Fussball 2. Liga

Der FC Lommiswil und Wangens Avni Halimi ragen heraus

Damit hätte wohl niemand gerechnet: Der FC Lommiswil (auf dem Bild Nicola Belloni) ist in der 2. Liga zur Halbzeit obenauf.

Damit hätte wohl niemand gerechnet: Der FC Lommiswil (auf dem Bild Nicola Belloni) ist in der 2. Liga zur Halbzeit obenauf.

Die Vorrunde der Solothurner 2. Liga ist (fast) beendet. Der Herbstmeister Lommiswil ist die grosse Überraschung der ersten Saisonhälfte. In Topform präsentierte sich auch Wangens Goalgetter Avni Halimi, der alleine mehr Tore erzielte als Biberist, Subingen, Mümliswil, Oensingen und Fulenbach. Deutlich hinter den Erwartungen blieb der FC Mümliswil. Der SC Fulenbach überwintert wie schon im Vorjahr in Abstiegsgefahr.

Top: Wangens Avni Halimi mit mehr als zwei Toren pro Spiel
FC Iliria, FC Olten, FC Wangen bei Olten, vielleicht noch der FC Mümliswil – dies waren vor der Saison die meistgenannten Anwärter auf den Meistertitel in der Solothurner 2. Liga. Doch es war der FC Lommiswil, der sich unter dem neuen, erst 25 Jahre jungen Trainer Lukas Ebel zum Überraschungsteam mauserte.

Lukas Ebel führte den FC Lommiswil in seiner ersten Saison auf den Spitzenplatz.

Lukas Ebel führte den FC Lommiswil in seiner ersten Saison auf den Spitzenplatz.

Der Herbstmeister startete zwar mit einer 1:2-Niederlage gegen Iliria in die Saison, gewann von den folgenden zehn Spielen aber deren neun und beendet die Vorrunde mit zwei Punkten Vorsprung auf die Wangner. Das Prunkstück der Lommiswiler ist die Defensive – nur zwölf Gegentore in elf Spielen. Vorne sorgten Niklas Urosevic sowie Cedrik Hunziker mit ihren Toren dafür, dass die Leberberger ihre Ausbeute im Vergleich zur vergangenen Saison um stolze zwölf Punkte steigern konnten.

Jubel bei den Lommiswilern Cedrik Hunziker (l.) und Andrin Zumstein.

Jubel bei den Lommiswilern Cedrik Hunziker (l.) und Andrin Zumstein.

Avni Halimi, der während seiner Karriere schon für den FC Olten, den SV Schaffhausen, Sanfelese Aarburg, den FC Schötz und den SC Zofingen spielte, heuerte auf diese Saison zum dritten Mal beim FC Wangen bei Olten an. Der 30-jährige Stürmer war in der Vorrunde die dominante Figur. Er traf in jedem Spiel, in dem er eingesetzt wurde – die Partien gegen Lommiswil und Mümliswil verpasste er.

9 Mal lief Avni Halimi in der Vorrunde auf, 20 Mal traf er.

9 Mal lief Avni Halimi in der Vorrunde auf, 20 Mal traf er.

Mit seinen 20 Toren in 9 Spielen sorgte er dafür, dass der FCW nach Startschwierigkeiten noch auf den zweiten Platz vorstiess und die beste Offensive der Liga stellt. In der Vorrunde 2019/20 war Samoell Prenaj vom FC Iliria mit elf Toren der erfolgreichste Skorer, 2018/19 wurde Grenchens Dzenis Poljak mit 20 Treffern Torschützenkönig.

Mit zuletzt drei Niederlagen in Folge hat sich der FC Klus/Balsthal den Status als positive Überraschung fast noch verspielt. Am Ende resultierten aber doppelt so viele Punkte wie in der letzten Vorrunde und der sechste Zwischenrang. In Topform präsentierte sich vor allem Denis Kostadinovic, dem 16 Treffer gelangen – damit hat er die Ausbeute aus der Vorrunde 2019/20, seine erste in der 2. Liga, verdoppelt.

