Fussball
Der FC Olten steht ohne Präsident und Trainer da

Claudio Richard, der Präsident des FC Olten, gibt nach drei Jahren seinen Rücktritt bekannt. Die Zusammenarbeit mit Trainer Flavio Catricalà endet bereits nach einer Saison.

Raphael Wermelinger
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Präsident Claudio Richard hat sein Amt niedergelegt. Die Zusammenarbeit mit Flavio Catricalà ist beendet.

Präsident Claudio Richard hat sein Amt niedergelegt. Die Zusammenarbeit mit Flavio Catricalà ist beendet.

bko/hps

Eigentlich hätte der Präsident des FC Olten einige Gründe zum Jubilieren. Die erste Mannschaft schaffte in der 2. Liga inter nach einer schwierigen Saison den Klassenerhalt aus eigener Kraft und beendete die Meisterschaft hinter Wangen b. Olten, aber vor dem FC Dulliken, auf dem zehnten Platz.

Die zweite Mannschaft wurde Meister in der Solothurner 3. Liga. Somit wird der FC Olten in der nächsten Saison nicht nur in der 2. Liga inter, sondern auch mit einem Team in der höchsten Regionalliga vertreten sein. Eine komfortable Situation, wie es sie noch nie gab auf dem Kleinholz.

Trotzdem wirkt Präsident Claudio Richard nachdenklich. Die Saison war offensichtlich kräftezehrend. Einerseits weil das Engagement von Trainer Flavio Catricalà nicht so verlief, wie es sich der Präsident vor der Saison vorgestellt hatte.

Viele Worte wollte Richard zum Abgang des Trainers nicht verlieren: «Wir haben uns darauf geeinigt, das Engagement nicht weiterzuführen und den Vertrag auslaufen zu lassen. Die Suche nach einem neuen Trainer ist im Gange.» Weiter ausführen wollte Richard den Abgang nicht. Während der Rückrunde machten aber immer wieder Gerüchte in der Fussballszene die Runde, es herrsche ein tiefer Graben zwischen Trainer Catricalà und dem Team.

Viel Last auf wenigen Schultern

Der FC Olten braucht aber nicht nur einen neuen Trainer. Präsident Richard, der den Posten vor drei Jahren von Bruno Misteli übernommen hat, gibt nämlich seinen Rücktritt bekannt. Dies sicher der grössere Schock für den FC Olten. Richard stellt aber sofort klar: «Ich werde garantiert nicht einfach davonlaufen. Solange ich noch auf den Plätzen umherstreife, zum Beispiel auch als Junioren-Trainer, fällt der FC Olten nicht auseinander.» Zur Erinnerung: Auch der FC Wangen bei Olten sucht aktuell einen Präsidenten und Leute für den Vorstand. Beim FC Dulliken fehlt ein Vizepräsident. Das Problem der fehlenden Funktionäre ist also allgegenwärtig.

Richard begründet seinen Rücktritt in erster Linie damit, dass er nicht mehr die volle Verantwortung auf den Schultern haben will. Der Vorstand sei im Allgemeinen schlicht zu wenig breit abgestützt. «Es mangelt an Helfern im Vorstand. Dieser besteht im Moment noch aus zwei, drei guten Leuten», schildert er die Situation. Er zeigt sich aber bereit, weiterhin eine Funktion im Vorstand zu übernehmen, als Präsident hat er indes demissioniert.

«Jeder ist ersetzbar. Und wie schon gesagt, werde ich den FC Olten nicht einfach im Stich lassen», sagt Richard. Sportlich gehe es in der nächsten Saison darum, die zweite Mannschaft in der 2. Liga halten zu können und mit dem Fanionteam den nächsten Schritt zu machen in der 2. Liga inter. Dafür seien aber Sponsoren zwingend. Und Leute im Vorstand, welche die potenziellen Geldgeber angehen.

Richard ist zuversichtlich, dass ein neuer Präsident sowie Verstärkungen für den Vorstand gefunden werden. Gespräche mit Interessierten laufen, dies der aktuelle Stand. Er ist aber skeptisch, dass diese bereits bei der GV im August vorgestellt werden können. Die Trainersuche dagegen soll in der nächsten Woche schon abgeschlossen sein.