FC Grenchen
Der FC Grenchen will mit Trainer Kodric wieder eine Mannschaft mit Herzblut

Der FC Grenchen trennt sich vorzeitig von Trainer Hans Peter Kilchenmann – der 66-jährige Kroate Hans Kodric übernimmt bis Saisonende. Kodric hat eine FCG-Vergangenheit: Von 1975 bis 1979 führte er die Grenchner in die vorderen Ränge der NLB.

Mike Brotschi
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Mit Interimstrainer Hans Kodric möchte man wieder ein Team sehen, welches siegen wolle.

Mit Interimstrainer Hans Kodric möchte man wieder ein Team sehen, welches siegen wolle.

«Die Gesamtentwicklung bereitete uns zuletzt Sorgen», begründet FCG-Sportchef Reto Andres den Trainerwechsel vor dem heutigen Heimspiel gegen Zofingen. Letztlich brachte die desolate Vorstellung beim 0:5 gegen Serrières das Fass zum überlaufen. Man habe auf diese Entwicklung rasch reagieren wollen, so Andres.

«Ein Trainer ist nie alleine schuldig, aber er ist der Hauptverantwortliche und so haben wir uns im gegenseitigen Einvernehmen per sofort von Hans Peter Kilchenmann getrennt. Wir wollen die Saison nämlich mit einem guten Teamgeist zu Ende bringen, um unseren Nachfolgern in der Vereinsführung ein positives Gefühl zu übergeben.»

Vorzeitiger Abschied: Hans Peter Kilchenmann muss den Sessel beim FC Grenchen räumen.

Vorzeitiger Abschied: Hans Peter Kilchenmann muss den Sessel beim FC Grenchen räumen.

«Wie damals vor 30 Jahren»

Mit Interimstrainer Hans Kodric möchte man wieder ein Team sehen, welches siegen wolle. Spieler, die Herzblut auf den Platz bringen und wo man sehe, dass das Feuer noch brenne. «Das sind die Erwartungen an unsere Elf bis Ende Saison», schliesst Andres.

«Ich wurde von den Grenchner Funktionären angerufen, ob ich Interesse hätte, was ich selbstverständlich bejahte», sagt der 66-jährige Kodric. «Ich fühle mich noch jung und bin immer noch fussballverrückt. So will ich bis Ende Saison für den Verein mein Bestes geben, genau wie damals vor 30 Jahren.»

Er sei zuletzt beim bulgarischen 1. Divisionsclub PFK Beroe gewesen, bei welchem in der Winterpause das Präsidium gewechselt habe und er gehen musste. «Somit bin ich jetzt vereinslos, arbeite aber noch als internationaler Fussballscout im Auftrag von Bundesligavereinen, wie den SSV Ulm und FSV Frankfurt oder auch für den FC Luzern.»

Kein Unbekannter in Grenchen

Kodric war beim FCG bereits von 1975 bis 1979 tätig gewesen. Er hat damals die Mannschaft in der NLB auf dem zwölften Platz übernommen und unter die ersten fünf geführt. In den folgenden Jahren sei man immer vorne dabei gewesen.

Der Kroate hat einige Talente, wie Fregno, Lüdi, Probst, Röthlisberger und Eberhard entdeckt und sie danach nach Wettingen mitgenommen. Nach dem Aufstieg mit den Aargauern und dem Ligaerhalt wechselte er dann zum FC Zürich. «Grenchen ist momentan unter seinem Wert klassiert und ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft mehr kann.» Es benötige ein paar Veränderungen, aber auch eine andere Einstellung.

«Wir wollen das Gute meines Vorgängers behalten und das Schlechte müssen wir nun korrigieren.» So sei er zuversichtlich, die laufende Saison noch ehrenvoll zu Ende führen zu können, bevor dann im Sommer Max Rüetschli das Team übernehmen werde.

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