Denis Kostadinovic (l.) erzielte in der Vorrunde 16 Tore für den FC Klus/Balsthal.

Denis Kostadinovic (l.) erzielte in der Vorrunde 16 Tore für den FC Klus/Balsthal.

Top war auch die Vorrunde des FC Härkingen, der sieben Punkte mehr holte als 2019/20 und sich vom achten auf den fünften Platz steigerte. Zwei Siege zum Start, zwei Siege zum Schluss und dazwischen sieben Spiele mit nur vier Punkten – dies der Vorrundenverlauf der Härkinger. Beeindruckend ist die geringe Anzahl an Strafpunkten. Das Team von Trainer Roger Stöckli sammelte nur knapp ein Dutzend gelbe Karten und ist mit Abstand die fairste Mannschaft.

Härkingens Joel Rietschin (hinten), der 6 Tore schoss in der Vorrunde, im Auswärtsspiel beim FC Oensingen.

Härkingens Joel Rietschin (hinten), der 6 Tore schoss in der Vorrunde, im Auswärtsspiel beim FC Oensingen.

So lala: Olten, das Mittelfeld und der FC Oensingen
Der freiwillige Absteiger FC Olten hatte Mühe, in die Gänge zu kommen – nur vier Punkte aus den ersten vier Spielen. Von den restlichen sieben Partien konnte das Team von Trainer Nurkun Cece aber deren sechs erfolgreich gestalten. In den letzten drei Spielen schaute sogar das Punktemaximum mit einem Torverhältnis von 13:2 heraus. Olten überwintert in Lauerstellung zur Tabellenspitze.

Die Oltner Hazir Zenuni, Xaver Meyer und Igor Cataldo (von links) feierten sieben Siege in der Vorrunde. Bei uns verpasste der FCO die Kategorie Top nur knapp. Von einem Absteiger erwartet man halt viel.

Die Oltner Hazir Zenuni, Xaver Meyer und Igor Cataldo (von links) feierten sieben Siege in der Vorrunde. Bei uns verpasste der FCO die Kategorie Top nur knapp. Von einem Absteiger erwartet man halt viel.

Auf den Plätzen sieben bis neun reihen sich der FC Bellach, der FC Biberist und der FC Subingen zur Halbzeit der Saison ein. Für Biberist (der Meister des Jahres 2017) und Subingen (der Meister des Jahres 2018) ist das Abschneiden sicher eine Enttäuschung, aber die Lage ist alles andere als dramatisch bei den beiden Klubs. Beim FC Bellach war man sich im Klaren darüber, dass man den zweiten Platz aus der Vorsaison nach dem Umbruch nicht bestätigen kann. Es sah phasenweise nicht gut aus, doch mit den abschliessenden Siegen gegen Subingen (3:1) und den SC Fulenbach (3:2) erarbeiteten sich die Bellacher ein Polster auf die Abstiegszone.

Alessandro Fragale zählt auch mit 35 Jahren noch zu den treffsichersten Spielern der 2. Liga. 8 Tore erzielte er in der Vorrunde für den FC Bellach.

Alessandro Fragale zählt auch mit 35 Jahren noch zu den treffsichersten Spielern der 2. Liga. 8 Tore erzielte er in der Vorrunde für den FC Bellach.

Der FC Oensingen musste sich jüngst teilweise in Quarantäne begeben. Die Partien gegen den FC Iliria (am Mittwoch) und den FC Subingen (am Samstag) werden noch diese Woche nachgeholt. Aktuell liegt der FC Oensingen, der sein letztes Spiel mit 4:1 gegen Mümliswil gewinnen konnte, auf dem letzten Platz. Das Team von Trainer Slobodan Banjalic könnte sich aber noch um zwei Plätze verbessern.

Goalie Dzenan Isovic und der FC Oensingen haben noch zwei Spiele in der Hinterhand.

