Im Fussball gilt: Die zweite Saison nach einem Aufstieg ist immer die schwierigste. In Bezug auf den FC Olten lässt sich zur Winterpause feststellen: Die zweite Saison in der 2. Liga inter war bislang vor allem eine turbulente mit einigen Höhen und Tiefen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der FCO seine Ausbeute in der Vorrunde um sechs Punkte steigern.

Zwölf Zähler hatte Olten letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt auf dem Konto und überwinterte nur knapp über dem Strich. Jetzt sind es 18 Punkte und der achte Zwischenrang. Das Polster auf den ersten Abstiegsplatz beträgt sieben Punkte. Dieser Abstand sei die Hauptsache, so Trainer George Schifferle. Ganz zufrieden mit der Vorrunde ist er nicht: «Die Platzierung ist nicht schlecht, doch wir hätten in ein, zwei Spielen noch zusätzliche Punkte holen können. Zum Glück haben wir in den letzten beiden Spielen sechs Punkte geholt. Ein sehr guter Abschluss.»

Durchhänger nach gutem Start

Vielversprechend war auch der Saisonstart: Nach zwei Unentschieden gewann Olten das Derby gegen Dulliken und siegte anschliessend auch gegen Rothrist. Damit endete der gute Lauf aber, und es folgte ein Zwischentief mit vier Niederlagen in Serie. Olten verschenkte in dieser Phase die Punkte teilweise leichtsinnig.

Gegen das Team Aargau U21 führte der FCO nach neun Minuten mit 1:0 und spielte ab der 15. Minute mit einem Mann mehr. Trotzdem stands am Ende 1:3. Gleiches gilt für das Spiel gegen den SV Höngg. Olten spielte fast eine Stunde lang in Überzahl, konnte diesen Vorteil aber nicht in Zählbares ummünzen (2:3). Chancenlos war die Schifferle-Elf gegen Pajde (0:4) und Kilchberg-Rüschlikon (1:3). «Wir haben ein schmales Kader», begründet Schifferle, «wenn ein, zwei Leistungsträger nicht auf der Höhe sind, wirds für uns sehr schwierig.»

Nach vier Nullern in Serie trat auch gegen das inferiore Ligaschlusslicht Grenchen keine Besserung ein. Olten schenkte dem Kantonsrivalen den einzigen Punkt der gesamten Vorrunde. «Wir haben Grenchen sicher nicht unterschätzt», stellt Schifferle klar. Gut gespielt habe sein Team in diesem Spiel allerdings trotzdem nicht. «Grenchen ist aber auch kein Kanonenfutter», betont er. Die Wiedergutmachung folgte eine Woche später in Lenzburg mit einem 3:2-Auswärtssieg. «Dieser Sieg war wegweisend für das gute Abschneiden», weiss Schifferle.

Derbysieg als Highlight

Tatsächlich ein sehr wichtiger Sieg, denn es wartete ein happiges Schlussprogramm auf den FCO. Gegen den Aufstiegsaspiranten Zofingen zog Olten klar den Kürzeren. Doch wieder zeigte die Mannschaft Moral und setzte ausgerechnet gegen den Leader Red Star ein dickes Ausrufezeichen. Auswärts rang Olten die Zürcher mit 4:2 nieder – Matchwinner war Luca Schifferle mit drei Toren.

Ein schöner Sieg, so Vater George Schifferle, aber nicht der Höhepunkt der Vorrunde: «Der Sieg gegen Dulliken war das Highlight. Red Star hat uns unterschätzt.» Dies sei der Beweis dafür, dass sich auch der Leader keine Nachlässigkeiten erlauben dürfe. «In dieser Gruppe kann jeder jeden schlagen.» Der Triumph gegen die roten Sterne verlieh den Oltnern offensichtlich neue Luft für das abschliessende Spiel gegen Wohlens Reserven. Olten setzte sich dank eines Treffers in der Schlussviertelstunde durch. Anfang gut, Ende gut: Dank des Schlussspurts mit drei Siegen aus vier Spielen konnten sich die Dreitannenstädter aus der Abstiegszone befreien.

Oltens Prunkstück in der Vorrunde war die Abwehr. «Im Vergleich zur letzten Saison hatten wir drei neue Spieler hinten drin. Sie haben es sehr gut gemacht», ist Schifferle stolz, relativiert aber sogleich: «Natürlich muss auch die Unterstützung vom Mittelfeld kommen, sonst sieht auch die Verteidigung nicht gut aus.»

Die grösste Baustelle ist dagegen im Angriff zu finden. Nur zwei Teams erzielten noch weniger Tore als der FCO. Deshalb schaut sich Schifferle in der Winterpause nach einem Stürmer um: «Wir würden gerne noch zwei, drei Spieler holen, um das Kader zu verbreitern.» Zuerst geniesst er aber die Winterpause. «Die tut jedem gut», sagt er, «auch den Spielern. Langsam wirds unangenehm draussen.»