2. Liga
Der FC Olten ist Meister - die Aufstiegsfrage ist aber offen

Nach dem 4:0-Sieg gegen Trimbach ist der FC Olten ist am Ziel (fast) aller Träume. Drei Jahre nach dem hundertsten Geburtstag feierte der Stadtklub seinen grössten sportlichen Erfolg in seiner Vereinsgeschichte: Meister, Cupsieger und Fairnesspreis.

Walter Ernst
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Nach dem gestrigen Triumph mit dem souveränen Gewinn des Championats bleibt indessen nur noch eine Frage offen: Aufstieg ja oder nein? Heute Abend soll an einem Rundtischgespräch der Entscheid zur Frage «Wie weiter?» gefällt werden. Wie immer auch entschieden wird, die Mannschaft von Trainer Fredy Schmid hat gestern im Derby gegen Trimbach die Hausaufgaben gemacht und sich erhobenen Hauptes vom treuen Anhang in die Ferien verabschiedet.

Die Affiche versprach eigentlich Derby-Stimmung der spannendsten Sorte, doch daraus wurde nichts, weil die Ausgangslage unterschiedliche nicht hätte sein können. Hier ein motiviertes Team mit der Hand am Meisterbecher, dort ein Ensemble, das in der Rolle des Aussenseiters eine Pflichtübung absolvierte. Von Beginn weg sorgten die Oltner mit ihrem druckvollen Spiel für klare Verhältnisse auf dem Feld, derweil sich die dezimierten Gäste mit der Statistenrolle begnügen mussten. In der 19. Minute zahlte sich der Aufwand der Einheimischen auch ertragsmässig aus. Der Ball zirkulierte wie am Schnürchen gezogen durch die eigenen Reihen und Sej sorgte für den krönenden Abschluss.

Trimbach, offensichtlich mit Abstimmungsproblemen, blieb offensiv ohne Wirkung, weil in der Vorwärtsbewegung dem Zufall Tür und Tor offenstanden. Doch in der 35. Minute hatte es der Leader seinem Captain Panzeri zu verdanken, dass es bei der knappen Führung blieb. Der Abwehrstratege wehrte einen Schuss Mehmedovics für den geschlagenen Hüter vor der Torlinie ab. Doch das wars denn auch seitens der Blauweissen, im Gegensatz zu den Platzherren: In der 42. Minute krönte Jakupovic seine beeindruckende Einzelleistung mit dem 2:0.

Klasse überstrahlte Rasse

Nach dem Seitenwechsel blieben die Niederämter ihrer Reputation weiterhin einiges schuldig. Oltens individuelle Klasse setzte in dieser fairen Begegnung weiterhin die Akzente. In der 68. Minute wurde die gegnerische Abwehr erneut schachmatt gesetzt, was Jakupovic erlaubte den Ball dem mitgelaufenen Nisandzic zur Vollstreckung zum 3:0 zuzuspielen. Trimbach war zwar um Resultatkosmetik bemüht, doch am gestrigen Nachmittag blieb vieles Stückwerk.

In der 80. Minute, als der Champagner längst kaltgestellt war, erzielte der eingewechselte Nikodijevic nach seinem ersten Ballkontakt das 4:0, wobei er einmal mehr seiner Jokerrolle gerecht wurde. Nach dem Schlusspfiff war bei den Oltnern ein Tenue-Fez unter der Aufschrift «FC Olten in der Saison 2011/2012 Meister und Cupsieger und somit Gewinner des Doubles» angesagt.

Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg würdigte den FCO als einen verdienten Meister. «Das 2:0 zur Pause war wichtig und bedeutete in diesem stimmungsvollen fairen Spiel bereits die Vorentscheidung. Der Match war beste Werbung für den Regionalfussball. Ich gratuliere dem FC Olten zum Gewinn der Meisterschaft und dem Cup.»

Rolf Gerber, Trainer des FC Trimbach, analysierte: «Wir waren gegen die beste Mannschaft der Solothurner 2. Liga schlicht und einfach nicht parat. Die Absenzen fielen gewiss ins Gewicht, dürfen aber für das klare Verdikt nicht als Entschuldigung angeführt werden. Trotz des keineswegs versöhnlichen Saisonabschlusses bin ich mit dem Erreichten zufrieden. Als Aufsteiger haben wir uns in der höchsten Regionalliga wieder etabliert.»

Ein über alle Backen strahlender FCO-Cheftrainer Fredy Schmid gab unumwunden zu: «Ich hatte gemischte Gefühle. Wir hatten uns auf einen Derby-Klassiker auf Biegen und Brechen eingestellt. Schliesslich gewannen wir verdient. In diesen Minuten des totalen Erfolges erfüllt es mich mit Stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein.»