Goalie Dzenan Isovic und der FC Oensingen haben noch zwei Spiele in der Hinterhand.

Flop: Ilirias Schlussphase und der FC Mümliswil
18 Punkte, 19 Tore erzielt, nur 2 Gegentore kassiert – dies Ilirias beeindruckende Bilanz nach 6 Spielen. Doch nach 21 Meisterschaftsspielen ohne Niederlage riss die Erfolgsserie am 27. September nach beinahe anderthalb Jahren – 3:4 gegen Biberist. Eine Woche später unterlag das Team von Trainer Vilson Dedaj dem FC Wangen bei Olten 5:8 und am Sonntag setzte es gegen den FC Olten eine 0:5-Packung ab. Dazwischen schlug der FC Iliria zwar den FC Bellach mit 3:1, doch mehr als Platz drei liegt für den anfangs so souveränen Spitzenreiter nicht mehr drin. Grund dafür sind die 18 Gegentore in den letzten vier Spielen.

Nach sechs Spielen lag der FC Iliria scheinbar ungefährdet mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze. Dann folgte drei Niederlagen in vier Spielen.

Nach sechs Spielen lag der FC Iliria scheinbar ungefährdet mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze. Dann folgte drei Niederlagen in vier Spielen.

Nach dem dritten Platz 2019/20 wurde der FC Mümliswil vor der Saison von vielen Gegnern als Anwärter auf einen Spitzenplatz eingestuft. Ein Platz unter den besten fünf Klubs, so formulierten die Guldentaler selbst ihre Ansprüche. Stattdessen kam es zum Absturz auf Platz zehn. Es droht gar die Abstiegszone, falls der FC Oensingen eines seiner beiden Nachholspiele gewinnt. Nach vier Spielen hatte Mümliswil noch keinen einzigen Zähler auf dem Konto. Mit den beiden 3:2-Siegen gegen Fulenbach und Biberist schien die Baisse überwunden. Aus den letzten fünf Spielen schaute aber nur noch ein Unentschieden heraus. Eine Vorrunde zum Vergessen für das Team von Trainer Remo Bürgi.

Simon Büttler (hinten) und dem FC Mümliswil blieb in der Vorrunde zu oft nur das Nachsehen.

Simon Büttler (hinten) und dem FC Mümliswil blieb in der Vorrunde zu oft nur das Nachsehen.

Zugegeben, den SC Fulenbach auf einem Abstiegsplatz per se als Flop zu bezeichnen, ist etwas fies. Die glorreichen Jahre sind vorbei, aber den Anspruch, sich im Mittelfeld der Liga zu bewegen, hat man auf dem Sportplatz Bad dann doch. Die Resultate sind aber ähnlich schwach wie in der vergangenen Vorrunde. Damals holten die Fulenbacher zwar keinen einzigen Dreier, dafür sechs Unentschieden. Jetzt waren es ein Sieg und drei Unentschieden. Der SC Fulenbach ist in akuter Abstiegsgefahr.

Alain Roussel und der SC Fulenbach konnten sich nicht steigern im Vergleich zur Vorrunde der abgebrochenen Saison 2019/20.

Alain Roussel und der SC Fulenbach konnten sich nicht steigern im Vergleich zur Vorrunde der abgebrochenen Saison 2019/20.

Coronavirus: Nur zwei Partien mussten verschoben werden
Lange Zeit blieben die Zweitliga-Klubs und damit verbunden auch der Meisterschaftsbetrieb vom Coronavirus verschont. In der zehnten Runde kam es dann allerdings doch zur ersten Verschiebung. Denn der FC Oensingen musste sich teilweise in Quarantäne begeben. Nicht nur die Partie gegen Iliria, sondern auch die gegen den FC Subingen vom elften Spieltag musste verschoben werden. Beim Solothurner Fussballverband hofft man, dass die beiden Spiele diese Woche stattfinden können. Aber auch wenn das nicht geschieht, könnte die Tabelle der Vorrunde bei einem Abbruch der Saison gewertet werden.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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