet wurde. «Wir sind noch nicht ganz fertig mit allen Arbeiten, aber auf die neue Saison hin werden wir bereit sein, um wieder viele Fussballbegeisterte bei uns zu empfangen.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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