Der sportlich starke Mann heisst Najib Melhi, ist ein 48-jähriger Marokkaner mit langjähriger Profi-Karriere in Frankreich. Der Doktor der Naturwissenschaft, Sport und Management wird nicht nur die erste Mannschaft trainieren, sondern sich als Leiter der geplanten Fussball-Akademie auch um den Nachwuchs kümmern und als Sportdirektor im fünfköpfigen Vorstand sitzen. Neu in der Vereinsführung Einsitz nehmen wird auch Nadia Aubry als Vorsitzende der Geschäftsleitung und Finanzverantwortliche. Sie ist die Nichte des ehemaligen Präsidenten Rolf Bieri. Alain Marie als Vertreter der Investoren kümmert sich im Vorstand um die Bereiche Marketing, Sponsoring und Events. Sein Sohn spielt bei den Junioren des FCG und über ihn kam auch der Kontakt mit den französischen Investoren zustande. Hergestellt hat diese Verbindung die Frau von Rolf Bieri.

Mit Paul Kocher – er ist verantwortlich für Verwaltung, Organisation und Controlling – sowie Darko Selkic (Spielbetrieb) gehören zwei Bisherige auch der neuen Führungscrew an. Nicht mehr dabei sind der bisherige Vorstandsvorsitzende Gerd Frera, Finanzchef Rolf Janz und Spiko-Präsidentin Lilo Dellsperger.

Hat der FC Grenchen mit dem Einstieg von ausländischen Investoren nicht seine Seele verkauft? «Ganz klar nein», sagt Paul Kocher, «erstens hiesse die Alternative 3. Liga und zweitens behalten die Vertreter des FC Grenchen in der neuen Führung die personelle Mehrheit».

Gemäss Najib Melhi war die Motivation der Investoren, sich beim FC Grenchen zu engagieren, die Suche nach einem Standort für eine neue Fussball-Akademie. Neben der Finanzierung und Führung einer schlagkräftigen Mannschaft in der 1. Liga Classic soll diese der Kernpunkt ihrer Tätigkeit werden. Die Investoren verpflichten sich für vorerst drei Jahre. Ihr jährliches Engagement soll gut eine Viertelmillion Franken betragen.

Investoren: Wer sind die neuen Köpfe?

Der marokkanische Ex-Profi Najid Melhi, welcher seine Brötchen einst bei Angers, Amiens, Rabat und Vannes verdiente und als Verteidiger oder Aufbauer insgesamt 190 Partien in der 2. Division Frankreichs absolvierte, ist heute Mitglied der FIFPro, der weltweiten Vereinigung der Profispieler, welche deren Interessen gegenüber Vereinen und Verbänden vertritt.

Der Pieterler Alain Marie (58) ist Marketingverantwortlicher der Bieler Firma Footprod management, welche Geschäftsführung, Beratung und Vertretung von Sportlern, Unternehmensberatungen, Marketing und Sponsoring von Sportvereinen, Kommunikation, künstlerische Produktion, Promotion und Organisation von «events» übernimmt. Der Franzose begann seine berufliche Karriere als Fotograf, war dann Produzent von Schallplatten. 1992 zog er in die Schweiz.

Der Franzose Jean-Michel Pradeau (57) ist gelernter Apotheker und seit 2012 Direktor im Pharmaunternehmen «3 A Pharma SA» in Genf. Auch er war ehemaliger Profi-Fussballer in Frankreich, spielte bei Limoges und Bordeaux. (rs)