Über sieben Jahre ist es her, seit der FC Härkingen zuletzt ein Meisterschaftsspiel gegen den Rivalen SC Fulenbach gewinnen konnte. Am 5. April 2009 feierte Härkingen den bisher letzten Erfolg über den Nachbarn (1:0). Zu zehn Duellen kam es in der 2. Liga seither. Die Hälfte davon endete unentschieden, fünfmal setzten sich die Fulenbacher durch.

Bruno Büttiker ist seit 2011 Trainer des FC Härkingen. Im neunten Anlauf landete er am Sonntag endlich den ersten Dreier gegen Fulenbach, am dritten Spieltag der 2. Liga. Die lange Durststrecke sei ihm gar nicht bewusst gewesen, sagte Büttiker nach dem Sieg. Man habe sich sowieso hundertprozentig auf sich selbst, und nicht auf den Gegner konzentriert: «Jeder Spieler sollte Vollgas geben und nach dem Match fix und fertig sein. Niemals zurückstecken, das war der Schlüssel, vor allem bei diesen Temperaturen.» Büttiker sprach von einem verdienten Erfolg, sein Team habe ab der ersten Minute mehr Spielanteile verzeichnet.

Lukas Oeggerli der Mann des Spiels

Aggressiv in die Zweikämpfe steigen und dem Gegner vor allem im Mittelfeld keine Räume lassen, dies die erfolgsbringenden Mittel der Härkinger. Die Fulenbacher fanden nie ein Rezept gegen die 4-1-4-1-Taktik der Gäste. Härkingen hatte stets Überzahl im Mittelfeld und auch die Lufthoheit bei den Kopfballduellen. So blieben sämtliche Angriffsbemühungen des Heimteams Stückwerk.

Einen ganz starken Auftritt zeigte Härkingens einzige Spitze Lukas Oeggerli. Er leistete nicht nur ein unglaubliches Laufpensum, sondern konnte den Ball immer wieder alleine gegen die SCF-Abwehr behaupten und für die aufrückenden Mitspieler ablegen. Und am wichtigsten: Oeggerli traf in der 37. Minute zum wegweisenden 1:0 für die Gäste. Dabei profitierte er von einem Lapsus von Fulenbachs Torhüter. Fernandez unterlief den Ball 25 Meter vor seinem Kasten, Oeggerli spekulierte richtig, schnappte sich das Leder und knallte es ins leere Tor.

Kurz vor dem Gegentor hatte SCF-Trainer Martin Hert vergeblich versucht, seine Spieler zu wecken. Sein «Giele, da muss mehr kommen» verpuffte. Auch nach dem Seitenwechsel kam zu wenig von den Gastgebern. Noch keine zwei Minuten waren in Halbzeit zwei gespielt, als die Fulenbacher bereits wieder am Hadern waren: mit den Gegenspielern, dem Schiedsrichter, aber vor allem mit sich selbst.

Im Angriff passte gar nichts zusammen, und in der 67. Minute wurde die Abwehr der Fulenbacher zum dritten Mal auf die gleiche Weise mattgesetzt: Langer Ball auf Sturmspitze Lukas Oeggerli, der per Kopf direkt in den Lauf vom aufgerückten Aussenläufer Oumaray verlängerte. Dieser war in der 16. Minute beim ersten Versuch noch im letzten Moment abgegrätscht worden, in der 55. hatte er seinen Heber übers Tor gesetzt, im dritten Anlauf klappte es. Mit einem flachen Linksschuss verwandelte er alleine gegen SCF-Goalie Fernandez. In der Schlussphase kam doch noch ein zaghaftes Aufbäumen vom SC Fulenbach. Doch mehr als eine Serie von Eckbällen schaute nicht mehr heraus. Härkingen blieb stets Herr der Lage.

«Das erste Tor war natürlich glücklich, doch insgesamt wars eine klare Sache», fasste Bruno Büttiker das Spiel zusammen. «Ein Sieg gegen Fulenbach ist schon spezieller als andere Siege, vor allem wenn der letzte Erfolg ja offenbar so lange her ist.» Sein Team hat den Fehlstart – zum Auftakt unterlagen die Härkinger dem FC Mümliswil daheim gleich mit 0:5 – korrigiert.

Nach dem 4:0 gegen den FC Welschenrohr konnte nun der Derby-Fluch gebrochen werden. «Es ist natürlich bitter, wenn du im ersten Saisonspiel fünf Kisten bekommst», so Büttiker, «aber die Spieler haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Dass wir zweimal zu Null gewinnen konnten, war vor allem für unsere neue Nummer eins Marco Bättig extrem wichtig.»